Dienstag, 16. Dezember 2008

Tom Cruise „Operation Walküre“: Die Weltpremiere in New York

Die ganze Welt wartet auf Film mit Tom Cruise „Operation Walküre“: Die Weltpremiere in New York

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Die ganze Welt wartet auf diesen Film: „Operation Walküre“ mit Tom Cruise (46) feierte gestern in New York Weltpremiere. Mit dabei: Etliche Stars, die an dem Film über das gescheiterte Hitler-Attentat mitgewirkt haben – oder zumindest bei der Premiere mit feiern wollten.

Neben Hauptdarsteller Tom Cruise – der Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt – zeigten sich unter anderem Kenneth Branagh, Bill Nighy, Eddie Izzard und Regisseur Bryan Singer im Blitzlichtgewitter der Fotografen am Broadway.

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Mit Tom Cruise

Weltpremiere von
„Operation Walküre“

Foto: HENRY MCGEE-GLOBE PHOTOS, INC.
1 von 16
Filmszenen aus „Walküre“
Tom Cruise als Hitler-Attentäter Stauffenberg
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Auch die deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann (46) und Christian Berkel (51) waren zur Uraufführung angereist. Sebastian Koch (46) begleitete seine Lebensgefährtin Carice van Houten (32), die im Film als Nina von Stauffenberg zu sehen ist.

Für einen Hollywood-Film mit glänzender internationaler Besetzung war die Feier ungewöhnlich zurückhaltend: „Operation Walküre“ wurde der Öffentlichkeit nicht in einem großen Premierenkino präsentiert, sondern in einem kleineren Saal des renommierten Lincoln Centers.

„Ich wollte einfach den bestmöglichen Film drehen. Es ist ein zeitloser Thriller. Der Mensch gegen alle Chancen“, sagte Hollywood-Schauspieler Cruise am Premierenabend der „USA Today“.

Die Premierengäste zeigten sich begeistert von der in den USA wenig bekannten Geschichte um die Wehrmachtsoffiziere, die am 20. Juli 1944 versucht hatten, mit dem Attentat auf Hitler den Krieg zu beenden. Für einige Zuschauer war es wie eine Geschichtsstunde. Allerdings waren im Nieselregen auch einige Scientology-Gegner vor Ort, die durch Gitter abgeschirmt lauthals gegen Cruise protestierten.

Die „Walküre“-Dreharbeiten in Deutschland im vergangenen Jahr hatten Schlagzeilen gemacht. Für kontroverse Diskussionen sorgte vor allem, ob ein bekennender Scientologe wie Cruise die Hauptrolle übernehmen dürfe. Auch um die Genehmigung für Aufnahmen im Innenhof des historischen Berliner Bendlerblock gab es heftige Querelen.

In den US-Kinos läuft „Operation Walküre“ am 25. Dezember an. Das qualifiziert „Walküre“ noch für das Oscar-Rennen im Frühjahr. Die Europapremiere ist für den 20. Januar, kurz vor der Berlinale, in der deutschen Hauptstadt geplant. „Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ läuft deutschlandweit am 22. Januar in den Kinos an.


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Samstag, 13. Dezember 2008

Trotz Schulbeginn im Januar Obamas dürfen nicht früher ins Weiße Haus


Obama: Künftiger US-Präsident darf noch nicht ins Gästehaus

Trotz Schulbeginn im Januar Obamas dürfen nicht früher ins Weiße Haus

Wahlsieg hin oder her – der künftige US-Präsident Barack Obama darf noch nicht ins Weiße Haus einziehen. Die Türen des Gästehauses „Blair House“ bleiben bis zum offiziellen Umzugstermin am 15. Januar geschlossen, hieß es aus Washington.

Die Obamas planten offenbar bereits zwei Wochen früher als üblich einzuziehen, um die beiden Töchter Sasha (7) und Malia (10) pünktlich zum Schulbeginn am 5. Januar auf ihre neue Schule schicken zu können.

Das Weiße Haus lehnte ab! Die Begründung: Blair House sei zu dieser Zeit noch von Gästen der scheidenden Bush-Regierung belegt.

Die Sprecherin von Bushs Ehefrau Laura, Sally McDonough, wollte sich zu den Informationen nicht äußern und erklärte lediglich, Blair House werde dem neuen Präsidenten und seiner Familie wie üblich am 15. Januar zur Verfügung stehen.

Doch die neue „First Family“ gibt sich zuversichtlich, dass der Umzug von Chicago nach Washington reibungslos – und auch rechtzeitig geschafft werden kann.

Malia und Sasha Obama werden die Privatschule Sidwell Friends im Nordwesten der US-Hauptstadt besuchen, auf die bereits Chelsea, die Tochter des Ex-Präsidenten Bill Clinton gegangen ist.


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Donnerstag, 11. Dezember 2008

Bank of America kündigt Abbau von 35.000 Jobs an

NACH MERRILL- LYNCH- ÜBERNAHME

Bank of America kündigt Abbau von 35.000 Jobs an

Radikalkur beim größten Kreditinstitut der USA: Die Bank of America hat einschneidende Sparpläne angekündigt. Im Zuge der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch sollen 35.000 Jobs wegfallen - das ist mehr als ein Zehntel der gesamten Belegschaft. mehr...

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Mittwoch, 10. Dezember 2008

STELLENANGEBOT FÜR TRÄUMER San Francisco sucht Leuchtturmwärter

STELLENANGEBOT FÜR TRÄUMER

San Francisco sucht Leuchtturmwärter

Die Nachbarn sind Wale und Seehunde, der Ausblick auf San Francisco ist traumhaft: In den USA wird derzeit ein Wirt für einen idyllisch gelegenen Leuchtturm gesucht. Mit Einsamkeit sollten Bewerber keine Probleme haben - dafür wartet ein üppiges Gehalt.

San Francisco - So ein Stellenangebot gibt es nicht alle Tage: "Paar für den Betrieb eines Leuchtturms mit Hotelpension auf einer Insel in der Bucht von San Francisco gesucht". Bei freier Logis mit einem unbezahlbaren Blick auf die Skyline der kalifornischen Metropole können die Leuchtturmwärter bis zu 100.000 Dollar (knapp 80.000 Euro) im Jahr verdienen. Ein Traumjob? "Nicht unbedingt", sagt die 32-jährige Katy Stewart, und sie muss es wissen. Seit knapp drei Jahren lebt sie mit Ehemann Elan, zwei Hunden und seit elf Monaten auch mit Söhnchen Drake auf der gerade einen halben Hektar großen Leuchtturminsel. Sie halten die East Brother Light Station in Schuss.

"East Brother Light Station" bei San Francisco: Viel Arbeit, viel Einsamkeit, solide Partnerschaft von Vorteil
DPA

"East Brother Light Station" bei San Francisco: Viel Arbeit, viel Einsamkeit, solide Partnerschaft von Vorteil

"Es ist schon ein romantisches Plätzchen", schwärmt Stewart, aber warnt sogleich: "Man ist Gastwirt, aber an einem Ort, wo alles viel schwieriger ist." Die meisten Paare halten zwei Jahre durch, die am längsten aktiven "Inn-Keeper" blieben sieben Jahre. "Wir würden vielleicht für immer hierbleiben, wenn wir einen Weg gefunden hätten, mal eben eine Pizza bestellen zu können", sagt die junge Mutter. "Wir hatten wirklich eine tolle Zeit hier, aber wir wollen gehen, bevor uns die Einsamkeit zusetzt."

Die East Brother Light Station liegt am nördlichen Ende der Bucht von San Francisco. Knapp 200 Meter der Küste vorgelagert, bietet sie einen atemberaubenden Rundblick über die Stadt, die Golden Gate Brücke sowie die südlichen Ausläufer der Hügel auf der Marin-Halbinsel. Wale ziehen mitunter vorbei, Seehunde bellen an dem Felsstrand, Möwen liefern die wild-romantische Begleitmusik.

Doch Nachbarn zum Plaudern sind eine kleine Reise entfernt. Dazu muss ein Boot in der zeitweise stürmischen Bucht mit einem Kran zu Wasser gelassen werden. Die Fahrt zum Festland dauert eine Viertelstunde, weiter geht's über eine alte Hafenstraße mit vielen Schlaglöchern, beschreibt Stewart den mühsamen Weg in die nächste Ortschaft.

Spontane Besuche sind selten

Kein Wunder, dass Freunde nicht mal eben vorbeischauen. "In drei Jahren hatten wir nur einen unangemeldeten Besucher, der mit einem aufblasbaren Kajak auf eigene Faust zum Kaffeetrinken vorbeikam", erzählt die Leuchtturmwärterin. Viel Zeit zum Plauschen lässt der 65-Stunden-Job sowieso nicht zu. An vier Tagen pro Woche werden die Pensionsgäste mit dem Boot auf die Insel gebracht, mit einem Vier- Gänge-Menü bekocht und am Morgen mit einem üppigen Frühstück geweckt.

Die fünf Zimmer in dem alten viktorianischen Holzhaus müssen hergerichtet, die Gäste durch den 1874 gebauten Leuchtturm geführt werden. Bis zu 300 Euro pro Nacht zahlen die Besucher für das einzigartige Inselabenteuer - und das ohne Dusche. In der inseleigenen Zisterne ist häufig Ebbe, besonders in regenarmen Jahren. Trinkwasser wird mit dem Boot rangeschafft, die Wäsche wird auf dem Festland gewaschen.

Die alten Gebäude für die Licht- und Nebelsignale stehen noch, doch inzwischen wird das Warnsystem automatisch gesteuert. So wurde der Posten als Leuchtturmwärter um 1970 überflüssig, und die Insel stand zehn Jahre leer. Doch ein gemeinnütziger Verband schritt ein, restaurierte den Turm und führte den Hotelbetrieb ein, um mit den Einkünften die inzwischen zur "historischen Stätte" erklärte Felsinsel vor dem möglichen Verfall zu retten. Alle 20 Sekunden sendet das Nebelhorn ein Signal aus, "doch längst nicht mehr so ohrenbetäubend wie früher", versichert Stewart. Für empfindliche Gäste liegen Ohrstöpsel bereit.

Für April 2009 werden die Nachfolger gesucht. Sie hätten schon eine Flut von Anfragen erhalten, meint Stewart. Ihre Nachfolger müssen einen Bootsführerschein besitzen und sollten Spaß am Kochen haben. Eine solide Partnerschaft sei auch nützlich, berichtet die frühere Filmstudentin aus eigener Erfahrung.


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WEB-STATISTIK 2008 Was die Welt wirklich sucht

WEB-STATISTIK 2008

Was die Welt wirklich sucht

Britney Spears, Pamela Anderson, Paris Hilton - ist es das, was die Welt im Internet finden will? Weit gefehlt: Die Suchmaschinen-Statistiken 2008 offenbaren Erstaunliches über das Surfverhalten der Netz-Nutzer.

Eigentlich sollte man meinen, es sei Jacke wie Hose, wessen Suchstatistiken man sich ansieht. So unterschiedlich die Ergebnisse sein mögen, die eine Suchmaschine liefert, alle erfüllen doch den gleichen Zweck: Man nutzt sie, um im Web Dinge zu finden.

Und wenn das Millionen Menschen mit Milliarden von Suchanfragen tun, dürfte man eigentlich so etwas wie eine gemeinsame Schnittmenge erwarten. Die aber, zeigt der Blick in die Jahresstatistiken von Google, Yahoo und MSN Search, fällt kleiner aus als erwartet.

Netz-Statistik: Warum sucht jemand bei Google nach Google?
Corbis

Netz-Statistik: Warum sucht jemand bei Google nach Google?

Was an drei Dingen liegen mag:

  1. Jeder der Anbieter schönt seine Statistiken kräftig, eliminiert alles, was irgendwie anrüchig oder pornografisch ist oder scheint.
  2. Darüber hinaus bündelt und filtert er seine Statistiken nach Kategorien und Sachgebieten, um der Sache mehr Pep zu geben: Da findet man dann die Top Ten der beliebtesten Sportler, Models, Kochrezepte, TV-Serien oder Tippfehler säuberlich aufgedröselt.
  3. Die populärsten Suchworte einer Suchmaschine offenbaren auch, wie und wofür sie genutzt wird.

Nur auf den ersten Blick langweilig fällt dabei die Statistik der absoluten Top Ten aus. Barack Obama sucht man dort vergeblich, Paris Hilton zum Glück auch, Atomphysik sowieso. Besonders häufig gesucht werden ganz profane Dinge, bei denen man größtenteils gar nicht so recht weiß, wofür man da überhaupt eine Suchmaschine braucht:

Ein Telefonbuch braucht also offenbar jeder Nutzer - egal ob er bei Google unterwegs ist, bei Yahoo oder sogar bei MSN.

Fast alle hier zusammengetragenen Begriffe beziehen sich entweder auf die Suche nach populären großen Webseiten, von denen man eigentlich erwartet, dass man deren Adressen kennt und sie folglich nicht suchen müsste, oder aber auf konkrete Dinge, von denen man erwartet, dass man sich, wenn man einmal eine ergiebige Quelle gefunden hat, ein Bookmark darauf legt.

Platter gesagt: Hallo? Warum sucht jemand bei Google nach YouTube? Oder sogar nach Google?

Die Antwort ist einfach: Solche Begriffe landen dort gar nicht über Suchanfragen. Sie landen dort aus zwei verschiedenen, aber eng miteinander verbundenen Gründen.

Grund Nummer eins: Es gibt eine Unmenge Internet-Nutzer, die das Suchfeld einer guten Suchmaschine als Ersatz für die Adresseingabe des Browsers nutzen. Noch besser: Eine Unzahl von Nutzern hält zum Beispiel das Suchfeld von Google für das Adressfeld des Internet (gemeint ist dann der Browser). Solche Nutzer schreiben dann auch nicht "Wikipedia" in die Suchmaske, denn sie wissen ja, wo die zu finden ist: Sie tippen "www.wikipedia.de" ins Suchfeld - und landen dort, wo sie hinwollten. Wer so surft, nutzt natürlich auch selten Bookmark-Funktionen.

Zu dieser Statistik tragen aber nicht nur die viel und zu Unrecht gescholtenen "Daus" (Nerd-Spott für "Dümmster anzunehmender User") bei. Denn natürlich ist es völlig legitim, so "ungebildet" mit einem Medium umzugehen: Wenn es funktioniert, ist es auch okay. Für das Zeitungslesen oder Fernsehen wird schließlich auch kein Blätter- oder Umschalt-Diplom erwartet.

Denn hier kommt Grund Nummer zwei für die seltsame Statistik: die wachsende Intelligenz der Browser. Auch die Nerds, die versiertesten der Internetnutzer, tragen genau zu diesem vermeintlichen Dau-Effekt der Suchstatistik bei: weil sie die fortgeschrittenen Features ihrer Browser nutzen.

Anstelle vollständiger Web-Adressen tragen sie einfach die Namen großer Seiten ins Browser-Adressfeld ein. Das sieht souverän aus, spart Zeit und funktioniert großartig. Wer etwa im Firefox-Browser einfach "GMX" in die Adresszeile eingibt statt "www.gmx.de", landet genau dort, wo er hin will. Bei GMX und analog bei Ebay, YouTube, Wikipedia oder Google (siehe Google-Suchstatistik). Firefox holt sich das entweder aus den Bookmarks - oder fragt solche Eingaben bei Google oder einer anderen Suchmaschine ab. Das dürfte die Erklärung dafür sein, warum scheinbar unzählige Leute bei Google nach Google suchen.

Jenseits aller Erklärungen bleibt, warum etwa bei Yahoo mehr Menschen nach Dynamo Dresden (3. Bundesliga) suchen als nach Hoffenheim (aktuell an der Spitze der 1. Liga) und sogar fast so viele wie nach dem 1. FC Köln (immerhin gefühlte Champions-League).

SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Highlights solch vertiefender Erkenntnisse über die Suchgewohnheiten und -marotten von Otto Normalsurfer:

Top-Suchbegriffe bei Google 2008

Top-Suchbegriffe bei Yahoo 2008

Top-Suchbegriffe bei MSN Search 2008

Der andere Blickwinkel - Spezialisierte Suche und Surf-Beobachtung

Man kann sich den Nutzervorlieben auch anders nähern. Suchmaschinen sind eigentlich eher Web-Scouts, die Orientierung im Web geben - das zeigen ihre eigenen Statistiken. Über Google und Co. sucht die Masse nicht etwa nach Füllung für Wissenslücken, sondern nach Nachrichten über Bekanntes, Quellen für gerade Benötigtes oder nach Adressen.

Völlig anders sieht das aus, wenn man sich die Statistik eines spezialisierten Suchdienstes anschaut. SPIEGEL WISSEN etwa, ein Gemeinschaftsprojekt mit verschiedenen Lexikonanbietern und Datenbankbetreibern, wird vornehmlich für die Suche nach Hintergrundinformationen genutzt. Dort orientiert sich der Bedarf an vertiefenden Informationen stark an aktuellen Ereignissen. Hier die Top-Ten-Suchanfragen der letzten Woche:

  1. bundesadler
  2. killing joke
  3. riester- rente
  4. thailand
  5. "big four" banken
  6. beschneidung
  7. "big five" orchester
  8. big three
  9. deutschlandlied
  10. eichenlaub

Mit den Statistiken der Suchmaschinen hat das nichts mehr zu tun. Aber es entspricht auch nicht dem, was Menschen im allgemeinen im Internet suchen. Das könnte man auch erfassen, indem man sich ansieht, wohin sie sich bewegen und was sie wirklich nutzen. Das versucht das US-Unternehmen Alexa mit seinen globalen Nutzungscharts. Für Deutschland meldet Alexa folgende Top-Ten-Web-Destinationen:

  1. Google.de
  2. Google.com
  3. YouTube
  4. Ebay
  5. Wikipedia
  6. Yahoo
  7. Amazon
  8. GMX
  9. StudiVZ
  10. Windows Live

Eine plausible Statistik, auch wenn sie nicht ganz unumstritten ist: Sie weicht zum Teil deutlich ab von den Ergebnissen, die standardisierte Log-Zählungsverfahren erbringen.


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Samstag, 6. Dezember 2008

STÄDTEBAU Das Raster für die Zukunft New Yorks


STÄDTEBAU

Das Raster für die Zukunft New Yorks

Von Alexander Kulpok

Rasant und unkontrolliert dehnte sich New York zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf der Insel Manhattan aus. Bis Bürgermeister DeWitt Clinton 1811 einen einzigartigen städtebaulichen Entwurf vorlegen ließ: "the grid" - den Grundriss einer streng geometrisch geordneten Weltstadt.

Dieser Plan geht über alles hinweg. Über Wege und Farmen, über Hügel, Felsen, Wasserläufe und Sümpfe auf der Insel Manhattan – und über das Erbe kolonialer Herrschaft. In seiner Kühnheit ist er überwältigend und großzügig, aber auch einförmig und brutal. "The grid", ein Gitter aus Straßen, ist der Masterplan für die Neugestaltung und das geordnete Wachstum des bislang zügellos boomenden New York.

Als die Mitglieder der auf Betreiben des New Yorker Bürgermeisters DeWitt Clinton gegründeten Planungskommission im Frühjahr 1811 eine zweieinhalb Meter breite Karte entrollen, zeigt die eine Sensation: den Grundriss einer Stadt mit einer Million Menschen – zehnmal so viele, wie zu diesem Zeitpunkt in New York leben. Hier scheint sich ein amerikanischer Traum von Machbarkeit, Erfolg und Größe in der Stadtplanung zu erfüllen. Eine Anmaßung.

Mit Macht dehnt sich New York zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Manhattans Südspitze nach Norden aus. Zuwanderer lassen die Einwohnerzahl bis 1810 auf nahezu 100.000 anschwellen – und sie wächst stetig weiter. Schon zu diesem Zeitpunkt ist New York der größte Überseehafen der USA und deren bevölkerungsreichste Stadt; an Wirtschaftskraft kann nur noch Philadelphia mit der entstehenden Metropole konkurrieren.

DeWitt Clinton, 1803 mit 34 Jahren erstmals zum Stadtoberhaupt von New York ernannt, sieht die Chance, seine Vision von New York als Zentrum einer künftigen Weltmacht USA zu verwirklichen.

Er will eine "amerikanische Stadt" entstehen lassen. Einen klar gestalteten Ort, wirtschaftlich und politisch mächtig und zugleich jenen Idealen der Demokratie verpflichtet, die 20 Jahre zuvor in die Verfassung der USA geschrieben worden sind. Eine Kommission soll dem großen Wunschtraum zur Wirklichkeit verhelfen.

In deren Auftrag zieht der Landvermesser John Randel Tag für Tag über Manhattan. Kämpft sich durch Sümpfe und felsige Hügelketten, durch Ländereien und Wildnis. Notiert Höhenunterschiede, skizziert die mögliche Lage zukünftiger Straßenzüge und Bauten.

1811, nach vier Jahren Arbeit, ist der Plan für New Yorks Zukunft vollendet: ein rund 40 Quadratkilometer großes Netz aus zwölf Längs- und 155 Querstraßen, das sich auf mehr als zwölf Kilometern bis weit hinauf an den Harlem River erstreckt. Gleichförmig gliedern die Straßen den Großteil Manhattans in mehr als 1500 Grundstücksblöcke, in akkurate Rechtecke von etwa 240 mal 60 Metern. Markieren den Triumph über Unordnung und Natur.

Sogar den Broadway, den seit frühester Zeit genutzten Verbindungsweg zwischen Südspitze und Norden Manhattans, wollen die Planer zu großen Teilen verschwinden lassen. Sie können sich aber nicht durchsetzen: Als einzige bedeutende Ausnahme durchschneidet er diagonal das rechtwinklige Straßennetz. Sonst aber entspricht der Entwurf dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz. Die Straßen folgen keiner Hierarchie, tragen keine Namen, sind konsequent durchnummeriert. Es gibt keine Kreisel, keine sternförmigen Plätze, keine Prachtboulevards.

Das Straßenraster ist das Gegenmodell zu den unregelmäßig gewachsenen Städten der Alten Welt, aber auch die Antwort des von der Kolonialherrschaft befreiten Amerika auf den Prunk europäischer Monarchen. Zudem, so die Planer, seien "gerade ausgerichtete und rechtwinklige Häuser am billigsten zu bauen und am komfortabelsten zu bewohnen".

Tatsächlich geben solch pragmatische Überlegungen wohl den Ausschlag: Die neu gestaltete Stadt soll gut regierbar sein und einen reibungslosen Verkehr ermöglichen. Man will sie leicht reinigen können, um Seuchen zu verhindern. Und: Die Stadtväter wollen Ruhe und Ordnung ohne große Mühe aufrechterhalten. So dokumentiert der Entwurf der Kommission auch eine bis dahin nie gekannte Kombination von planerischer Nüchternheit und sozialer Kontrolle.

Die Parlamentsabgeordneten des Bundesstaates New York in Albany nehmen den Plan noch 1811 an. Dann beginnen Arbeiter damit, Hügel einzuebnen und Sümpfe trockenzulegen, neue Straßen zu bauen und alte Häuser abzureißen.

Optimal fürs Immobiliengeschäft


Den Grund, auf dem die Straßen angelegt werden, requiriert die Stadt. Die Vorbesitzer erhalten Entschädigungen, doch die sind für viele kleine Landeigner nur ein schwacher Trost. Denn das Gitter zerschneidet ihre Parzellen; zudem müssen sie sich an den Kosten der Erschließung beteiligen.

Die Verantwortlichen ignorieren alle Proteste. Auch weil die großen Landeigentümer – aus deren Familien die meisten politisch Mächtigen und selbst die Mitglieder der Kommission stammen – von dem Plan profitieren: Die regelmäßigen Areale des Rasters sind bestens geeignet für Immobiliengeschäfte im großen Stil. Häuserblock für Häuserblock schiebt sich New York City nun in einem fein justierten Gitter die Insellandschaft Manhattans hinauf.

Es ist DeWitt Clinton, der das Wachstum der Stadt weiter befördert. Ab 1810 bereits unterstützt er die Idee, einen Kanal vom Hudson River zu den Großen Seen zu graben, um New York so mit dem Kernland des Kontinents zu verbinden. Gegen alle Widerstände bringt Clinton das Großprojekt auf den Weg. 1825 weiht er, inzwischen Gouverneur des Bundesstaates New York, den Kanal feierlich ein.

Mit dieser Schiffsverbindung ist die Stadt nun mehr denn je Drehscheibe des Handels. In den folgenden Jahrzehnten wächst sie rasant an. Um 1840 wohnen in Manhattan bereits mehr als 300.000 Menschen.

Doch diesen Aufschwung erlebt Clinton nicht mehr mit: 1828 stirbt er 58-jährig an den Folgen eines Reitunfalls. Und so bleibt ihm auch erspart, die größte Revision der durch ihn initiierten Stadtplanung hinzunehmen.

Denn das 1811 beschlossene Straßenraster sah nur eine Handvoll öffentlicher Plätze und keinerlei größere Grünflächen vor. Manhattan sei von kilometerlangen Ufern umgeben, hatte die Kommission festgestellt: genügend Raum für die Einwohner, um frische Luft und Erholung zu finden.

Um 1850 aber fordern Reformpolitiker einen großen Park, einen Ort im Inneren der Stadt, an dem alle New Yorker – reiche und arme – ihre Freizeit verbringen und sich treffen können. Unterstützt werden die Reformer von wohlhabenden Bürgern, die jedoch andere Ziele verfolgen. Sie wollen eine repräsentative Anlage, die den Vergleich mit den Parks europäischer Metropolen nicht zu scheuen braucht – und in der sie mit ihren Kutschen ausfahren können. Die großen Landbesitzer versuchen so auch den Wert ihrer angrenzenden Grundstücke zu steigern.

Nach langen Diskussionen beginnen die Behörden 1853 schließlich damit, eine 280 Hektar große Fläche nördlich der 59th Street aufzukaufen: hügeliges, schwer zu erschließendes Terrain, in einiger Entfernung vom schon dicht besiedelten Stadtgebiet. Die rund 1600 Bewohner des Geländes, überwiegend Schwarze sowie Immigranten aus Irland und Deutschland, müssen weichen, ihre Häuser, Kirchen und Friedhöfe verschwinden.

Wieder wird eine Kommission ins Leben gerufen, die für die Gestaltung des Parks einen Wettbewerb ausschreibt. Der gemeinsame Entwurf des amerikanischen Journalisten Frederick Law Olmsted und des englischen Architekten Calvert Vaux gewinnt.

1858 beginnen die Arbeiten. Tausende Tonnen Muttererde werden herbeigeschafft, Bäche, Seen und Wälder angelegt, dazu kilometerlange Wege sowie Brücken. 1863 bis zur 110th Street erweitert, erstreckt sich die öffentliche Grünanlage schließlich über 340 Hektar Fläche im Herzen Manhattans – 151 Blöcke des ursprünglichen Gitternetzes, die nun ganz anders genutzt werden, als es DeWitt Clinton 1811 im Sinn hatte.

Doch der Bürgermeister hätte vermutlich auch an diesem Projekt Gefallen gefunden: Denn der "Central Park", bald von Bürgern aller Schichten besucht, wird zum demokratischen Glanzstück der New Yorker Stadtplanung.


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Mittwoch, 3. Dezember 2008

Finanzkrise Update: Harvard-Uni verliert acht Milliarden Dollar

Krisenticker

Harvard-Uni verliert acht Milliarden Dollar

Die amerikanische Harvard-Universität hat am Anlagemarkt binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar verloren. Die neuseeländische Zentralbank hat den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte gesenkt. Der Ölpreis fällt auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.50 Uhr: Die neuseeländische Zentralbank hat den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte auf 5 Prozent gesenkt. Dieser größte Zinsschritt der Bank seit Beginn der Finanzmarktturbulenzen war von Volkswirten des Landes erwartet worden. Seit Juli hat die Bank den Zins von 8,25 Prozent um 3,25 Prozentpunkte gesenkt.

Acht Milliarden Verlust in vier Monaten: Die Harvard-Uni in den USA
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Acht Milliarden Verlust in vier Monaten: Die Harvard-Uni in den USA

© Getty Images
20.31 Uhr: Die wirtschaftliche Aktivität in den USA hat sich laut dem Konjunkturbericht der US-Notenbank ("Beige Book") seit Oktober weiter abgeschwächt. Die zwölf Notenbank-Distrikte hätten über nachlassende Einzelhandelsumsätze berichtet, schreibt die Federal Reserve in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die Fahrzeugverkäufe seien in den meisten Distrikten stark zurückgegangen. Im Verarbeitenden Gewerbe sei die wirtschaftliche Aktivität überwiegend geschrumpft und die Auftragseingänge schwach ausgefallen.

20.20 Uhr: Die Finanzkrise macht auch vor den Eliteuniversitäten der USA nicht halt. Die reichste Hochschule des Landes, die Harvard-Universität in Massachusetts, verlor nach eigenen Angaben vom Mittwoch binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar. Der uni-eigene Investmentfonds Harvard Management Company, aus dem die Hochschule mehr als ein Drittel ihrer operativen Kosten finanziert, habe zwischen Juli und November 22 Prozent an Wert verloren, teilte Harvard-Präsidentin Drew Faust mit. Der bislang höchste Wertverlust war den Angaben zufolge im Jahr 1974 mit einem Minus von 12 Prozent verzeichnet worden. Trotz ihres großen Vermögens berechnet die prestigeträchtige Universität ihren Studenten inzwischen 45.000 Dollar Studiengebühren pro Jahr.

19.29 Uhr: Die Europäische Kommission hat ein Rettungspaket für die Fortis Bank und die Fortis Bank Luxemburg genehmigt. "Der Zusammenbruch von Fortis hätte bedenkliche Folgen für die Wirtschaftssysteme mehrerer Mitgliedstaaten mit sich gebracht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch. Die Beihilfemaßnahmen würden auf die spezifischen Probleme der Bank eingehen und ihre Sanierung ermöglichen. Da sie auch die Größe der Fortis Bank um 40 Prozent verringerten, bestehe keine Gefahr von übermäßigen Wettbewerbsverzerrungen.

18.53 Uhr: Der designierte US-Präsident Barack Obama sieht in den jüngsten Sanierungsplänen der führenden amerikanischen Autobauer einen Fortschritt. Obama sagte am Mittwoch in Chicago, die am Dienstag vorlegten Programme erschienen "vollständiger". Der Kongress habe richtig gehandelt, als er die Autobauer abgewiesen und in die Pflicht genommen habe. Vor einer konkreten Bewertung will er aber erst die für Donnerstag und Freitag angesetzten Kongressanhörungen zu diesem Thema abwarten. "Wir sollten eine lebensfähige Autoindustrie aufrechterhalten, aber wir sollten auch sicherstellen, dass jegliche staatliche Hilfe auf einer realistischen Einschätzung dessen basiert, wie diese Industrie aussehen wird", sagte Obama.

Immer billiger: Der Ölpreis fällt zurzeit
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Immer billiger: Der Ölpreis fällt zurzeit

© Getty Images
17.47 Uhr: Der Ölpreis ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen. In London kostete ein Fass (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zeitweise 44,87 US-Dollar und damit so wenig wie seit Februar 2005 nicht mehr. Auch in New York erreichte der Preis für die Referenzsorte Light Sweet Crude den tiefsten Stand seit Anfang 2005 und lag bei 46,42 Dollar. Im Vergleich zu seinem Höchststand im Juli von über 147 Dollar ging der Ölpreis damit teilweise um mehr als 100 Dollar zurück, ein Minus von 70 Prozent. Grund für den weiteren Preisrückgang beim Öl ist nach Einschätzung von Händlern die Entscheidung des Erölkartells OPEC vom Wochenende, die Fördermengen nicht weiter zu kürzen.

17.42 Uhr: Das Weiße Haus wird sich bei der Überprüfung der von den großen US-Automobilherstellern beantragten Staatshilfen in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar Zeit lassen. Die Regierung werde voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche ihre Entscheidung fällen, sagte Tony Fratto, Sprecher des Weißen Hauses, in Washington. Die Regierung wolle zuerst noch die Äußerungen der Vorstandsvorsitzenden von Chrysler, General Motors und Ford vor dem US-Kongress abwarten. Rick Wagoner, Alan Mullaly und Bob Nardelli werden am Donnerstag und Freitag persönlich vor dem Kongress Rede und Antwort über ihre Pläne stehen.

17 Uhr: Trotz erneut schlechter Konjunkturnachrichten haben vermeintliche Schnäppchenjäger an den US-Börsen wieder zugegriffen und die wichtigsten Indizes in die Gewinnzone getrieben. Auch der Dax drehte kurz vor Handelsschluss ins Plus, nachdem er zeitweise 3 Prozent schwächer notiert hatte. Die Nachrichten von der Konjunkturseite sind unterdessen nicht berauschend: So war die Beschäftigung im November dem Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing zufolge weiter deutlich gesunken und der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor rutschte auf ein Rekordtief.

15.48 Uhr: An der Wall Street startet der Dow-Jones-Index im Minus. Das Börsenbarometer gibt in der ersten Viertelstunde um 1,5 Prozent auf 8295 Punkte nach.

Fressen und gefressen werden: Die Lufthansa gilt im Wettbewerb der Airlines als Angreifer
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Fressen und gefressen werden: Die Lufthansa gilt im Wettbewerb der Airlines als Angreifer

© DPA
15.41 Uhr: Die Luftfahrtindustrie steht einer neuen Studie zufolge vor weiteren Fusionen. Drei Viertel der Spitzenmanager aus der Branche sehen in der Zusammenlegung von Fluggesellschaften die Lösung im Kampf gegen rückläufige Nachfrage und steigende Kosten, heißt es in der am Mittwoch in Frankfurt vorgelegten Studie der Unternehmensberatung Droege & Comp. und des Luftfahrtverbandes Barig, der praktisch alle in Deutschland tätigen Airlines vertritt. "Es reicht nicht, die Preise zu erhöhen, es muss zu Konsolidierungen kommen", sagte Barig-Generalsekretär Martin Gaebges.

15.23 Uhr: Die Bundesregierung will wegen der Finanzkrise auch der deutschen Schiffsbranche helfen. Die staatliche KfW-Bank stelle aus einem Förderprogramm unter anderem Kredite für Schiffsneubauten bereit, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Berlin. Zudem plane sie einen Runden Tisch mit Bankenvertretern, um die Schiffsfinanzierung wieder zu erleichtern. "Immer mehr Banken ziehen sich aus der Schiffsfinanzierung zurück", sagte Wöhrl, die Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft ist. Die staatliche KfW-Bank vergibt demnach deshalb über die Hausbanken Darlehen aus einem Topf mit insgesamt 15 Milliarden Euro.

15.10 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt vor der Gefahr einer internationalen Deflation. "Das ist eine reales Risiko, dem wir ins Auge sehen müssen - angesichts der schnell fallenden Preise für Rohstoffe und des Umstandes, dass die Rezession die Nachfrage drückt", sagte der stellvertretende OECD-Generaldirektor Pier Carlo Padoan.

Gruß aus der Vergangenheit: Lehman Brothers meldete im September Insolvenz an
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Gruß aus der Vergangenheit: Lehman Brothers meldete im September Insolvenz an

© Getty Images
14.30 Uhr: Schweden erwägt, den Automobilherstellern Volvo und Saab unter die Arme zu greifen. Die Regierung spreche nach wie vor über Hilfen, sagte die schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson am Mittwoch. Schweden sei aber nicht daran interessiert, die Automobilhersteller zu übernehmen. Eine Möglichkeit der Unterstützung sei es, den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Automobilhersteller Finanzmittel zukommen zu lassen.

13.37 Uhr: Zwölf große Raffinerien in China, die für ein Drittel der gesamten Kapazität des Landes stehen, wollen im Dezember 5 Prozent weniger Benzin oder Heizöl herstellen als im November, wie eine Reuters-Umfrage ergab. Das wäre bereits der zweite Rückgang in Folge. Grund ist die geringere Nachfrage.

12.52 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält den Untergang einer weiteren großen Bank für möglich. Zudem sei die Wirtschaftsstimmung derzeit so schlecht, dass vorhandene liquide Mittel trotz staatlicher Stützungsmaßnahmen möglicherweise nicht genutzt würden. "Das ist ein grundsätzliches Risiko", sagte OECD-Vizedirektor Pier Carlo Padoan.

12.35 Uhr: Der Versicherer Talanx muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das drittgrößte deutsche Versicherungsunternehmen rechnet für 2008 nur noch mit einem Gewinn von 32 Millionen Euro. Durch Abschreibungen werde das Ergebnis aus Kapitalanlagen mit 1,1 Milliarden Euro belastet, sagte Talanx-Chef Herbert Haas Dienstagabend. Grund sind die sinkenden Wertpapierkurse.

12.20 Uhr: Volkswagen hat in den USA im November im Vergleich zum Vorjahresmonat 19,2 Prozent weniger Autos verkauft. In den ersten elf Monaten fiel der Absatz um 2,1 Prozent auf 206.000 Fahrzeuge. Damit steht Volkswagen aber noch wesentlich besser da als der Gesamtmarkt, der im November um 37 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 26 Jahren eingebrochen war.

Mehr Insolvenzen: Creditreform sagt für 2008 so viele Firmenpleiten voraus, wie seit fünf Jahren nicht mehr
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Mehr Insolvenzen: Creditreform sagt für 2008 so viele Firmenpleiten voraus, wie seit fünf Jahren nicht mehr

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11.30 Uhr: Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist nach Berechnungen von Creditreform 2008 erstmals seit fünf Jahren gestiegen. Insgesamt würden im laufenden Jahr wohl 29.800 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das seien 2,2 Prozent mehr als zuvor, prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei.

11.15 Uhr: Die Bayerische Landesbank ist in den ersten neun Monaten des Jahres tief in die roten Zahlen gerutscht. Die zweitgrößte deutsche Landesbank erlitt von Januar bis September einen operativen Verlust von rund 1,67 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten die Münchener noch ein Ergebnis von 191 Millionen Euro eingefahren. Die Bank will bis zum Jahr 2013 etwa 5600 Stellen streichen.

10.20 Uhr: MAN muss seine Lastwagenproduktion im kommenden Jahr deutlich zurückfahren. Grund: Ein Auftragseinbruch im dritten Quartal. "Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass es besser wird", sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson. Allein im ersten Halbjahr seien 40 bis 50 Schließtage geplant. Damit will MAN die Kosten im Gesamtjahr um rund 30 Prozent drücken.

10.00 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba stellt in der Chipbranchenkrise (...mehr) ganze Sparten auf den Prüfstand. Zudem erwäge das Unternehmen, Fertigungen für Systemchips in Übersee zu konzentrieren. Die zuletzt bereits nach unten revidierten Wachstumsprognosen für die Branche bezeichnete Toshiba-Spitzenmanager Masashi Muromachi als noch immer sehr optimistisch.

Vertrauen verloren: Chinas Staatsfonds sieht von Investments in westliche Finanzinstitute vorerst ab
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Vertrauen verloren: Chinas Staatsfonds sieht von Investments in westliche Finanzinstitute vorerst ab

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09.34 Uhr: Der staatliche chinesische Vermögensfonds China Investment Corp (CIC) hat angekündigt, vorerst nicht mehr in westliche Finanzinstitute zu investieren. Wegen der "unsicheren" und unbeständigen Finanzpolitik ausländischer Regierungen habe sich sein Unternehmen gegen derartige Anlagen entschieden, sagte CIC-Chef Lou Jiwei nach Angaben des "Wall Street Journal". Derzeit gebe es für CIC-Investitionen im westlichen Ausland "wirklich keinen Schutz", sagte Lou der Zeitung zufolge.

09.25 Uhr: Die BayernLB hat im dritten Quartal ein negatives operatives Ergebnis von rund einer Milliarden Euro hinnehmen müssen. Für die ersten neun Monate summierte sich der Verlust operativ auf 1,674 Milliarden Euro, nachdem die Münchener Landesbank im Vorjahreszeitraum noch 191 Millionen Euro verdient hatte. Die Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten hätten die zufriedenstellende Entwicklung im operativen Kundengeschäft überdeckt, kommentierte das Institut sein eigenes Ergebnis.

09.10 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet (...mehr) . Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um gut ein Prozent auf 4486 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte sank um 0,3 Prozent auf 5124 Zähler. Der TecDax verlor 0,5 Prozent auf 474 Punkte.

09.00 Uhr: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird bei der kommenden Sitzung im Dezember zur Stützung der Preise offenbar eine weitere Senkung der Rohölförderung beschließen. Die Opec werde die Fördermenge "definitiv" kürzen, sagte Katars Energieminister Abdulla Bin Hamad Al Attiyah am Mittwoch.

08.05 Uhr: Italiens größtes Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia hat weitere Stellenkürzungen angekündigt. Der Konzern werde zusätzlich zu den bereits bekannten 5000 Kürzungen bis 2010 in Italien weitere 4000 Arbeitsplätze streichen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zudem will das Unternehmen, das in Deutschland mit Hansenet um Kunden wirbt, Sparten abstoßen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Dafür sollen bis zu drei Milliarden Euro in die Unternehmenskasse fließen.

08.00 Uhr: Die angekündigte Umstrukturierung der schwer angeschlagenen BayernLB wird auch zu einer Neuausrichtung der Tochter SaarLB führen. So soll die SaarLB auf Dauer eine rechtlich eigenständige Landesbank bleiben, die sich primär auf die Funktionen als Hausbank für das Saarland und landeseigene Unternehmen, als deutsch-französische Mittelstandsbank und als Sparkassenzentralinstitut fokussiere, teilten die Anteilseigner der SaarLB am Dienstagabend gemeinsam mit.

07.55 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Vize Jürgen Rüttgers befürwortet ein weiteres Investitionsprogramm des Bundes. Auch Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) hält einen Nachschlag zum Investitionspaket des Bundes für denkbar. Presseangaben zufolge setzen sich auch SPD-Chef Franz Müntefering und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) für weitere Konjunkturhilfen ein. Angeblich wird in der Koalition bereits an einem zweiten Konjunkturprogramm gearbeitet.

Luftfahrtkrise: Delta Airlines muss Kapazitäten reduzieren
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Luftfahrtkrise: Delta Airlines muss Kapazitäten reduzieren

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07. 45 Uhr: Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines will ihre Kapazitäten wegen der Nachfrageschwäche infolge der Wirtschaftskrise weiter zurückfahren. Angesichts der zurückgehenden Nachfrage sollen die Kapazitäten 2009 um 6 bis 8 Prozent zurückgefahren werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In den USA rechnet Delta mit einem Rückgang von 8 Prozent bis 10 Prozent, weltweit werden es 3 bis 5 Prozent sein.

07.30 Uhr: Die asiatischen Aktienmärkte haben nach positiven US-Vorgaben am Mittwoch überwiegend Gewinne verzeichnet. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-225-Index um 1,8 Prozent auf 8004 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 1,5 Prozent höher bei 799 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Singapur, Hongkong und Shanghai tendierten fester. Dagegen verloren die Börsen in Südkorea und Taiwan.


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