Sonntag, 24. Mai 2009

Wiedereröffnung der Freiheitsstatue: Im Hirn von Lady Liberty


WIEDERERÖFFNUNG DER FREIHEITSSTATUE

Im Hirn von Lady Liberty

Darauf haben die Touristenmassen in New York gewartet: Am US-Unabhängigkeitstag wird das Innere der Freiheitsstatue wieder eröffnet - samt Zugang zur winzigen Krone. SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Marc Pitzke bekam von den Behörden schon mal eine Vorschau gewährt.

New York - Das Hirn der Lady ist hohl. Ein niedriger, krummer, schwüler Raum. 22 Etagen über dem Wasser, zusammengehalten von einem Skelett schmaler Stahlträger, vernietet und verkleidet mit hauchdünner Kupferhaut. Der Besucher erreicht es über eine steile Wendeltreppe, 354 schmale Stufen.

Die 25 Fenster, die die Krone markieren, öffnen sich zum Hafen, und wer sich an der schrägen Stützwand mutig vorlehnt, kann links sogar ein Stück Skyline sehen. Tief unten steht ein winziger Wärter, wie ein Spielzeugsoldat.

Wenigstens sind die Fenster heute verglast. Früher waren sie das nicht. Als erster und einziger krabbelte 1929 ein Herr namens Ralph Gleason hindurch, um Selbstmord zu begehen. Dann überlegte er es sich anders, versuchte umzukehren, rutschte aber aus, "schoss abwärts und prallte dabei an der Brust der Statue ab", wie die "New York Times" meldete. Er landete 90 Meter tiefer tot auf dem Rasen.

Als zwei Helikopter niedrig vorbeiknattern, vibriert das klaustrophobische Gehäuse, in das gerade mal zehn Personen passen. Der schiefe Boden brummt unter den Füßen. Der stickige Raum in der Krone ist nichts für Menschen mit Höhenangst.

Den Kopf verbiegen für einen Blick auf die Krone

Man hängt schräg über dem Hafen, dessen Tuten und Segelklappern gedämpft durch die nur 2,4 Millimeter dünne Kupferschicht dringt. Die brüchigen Adern des rechten Statuenarms sind aus nächster Nähe zu sehen, auch der Griff der Fackel und, wenn man den Kopf verbiegt, eine der sieben Zacken der Krone, die die sieben Kontinente oder die sieben Meere repräsentieren sollen - je nachdem, wem man glaubt.

"Wenn du als Terrorist ein Zeichen setzen willst", sinniert Gastgeber Darren Boch vom National Park Service, "wäre die Freiheitsstatue sicherlich ein gutes Ziel." Rein hypothetisch natürlich.

Fast acht Jahre lang war es versperrt, das mythische Innere der Statue of Liberty - jenes "wichtigste Wahrzeichen unserer Nation", wie Boch sagt, ein bulliger Mann, der selbst etwas vom Aufstieg keucht. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 galt es eben einfach als zu riskant, zumal der einzige Zugang zu Kopf und Krone - zwei kleine, ineinander verschlungene Eisentreppen - längst nicht mehr feuerpolizeilichen Ansprüchen genügt. Hier kommt im Ernstfall so schnell keiner raus.

Am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, soll dieser höchste Aussichtspunkt mitten im New Yorker Hafen nun wiedereröffnet werden. Ein Datum, so symbolisch wie das Monument selbst: Die Statue war ein Geschenk Frankreichs zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung 1876. Das Podest ist zwar seit 2004 schon wieder zugänglich, nach einer 20-Millionen-Dollar-Renovierung. Der Alkoven in der Krone blieb aber bisher versperrt. Der National Park Service ließ SPIEGEL ONLINE aber bereits jetzt die Treppenstufen hinauf steigen.

In 214 Kisten nach New York

Ein Küstenwachenboot namens "Lady Liberty III" befördert frühmorgens eine Handvoll Arbeiter und Angestellte des Park Service, des zuständigen Nationalpark-Amts, vom Battery Park an der Südspitze Manhattans herüber. Erster Zwischenstopp ist Ellis Island, bis 1954 Hauptanlaufpunkt für Einwanderer, heute eine Museumsinsel. Von dort sind es nur wenige Minuten bis zum Liberty Island, auf dem die Freiheitsstatue die einlaufenden Schiffe grüßt.

Diese Insel, damals noch Bedloe's Island genannt und Standort eines Forts, hatte der französische Bildhauer Frédéric Bartholdi 1871 beim ersten Ortstermin als Heimat seiner Mammutstatue auserkoren. Nach einigem Hin und Her und etlichen Fehlentwürfen - eine Version der Statue hielt die Fackel in der linken Hand - kam das Projekt schließlich in Gang.

Verlegerlegende Joseph Pulitzer sammelte einen Großteil der Gelder für den von den USA finanzierten, 50 Meter hohen Sandsteinsockel. Der Rest kam unter anderem durch Lotterien und einen Poesie-Wettbewerb zustande. Als das Podest 1886 fertig war, warfen die Maurer Silbermünzen in den noch feuchten Mörtel.

Die Statue selbst - 46 Meter hoch, 204 Tonnen schwer, "Schuhgröße 876" (Boch) - wurde in Paris montiert, dann wieder in 350 Einzelteile zerlegt und in 214 Kisten nach New York verschifft. Der rechte Arm samt Fackel war bereits 1876 zur amerikanischen Jahrhundertfeier nach Philadelphia gekommen. US-Präsident Grover Cleveland - der sich als Gouverneur der Finanzierung widersetzt hatte - eröffnete das Monument am 28. Oktober 1886.

"Machen Sie Pause, wenn Sie keine Luft mehr kriegen"

"Dieser Ort hat auch für mich eine sehr persönliche Bedeutung", sagt Darren Boch. "Meine Großeltern kamen in Ellis Island an, aus Sizilien und aus Deutschland. Die Statue war das Erste, was sie von ihrer neuen Heimat sahen." Vier von zehn Amerikanern, sagen sie hier, können ihren Stammbaum physisch an Ellis Island und "Lady Liberty" vorbeizeichnen.

Diese Erinnerungen finden sich heute in einem Museum im Sockel der Statue verewigt. Von dort geht's steil nach oben, Stufe für Stufe. Ein Parksanitäter gibt eine kurze Einweisung. "Passen Sie auf Ihren Kopf auf", sagt er. "Achten Sie, wohin Sie treten. Machen Sie Pause, wenn Sie keine Luft mehr kriegen."

Anfangs ist die Treppe noch breit, bald verengt sie sich, zum Schluss wird sie zur schmalen, steilen, schwindelerregenden Spirale. Langsam klettert man durchs Gerüst hoch, zwischen den tief im Fundament verankerten, gebogenen, gewundenen, kreuzvernieteten Stahlträgern hindurch, die die bronzene Außenhaut tragen wie eine überdimensionale Kuchenbackform.

Früher dauerte es zwei Stunden, bis man so die Spitze erreicht hatte, da sich Hunderte Besucher gleichzeitig in dem engen Aufstieg ballten. Wer einmal begonnen hatte, konnte nicht mehr zurück. "Das", erinnert sich Boch, "fanden nicht alle immer überwältigend."

Streit um die steile Siege

Im Gegenteil. Die Wiedereröffnung der Krone stieß auf heftigen Widerstand des Park Service. Bei einer Kongressanhörung 2007 sagte dessen Vizedirektor Daniel Wenk, Bartholdi habe seine Statue "nie als etwas beabsichtigt, das man besteigen könnte". Als die Statue 1933 in die Obhut des Park Service ging, hatte Liberty Island weniger als 200.000 Besucher im Jahr. 2006 waren es mehr als 2,5 Millionen - obwohl die Wendeltreppe der Statue, so Wenk, nur für Wartungspersonal gedacht sei, "nicht für andauernde, alltägliche Besteigung".

Die einzige Möglichkeit, den Aufstieg katastrophensicher zu gestalten, wäre nach Auffassung des Park Service ein neuer, 22-stöckiger Turm neben der Statue, mit einer Gangway an der Spitze. Das hält das Amt natürlich für "inakzeptabel". Doch der demokratische Kongressabgeordnete Anthony Weiner - der nächstes Jahr womöglich für das New Yorker Bürgermeisteramt kandidieren wird - trommelte unermüdlich für einen öffentlichen Zugang zur steilen Stiege.

Also wurde jetzt ein Kompromiss gefunden: Ab 4. Juli soll die Krone nur noch in Zehnergruppen erklommen werden können, die Teilnehmer werden per Online-Reservierung ausgewählt. "Das wird ein sehr intimes, sicheres Erlebnis", hofft Boch. "Wahllos zusammengewürfelte Leute, die beim Erklimmen über die Freiheit plaudern können."

US-Innenminister Ken Salazar verkündete die Wiedereröffnung der Krone Anfang Mai persönlich bei einer Visite auf Liberty Island. Zuvor hatte er selbst die 354 Stufen absolviert. Sein atemlos-begeistertes Fazit: "Phantastisch!"


spource:spiegel

Freitag, 22. Mai 2009

USA-URLAUB Gute Zeiten für Schnäppchenjäger



USA-URLAUB

Gute Zeiten für Schnäppchenjäger

Fallende Zimmerpreise in New York, Sieben-Tage-Kreuzfahrten für 300 Euro: Ein Urlaub in den USA ist so billig wie nie. Mit Rabatten und vielen kostenlosen Extras will die Branche In- und Ausländer zum Ausspannen verlocken - man muss die Schnäppchen nur aufspüren.

Miami - Ein umjubelter neuer Präsident, ein insgesamt verbessertes Image und ein weiter schwacher US-Dollar: In anderen Jahren wären das beste Voraussetzungen für einen internationalen Touristenansturm auf die USA. Doch die weltweite Rezession sorgt für das Gegenteil: 2009 erwarten die Vereinigten Staaten acht Prozent weniger Besucher aus dem Ausland, erklärte der neue Handelsminister Gary Locke jetzt bei der Reisemesse Pow Wow in Miami.

In der Krise liegt für viele Urlauber aber auch eine Chance: Um Flüge, Hotels, Kreuzfahrtschiffe und Freizeitparks zu füllen, bietet die Reisebranche in den USA so viele Sonderpreise wie selten zuvor.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis in den USA werde von deutschen Urlaubern derzeit "als unglaublich gut" wahrgenommen, lautet die Beobachtung von Tilo Krause-Dünow, Chef des Veranstalters Canusa und Vorstandsmitglied im deutschen Visit USA Committee (VUSA). "Immer öfter gibt es Extras wie das Frühstück, Abendessen oder Anwendungen im Spa-Bereich jetzt kostenlos dazu, besonders in den hochwertigen Hotels", sagte die Chefin von California Tourism, Caroline Beteta, in Miami.

Und auch die Kreuzfahrtreedereien gäben derzeit große Rabatte: Sieben Nächte an Bord mit allen Mahlzeiten seien nun für 350 bis 400 Dollar (umgerechnet 260 bis 300 Euro) zu haben. Da sei es "für viele Menschen sogar billiger, eine Kreuzfahrt zu machen, als zu Hause zu bleiben".

New Yorker Zimmerpreise gesunken

Ein "Jahr mit großen Sparmöglichkeiten" ist 2009 auch für George Fertitta, den Tourismuschef von New York City. Der "Big Apple" hatte in den vergangenen Jahren einen Besucherrekord nach dem anderen verzeichnet, was zu stark steigenden Hotelpreisen führte. Nun seien die Zimmer zum Teil um 20 bis 30 Prozent günstiger geworden, "obwohl die Auslastung der Hotels weiterhin hoch ist". Im Schnitt liege der Zimmerpreis nun bei 220 statt 280 Dollar pro Nacht.

Viel Zuspruch erhofft sich New York von der Sparaktion "The real deal", an der sich mehr als 90 Hotels, Museen, Theater und Ausflugsanbieter beteiligen: Wer touristischen Leistungen für zwei Personen online über das Portal www.nycgo.com bucht, bekommt für ein Ticket 50 Prozent Nachlass.

Miami dagegen wird eine Sommeraktion nach dem Motto "Vier Nächte bleiben, nur drei bezahlen" starten, kündigte Suzie Sponder vom regionalen Tourismusbüro während des Pow Wow an - "fast alle unsere Mitglieder machen mit". Die Großstadt in Florida hat in diesem Sommer besonders viele Betten zu füllen, nachdem durch Neueröffnungen und Erweiterungen rund 10.000 Hotelzimmer dazugekommen sind.

Ähnlich ist die Herausforderung für die Freizeitpark-Hochburg Orlando, wo nach Angaben des regionalen Tourismusverbandes derzeit Attraktionen und Hotels für 2,2 Milliarden Dollar (1,65 Milliarden Euro) im Bau sind.

Ausländische Besucher spielen auf dem US-Reisemarkt eine eher kleine Rolle - die meisten Urlauber stammen aus dem eigenen Land. Laut einer Prognose der US-Reisevereinigung werden die Amerikaner in diesem Sommer aber 7,2 Millionen Inlandsreisen weniger unternehmen als 2008: Statt 329,1 seien 321,9 Millionen Touren zu erwarten. In dieser Situation sind internationale Gäste umso wichtiger.

Als positiv dürften viele Besucher dabei die Benzinpreise in den USA empfinden, die im Sommer 2008 bei etwa 4 Dollar pro Gallone (etwa 3,78 Liter) lagen. In Minnesota zum Beispiel sind sie jetzt wieder bei 2,40 Dollar angekommen, erklärte Cheryl Offerman vom Tourismusamt des Bundesstaates. Mietwagen-Rundreisen seien bei den deutschen Veranstaltern derzeit auch besonders gefragt, sagte Krause-Dünow. Im Vergleich dazu seien die Wohnmobil-Buchungen etwas zurückhaltender, heißt es: Hier wirken die Benzinpreise von 2008, als viele Touristen mit ihren Reiseplanungen für 2009 begonnen haben, offenbar noch nach.

Weniger Geschäftreisende aus Deutschland

Bei den großen deutschen Veranstaltern lägen die Buchungen für 2009 überall im Plus, hat VUSA-Vorstand Krause-Dünow ermittelt. Dass es laut dem US-Handelsministerium im Januar und Februar dennoch einen Rückgang bei der Einreisezahl aus Deutschland um 12,1 Prozent gab, sei mit dem geringeren Geschäftsreiseverkehr zu erklären, sagte die deutsche VUSA-Präsidentin Rita Hille.

In der Haupturlaubszeit von Mai bis Oktober werde diese Statistik wieder anders aussehen: Die Urlauberzahlen glichen das Minus bei den Geschäftsreisenden dann aus. Dazu beitragen werde, dass Einkaufen in den USA weiterhin ein starkes Reisemotiv sei, "und auch der 'Obama-Effekt' hilft uns immer noch."

Ob das Interesse der Deutschen an USA-Urlaub auch 2010 stabil bleibt, ist aber schwer abzuschätzen. US-Handelsminister Gary Locke sieht die Zahl der internationalen Gäste insgesamt dann wieder mit drei Prozent im Plus. Die deutschen Veranstalter dagegen treibt die Frage um, ob der "Obama-Effekt" auch 2010 noch zu spüren ist und wie sich die steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland auswirkt.

Vergleichsweise günstig bleiben dürften viele Transatlantiktrips allerdings: Beim Pow Wow hätten die Anbieter jetzt mit Hotelketten gesprochen, "die ihre Preise für 2010 pauschal um mindestens zehn Prozent senken werden, und zusätzlich gibt es Angebote wie "Frühstück kostenlos" obendrauf", sagte Krause-Dünow. "Dinge, die bisher nie möglich gewesen sind, sieht man jetzt überall - von Hawaii bis Miami."


spurxe: spiegel


Donnerstag, 21. Mai 2009

GRENZKONTROLLE USA testen Finger-Scan bei Ausreise

GRENZKONTROLLE

USA testen Finger-Scan bei Ausreise

Online-Registrierung, Fingerabdruck und Foto - die USA machen ihren Gästen die Einreise nicht leicht. Jetzt will das Heimatschutzministerium auch beim Verlassen des Landes biometrische Daten einfordern. Zunächst werden zwei Verfahren in Atlanta und Detroit getestet.

Miami - Erst kamen die Fingerabdrücke und das Foto am Einwanderungsschalter, Anfang 2009 folgte die Online-Anmeldung Esta. USA-Reisende mussten sich in den vergangenen Jahren bereits an einige Änderungen bei der Grenzkontrolle gewöhnen.

Scan am Flughafen von Houston: Bald auch bei der Ausreise
Getty Images

Scan am Flughafen von Houston: Bald auch bei der Ausreise

Und die nächste Neuerung wird nach dem Willen der US-Regierung nicht lange auf sich warten lassen: Im Juni wird in Atlanta und Detroit 30 Tage lang das Scannen biometrischer Daten auch bei der Ausreise getestet.

Betroffen sind alle Passagiere, die keinen US-Pass besitzen. Binnen eines Jahres werde dann entschieden, welches von zwei Verfahren überall eingesetzt wird, kündigte Shonnie Lyon, Vizedirektor des Programms US-Visit im Heimatschutzministerium, auf der US-Reisemesse Pow Wow in Miami an.

Die Aktion in Atlanta und Detroit ist nicht die Erste ihrer Art. Schon in den Jahren 2004 bis 2007 gab es auf zwölf Flughäfen und in zwei Seehäfen einen Testbetrieb mit der Abgabe biometrischer Daten bei ausreisenden Gästen. Dieser habe jedoch Schwächen gehabt, sagte Lyon. Im neuen Anlauf sollen die Passagiere in Atlanta spezielle Kontrollstellen im Terminal durchlaufen, in Detroit dagegen werden die Fingerabdrücke erst unmittelbar am Flugsteig eingesammelt. Eines dieser zwei Verfahren soll später dauerhaft angewendet werden.

Formulare im Flugzeug trotz Esta

Der Sinn einer doppelten Abgabe von Fingerabdrücken liegt für Lyon auf der Hand: Anders als ein Name und eine Passnummer ließen sich die biometrischen Daten eines Menschen nicht fälschen. Ein Abgleich etwa der Fingerabdrücke von der Ein- und von der Ausreise biete daher eine Chance, sicherzustellen, dass kein Gast illegal in den USA bleibt.

Bisher ist es so, dass deutsche USA-Reisende einen Teil ihres I-94-Anmeldeformulars behalten, das meist während des Flugs über den Atlantik ausgefüllt wird. Dieser Abschnitt wird im Pass aufbewahrt und bei der Ausreise zum Beispiel einem Airline-Mitarbeiter wieder ausgehändigt. Dies würde sich mit dem neuen Verfahren erübrigen.

Dass das I-94-Formular im Flugzeug heute überhaupt noch ausgefüllt werden muss, ist aber gar nicht mehr vorgesehen. Denn wegen der seit Januar 2009 geltenden Verpflichtung für USA-Reisende, sich über das Esta-Verfahren online bei den Behörden anzumelden, liegen in den USA die persönlichen Daten einreisender Gäste in elektronischer Form ja bereits vor. Noch seien aber nicht alle technischen Probleme überbrückt, sagte die Direktorin des Esta-Programms, Beverly Good. Es werde wohl noch bis Anfang 2010 dauern, die Papiere loszuwerden.

Bislang ist die Esta-Anmeldung kostenlos. Sie gilt für zwei Jahre und kann von Bürgern aus 35 Ländern genutzt werden, die am "Visa Waiver Program" der USA beteiligt sind, darunter die EU-Staaten und die Schweiz. Wie lange die Esta-Nutzung gebührenfrei bleibt, ist im Moment aber unklar. Der Präsident der US-Reisevereinigung, Roger Dow, nannte in Miami eine mögliche Gebühr von zehn Dollar (7,50 Euro) pro Gast.

Dies sei wenig im Vergleich zu Visa-Gebühren von 130 Dollar, die zum Teil von den US-Konsulaten in aller Welt erhoben werden. Mit den Esta-Einnahmen könne unter anderem die US-Tourismuswerbung finanziert werden. Bedingung ist aber, dass der US-Kongress einem entsprechenden Gesetzesvorschlag zustimmt - und ob das geschieht, ist noch offen.

Einreisegenehmigung am Automaten

Eine ganz andere Art der Einreise in die USA könnte in Zukunft auch für deutsche Reisende möglich werden: die über das sogenannte Global-Entry-Program der US-Regierung. Dabei können sich US-Bürger ihre Einreisegenehmigung an Automaten auf dem Flughafen holen, was die Wartezeiten für sie deutlich reduzieren soll.

Die Teilnahme an dem Programm kostet 100 US-Dollar (75 Euro) für fünf Jahre. Sie steht seit April auch Reisenden aus den Niederlanden offen. Gedacht ist "Global Entry" vor allem für Vielflieger. Bislang lässt es sich bereits in New York, Houston, Washington, Miami, Atlanta, Los Angeles und Chicago nutzen. Bis zum Jahresende 2009 sollen weitere 13 Flughäfen überall in den USA an das Programm angeschlossen werden.

Welche Touristen und Geschäftsleute von "Global Entry" profitieren können, steht allerdings noch nicht fest. Dies hänge von den Verhandlungen einzelner Länder mit der US-Administration ab, sagte Roger Dow. Der Reisefunktionär ließ aber keinen Zweifel daran, welche weiteren Länder er möglichst schnell gerne bei "Global Entry" dabei hätte - neben Großbritannien und Japan nannte er auch Deutschland.


source: spiegel

Mittwoch, 20. Mai 2009

US-Präsident besucht am 4. Juni Dresden Obama-Besuch kostet 40 Millionen Euro

US-Präsident besucht am 4. Juni Dresden Obama-Besuch kostet 40 Millionen Euro

Sachsens Landeshauptstadt steht Kopf! Am Donnerstag, dem 4. Juni, wird US-Präsident Barack Obama (47) in Dresden erwartet. Barack Obama, seine Frau Michelle (45) und ein Heer von Sicherheitsbeamten.

Der mächtigste Mann der Welt – in Sachsens Landeshauptstadt will er sich auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (54) treffen.

Mit Hochdruck bereitet sich Dresden auf den hohen Staatsgast vor. Aktueller Stand: mindestens 138 Hundertschaften der Polizei sind im Einsatz, darunter auch Polizei-Schüler. Der größte Einsatz, der je in Dresden stattgefunden hat!

Es gilt höchste Sicherheitsstufe! Die Polizeidirektion Dresden hat für ihre Beamten absolute Urlaubssperre erteilt.

Wohnen wird der US-Präsident im edlen Grand Hotel Kempinski Taschenbergpalais, ganz in der Nähe von Frauenkirche und Zwinger. Allein rund um Obamas Hotel sind 800 Personen im Einsatz.

Aus Hubschraubern wurde die Infrastruktur der einst königlichen Residenz als Basis zur Planung der Fahrtstrecken aufgenommen. Mit den Aufnahmen baut der Secret Service die Innenstadt nach, um so das Sicherheitspersonal richtig einzusetzen. Kalkuliert werde sowohl eine Fahrt mit Limousinen als auch ein Transport mit Hubschrauber vom Flughafen, wo die Air Force One landen wird, sagte ein Polizeisprecher: „Wo wird er essen, wo geht er hin – alles ist noch offen. Abgesperrt wird weiträumig, egal, ob er die Frauenkirche und den Zwinger besichtigt.“

In der gesamten Altstadt wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Schon jetzt hat die Stadt eine Internetseite (www.obama.dresden.de) eingerichtet, die über den Besuch informiert.

Das genaue Besuchsprogramm wird vermutlich erst dann bekannt gegeben, wenn der Secret Service in Dresden aufschlägt – etwa zehn Tagen vor dem Besuch.
Dresdens Krankenhäuser bereiten sich vor: Für die Zeit, in der sich Barack Obama in der Stadt befindet, müssen für den Ernstfall in jedem medizinischen Fachbereich ein OP-Saal, ein Krankenzimmer und ein Ärzteteam bereitstehen. Außerdem müssen an allen Plätzen, die das Präsidentenpaar besucht, vier Liter Blut der entsprechenden Blutgruppe bereitgehalten werden.

Wie teuer wird der Obama-Besuch? Nach BILD.de-Informationen soll der gesamte Einsatz ca. 30 Millionen Euro kosten. Insider rechnen sogar mit mehr als 40 Millionen Euro. Bund und Land teilen sich die Kosten. Dresden bezahlt nichts.

Dresden steht Kopf – und das nur für einen Tag! Schon am Freitag, dem 5. Juni wird Barack Obama nach Thüringen weiterreisen. In Buchenwald will er das ehemalige Konzentrationslager besuchen. Sein Onkel Charlie Payne war als US-Soldat einer der Befreier des Lagers.
Am 6. Juni reist der US-Präsident nach Frankreich, wo er am 6. Juni an der Zeremonie zum 65-jährigen Gedenken an den D-Day in der Normandie teilnehmen will.


source: bild


Freitag, 15. Mai 2009

USA Angebotsalarm bei Flugticketpreisen So billig fliegen Sie nie wieder!

Airlines mit Sonderangeboten: Wegen der Finanzkrise sind Preise für Flugtickets total günstig

Angebotsalarm bei Flugticketpreisen So billig fliegen Sie nie wieder!

Am Himmel tobt der Preiskampf! Wegen der Finanzkrise bleiben viele Flieger leerer als sonst. Deshalb werben die großen Airlines derzeit mit echten Kracher-Angeboten um Passagiere. Wer jetzt spontan bucht, kann richtig sparen.

Beispiel New York: Auf der beliebten Strecke in die US-Metropole überbieten sich die Fluggesellschaften gegenseitig mit Sondertarifen. 279 Euro kostet das Ticket für Hin- und Rückflug (inklusive aller Steuern und Gebühren) ab Frankfurt bei Singapore Airlines. Der absolute Preis-Wahnsinn!

Mehr zum Thema
Die besten Ticket-Angebote

Mit Singapore Airlines geht's derzeit so günstig wie noch nie nach New York. Hin- und Rückflug ab Frankfurt kosten 279 Euro (inklusive Steuern und Gebühren). Das Angebot ist von Freitag, 15. Mai bis Sonntag, 17. Mai (24 Uhr) buchbar. Reisezeitraum bis 30. Juni.


Air France bietet den Trip nach New York, beispielsweise ab Hamburg über Paris, ab 330 Euro. Und selbst die Kraniche der Lufthansa bringen Sie derzeit für günstige 369 Euro ab München in den Big Apple. So günstig flog man schon lange nicht mehr nach New York.

Champagner, 3-Gänge-Feinschmeckermenü und die Beine im Flieger mal so richtig ausstrecken? Selbst den fürstlichen Service der Business-Class gibt's jetzt oft soooooo viel günstiger.

Der Grund, na klar, wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise bleiben die sonst vor allem von Firmen gebuchten teuren Sitze immer häufiger leer. Wer es sich also leisten kann, und den Unterschied zwischen Himmel und Holzklasse erleben will, sollte die Sparangebote der Airlines jetzt nutzen.

British Airways verscherbelt nicht verkaufte Business-Class-Plätze sogar kurz vor Abflug beim Check-In für einen geringen Aufpreis.

Tipp: Vor Abflug am Flughafen-Schalter der jeweiligen Airline einfach nach günstigen Upgrades in die höhere Serviceklasse fragen und gucken was möglich ist. Mehr als ein charmantes „Nein“ kann Ihnen nicht passieren.

Mehr aktuelle Hammer-Angebote der Airlines finden Sie gleich oben

source: bild

Werbevideo: Stewardessen nackt - doch hübsch bemalt

Werbevideo: Stewardessen nackt - doch hübsch bemalt

http://www.spiegel.de/video/video-1002351.html

Reich und schön - so präsentiert sich Palm Beach in Florida trotz Rezession.

LUXUSRESIDENZ PALM BEACH

Krisenboykott im Reichenrefugium

Reich und schön - so präsentiert sich Palm Beach in Florida trotz Rezession. In dem Millionärsort geht es so pompös und selbstverliebt zu wie eh und je. Doch hinter den Kulissen brodelt es: Seit Milliardenbetrüger Madoff hier zugeschlagen hat, spürt auch das VIP-Refugium die Finanzkrise.

Palm Beach - Rezession? Welche Rezession? Jeff Cloninger hat keine Sorgen, dass ihn der Abschwung je ernsthaft einholt. "Es wird immer Leute mit Geld geben", sagt er, und seine hellblauen Augen funkeln. "Und die werden immer nach Palm Beach kommen."

Cloninger, 49, empfängt den Besucher in seinem von Licht durchfluteten Büro. Er thront hinter einem enormen Marmorschreibtisch, den er mit Muscheln und polierten Kieselsteinen dekoriert hat. An der Wand hängen Großaufnahmen von Luxusvillen: Traumhäuser unter Palmen, mit Pools, Terrassen, Tennisplätzen und Privatstränden.

Das ist Cloningers Geschäft: das Vermitteln solcher Nobelimmobilien. Und zwar nicht irgendwo, sondern in einem der exklusivsten VIP-Refugien Amerikas - Palm Beach in Florida, einer durch Brücken mit dem Festland verbundenen Millionärsexklave. "Paradise Island" nennen es die rund 10.000 Bewohner auch.

Tatsächlich ist Palm Beach eine der letzten Ecken der USA, wo die Rezession fern zu sein scheint: keine Arbeitslosigkeit, keine Armut, keine Kriminalität. Es ist die einzige Stadt im US-Bundesstaat Florida, in der jeden Tag die Mülleimer geleert und die Straßen gefegt werden. "Für mich", sagt Cloninger, der seit 15 Jahren hier wohnt, "ist dies der begehrenswerteste Ort zum Leben."

Und zum Geldverdienen - vor allem mit Immobilien. Die schmale Halbinsel - Atlantik auf der einen Seite, die Lake-Worth-Lagune auf der anderen - hat zwar nur 17 Prozent der Fläche Manhattans und nicht mal ein Prozent seiner Bevölkerung. Doch das jährliche Pro-Kopf-Einkommen fällt nach Angabe der US-Volkszählungsbehörde mit rund 110.000 Dollar mehr als doppelt so hoch aus. "Die Leute in Palm Beach stufen sich selbst danach ein, wie viel Geld sie verdienen", weiß Ortskenner Laurence Leamer. "Selbst die ärmsten Einwohner scheinen alles zu haben."

"Der letzte Ort, der die schlechten Zeiten spürt"

In den Stuckpalästen am Ocean Boulevard tummeln sich die Superreichen: Das hier residierende Vermögen wird auf insgesamt 110 Milliarden Dollar geschätzt. Inoffizielles Stadtoberhaupt ist Donald Trump, der sich einen illustren Hofstaat hält - darunter Parfummogul Ronald Lauder, Investor Ron Perelman, Diät-Witwe Veronica Atkins, Bestseller-Fabrikant James Patterson, Republikaner-Sprachrohr Rush Limbaugh, Sänger Rod Stewart und die Kennedys.

Und über Jahre wuchs Palm Beachs Immobilienmarkt auch fleißig weiter: Der Durchschnittspreis einer Villa ist seit 2004 von 2,2 Millionen Dollar auf zuletzt fast 3,9 Millionen Dollar angestiegen.

"Wir sind beschäftigt", beteuert Cloninger, die Frage nach den Folgen der Rezession gleich vorwegnehmend. "Wegen des enormen Wohlstands sind wir von den harschen wirtschaftlichen Realitäten isolierter als andere." Gelassen fügt er hinzu: "Palm Beach ist der letzte Ort, der die schlechten Zeiten spürt - und der erste, der sich wieder erholt."

Cloninger ist der beste Repräsentant für die Sonnenscheinstimmung. Sein Teint ist gut gebräunt, er trägt ein offenes Hemd, das zur Farbe seiner Augen passt. Die sockenlosen Füße stecken in Gucci-Slippern. "Wir fahren selten Auto", sagt er über seine Familie. "Wir springen aufs Boot oder in den Privatjet."

Selbst Dienstleister leben hier eben gut. Häuser werden zu 99 Prozent bar bezahlt, "Hypotheken nimmt keiner auf", sagt Cloninger - einer der Gründe, weshalb Palm Beach bisher so wenig litt. Und selbst wenn die Rezession den einen oder anderen Millionären treffe: "Die sind kaum arm, wenn das Vermögen von 400 auf 320 Millionen Dollar schrumpft. Bei McDonald's wird von denen keiner arbeiten müssen." Die Schnellimbisskette gibt es im Ort sowieso nicht.

Die "Goldküste" verliert an Glanz

Doch selbst Cloninger gibt zu, dass nicht alles glänzt an Floridas "Goldküste". Er zieht den Evans Report hervor, die Bibel der Makler dort. 2004: 298 verkaufte Einfamilienhäuser. 2008: 104 verkaufte Einfamilienhäuser - ein Minus von 65 Prozent. Immerhin: Darunter waren drei große Brocken für 95 Millionen Dollar, 81,5 Millionen Dollar und 68,5 Millionen Dollar.

"Ich verkaufe weniger, und es dauert länger", sagt Cloninger mit gespielter Pein. Der Beweis findet sich draußen, in den stillen Straßen. Hier stecken überall Metallschildchen in den Vorgärten: "For Sale". Sie sind so klein und diskret, dass sie nur erkennt, wer danach sucht. Die amtliche Mindestgröße legt fest, dass die Plakette nicht größer als 10 mal 15 Zentimeter messen darf.

Denn Diskretion ist in Palm Beach Ehrensache. Anders als Cloninger, der freudig Rede und Antwort steht, geben sich die offiziellen Ortsvorsteher zugeknöpft - gerade in diesen Zeiten, wo Reichtum plötzlich einen Ruch hat.

Von Madoff will hier keiner etwas wissen

Bürgermeister Jack McDonald, um eine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage gebeten, spricht nach Auskunft seiner Assistentin Sarah Hannah prinzipiell nicht "mit auswärtigen Reportern". Sie leitet die Anfrage gerne an den Stadtrat weiter: "Ich glaube aber nicht, dass irgendeiner der Amtsträger in der Lage sein wird, Ihnen zu helfen."

Die Tagesordnung des Stadtrats, der in der Town Hall im Kolonialstil tagt, offenbart jedenfalls krisenfremde Idylle: Küstenschutz, Architekturfragen, Wildkatzen-Management. Derweil widmet sich die Hauptschlagzeile der "Palm Beach Post" an diesem Tag dem mysteriösen Gifttod von 21 Polopferden hier.

Von der Town Hall sind es nur wenige Schritte zur Worth Avenue - der Shopping-Meile von Palm Beach. Auf den drei Straßenblocks ballt sich mehr Luxus als auf drei Kilometern Fifth Avenue in New York. Saks, Neiman Marcus, Louis Vuitton, Tourneau, Valentino, Cartier, Escada, Brooks Brothers, Armani, Hermès, Tiffany, Gucci, Chanel, Polo Ralph Lauren - das Ganze wird gesprenkelt mit Vier-Sterne-Restaurants, Kunstgalerien und - selbstverständlich - Immobilienagenturen: "Vier Schlafzimmer, sechs Badezimmer, mit Blick auf den Sonnenuntergang, 5,9 Millionen Dollar, inklusive Weinkeller für 700 Flaschen."

Die Auslagen strotzen vor Pelzen, Diamanten, Antiquitäten. Doch die Geschäfte sind so leergefegt wie die Straße selbst - Zufall oder Symptom? Vor dem Juwelier HT Stuart langweilt sich ein Wachbeamter. Ein Rentnerpaar ächzt aus einem Jaguar und wackelt zum "Lunch Special" in "Victor's Cafe".

Ein Bekleidungsgeschäft trägt den trefflichen Namen "Trillion" (Billion). Auch hier steht die Bedienung herum, während ein fein frisierter echter Pudel mit einem Plüschpendant spielt. "Die Leute kaufen weniger", räumt die Verkäuferin ein, verweigert aber ihren Namen. Den Kundenmangel begründet sie mit der Hitze.

Spielweise des Milliardenbetrügers

"Trillion" hat noch ein anderes Problem: Es war ein Lieblings-Shop des Milliardenbetrügers Bernard Madoff. Und dessen Namen darf man in Palm Beach nicht mehr laut sagen - er ist zum Paria geworden, zum Unaussprechlichen.

Dabei kennt ihn jeder. Madoff war eine Art Ehrenbürger, lebte förmlich im Country Club, besaß ein 9,4-Millionen-Dollar-Ferienhaus am Wasser.

Hier im Millionärsrefugium fand Madoff auch seine arglosesten Opfer: im Golfclub, beim Dinner, auf Cocktailpartys. Halb Palm Beach habe seine Lebensersparnisse an ihn verloren, wird gemunkelt. Die Madoff-Klientenliste des Gerichts jedenfalls verzeichnet allein unter dem Buchstaben "A" 31 Adressen aus Palm Beach. "Hurrikan Madoff", sagen sie hier auch.

Wer das anspricht, merkt, dass der ganze Ort vor Scham und Wut erstarrt ist. "Madoff", sagt eine alte Dame an der Promenade und spuckt förmlich aus. "Möge er in der Hölle schmoren."

Wo Madoff seine letzte Hose in Freiheit kaufte

Bei "Trillion" hat Madoff einen seiner letzten Einkäufe in Freiheit getätigt: eine Kaschmirhose für 2000 Dollar. Da seine Größe nicht vorrätig war, sollte sie eigens aus Italien importiert werden. Doch als Besitzer David Neff Madoffs Kreditkarte schließlich belasten wollte, war sie bereits gesperrt - und Madoff verhaftet. Seitdem, sagte Neff der "Times", blieben auch die meisten Stammkunden aus - viele stünden dank Madoff vor der Pleite.

"Ich kenne Madoff nicht", murrt auch der sonst so blendend gelaunte Jeff Cloninger. "Und ich bin's leid, über ihn zu sprechen." Madoff ist schlecht fürs Geschäft, genauso wie das Gerede von der Rezession. Lieber redet Cloninger also von seinen Kunden. "Ich habe jetzt sogar zwölf aus Deutschland", sagt er. Die Deutschen liebten die Sauberkeit und Ordnung in Palm Beach. "Meist kommen sie aus Hamburg, neuerdings auch Düsseldorf."

Zumindest damit liegt er wohl richtig: Es wird immer Leute mit Geld geben, und sie werden immer nach Palm Beach kommen.


source: spiegel