Samstag, 9. Mai 2009

Ostkanada Hummer zum Frühstück

Sanddünen statt Berge, Lobster statt Elche: Prince Edward Island hat 800 Kilometer Strand und den besten Hummer der Welt.
Von FOCUS-Online-Autorin Michaela Strassmair
peterschatz.com
Idylle auf PEI: Fischerboote im Hafen von Rustico
Er quietscht und ruckelt, der alte Pick-up mit der Aufschrift „Traveling Man“. Die Fahrertüre ächzt und heraus springt Allan. Mit Fingerhandschuhen aus dicker, weißer Wolle rückt er seine Baseballkappe zurecht und schnappt sich eine der Fallen, die sich auf seinem Pick-up türmen. 300 Fallen will Allan bis abends abgeladen haben. Jede einzelne hat er von Hand gezimmert und mit Netzen bespannt. Allan Coady ist Hummerfischer auf Prince Edward Island, der kleinen Atlantikinsel vor der Ostküste Kanadas, angrenzend an die Provinzen Neufundland, New Brunswick und Nova Scotia.

Kein Ort mehr als 16 Kilometer vom Meer entfernt


PEI heißt die Abkürzung für die halbmondförmige Insel. Im kanadischen Slang wird das kaugummiartig gezogen und klingt ausgesprochen nach etwas Unappetitlichem aus der Babysprache – wie „pih-ii-ei“. Derweilen ist die 250 Kilometer lange Insel im Sankt-Lorenz-Golf alles andere als unappetitlich. Gourmets aus aller Welt läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn der Wonnemonat Mai beginnt. Denn dann startet die Hummersaison auf PEI, die bis Ende Juni dauert. Neben dem Anbau von 1300 Millionen Tonnen Kartoffeln (ein Drittel der kanadischen Kartoffelernte) zählt die Fischerei zu den Haupteinnahmequellen der rund 140 000 Einwohner von PEI. 30 Sorten Fische, vom Hering bis zu riesigen Thunfischen, Meeresfrüchte, Zuchtmuscheln und Malpeque-Austern leben rund um die Insel. Und natürlich der König der Gewässer, der Hummer. Er ist es gewesen, der Allan auf die Insel zog.

Von der Ölplattform aufs Fischerboot


20 Jahre arbeitete Allan Coedy auf einer Ölplattform in der westlichen Prärieprovinz Alberta. Bis sein Schwiegervater nach einem Nachfolger rief. Allan fuhr mit einem Truck, seiner Frau und den beiden Kindern sieben Tage lang quer durch Kanada. Und lernte vom Schwiegervater auf PEI die Techniken des lukrativen Hummerfischens: In den 1,30 Meter langen Holzfallen werden drei Makrelen aufgespießt. Durch zwei wadengroße Löcher im Netz können die Lobster auf beiden Seiten zum Köder hinein- und theoretisch auch wieder hinauskrabbeln. „Aber wenn einer drinnen frisst, dann drängen die anderen auch rein und wollen was von den Makrelen abbekommen“, sagt Allan. Zehn Hummer, dann schnappt die Falle zu.

Kniehoch am Meeresgrund


Über eine bewegliche Ebene rutschen die blau-grau-violett-grünen Tiere in den Teil des Hummerkorbs, aus dem es kein Entkommen mehr gibt. Bis Allan kommt. Um 4.50 Uhr morgens knattert der kräftige Mittfünfziger mit dem Fischerboot fünf Kilometer ins Meer hinaus zu seinen gelb-roten Bojen. Aus drei bis vier Metern Tiefe hievt Allan die Hummerkörbe an Bord, schüttet die lebendigen Tiere zu einem Berg auf, lässt die Fallen wieder hinunter auf den felsigen Grund und tuckert zurück in den Hafen. Nach 24 Stunden fährt er wieder hinaus, um erneut fette Beute an Bord zu ziehen. „Manchmal sind es so viele, dass sie sich einen halben Meter hoch am Meeresboden stapeln – das will man nicht glauben, wenn man es nicht gesehen hat“, sagt Allan und klatscht sich vor Freude mit der flachen Hand auf die Schenkel.

Ein Kilogramm Hummer verkauft er durchschnittlich für 3,50 Euro – an Restaurants, Händler, Geschäfte, Privatleute und Touristen. „Aber nur gegen Cash“, sagt er und lacht herzlich, schallend und laut, wie es einem mit irischen und schottischen Wurzeln in die Wiege gelegt ist. Bis zu vier Kilogramm bringen Allans Hummer auf die Waage, dann sind die Tiere mit dem Chitinpanzer ungefähr acht Jahre alt. „Hummer können uralt werden, bis zu 100 Jahre“, raunt Allan. Die Kleinen wirft er zurück ins Wasser, zur Sicherung des Bestandes.
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In den vielen kleinen Buchten auf PEI gibt es auch viele Leuchttürme
Im Gegensatz zu anderen Regionen scheint das vor PEI zu funktionieren. Jeder Fischer braucht eine Lizenz und darf maximal mit 300 Fallen arbeiten. „Hier vor der Nordküste der Insel ist das beste Lobstergebiet der Welt wegen der speziellen Wassertemperaturen des Golfstroms“, schwärmt Allan, „das haben Wissenschaftler herausgefunden“. Von den alten Insulanern hat er erfahren, dass Hummer in den 1950er-Jahren den Tieren als Fraß vorgeworfen wurde – „damals war Lobster eher Abfall und keine Delikatesse“.

800 Kilometer Strand


Mit dem Imagewandel des Hummers hin zum Luxusgut sind auch die Touristen gekommen. Viele aus China und Japan. Seit 1997 ist die Anreise nicht mehr so umständlich, PEI ist einfacher zu erreichen: Eine 13 Kilometer lange Pfeilerbrücke übers offene Meer verbindet das Festland bei New Brunswick mit der Insel. Die Touristen lieben nicht nur das zarte Hummerfleisch, die 25 Golfplätze in der sattgrünen Natur, die verschlafenen Fischerdörfer, Leuchttürme und das Leben ohne Hektik und Hupen, sondern auch die 40 einsamen Strände. 800 Kilometer Strand schlängeln sich um PEI.

Der Sand ist mal weiß, mal rosa, die Sanddünen goldfarbenen, mancherorts eingerahmt von roten Klippen. Stets getreu dem Inselmotto: „Jede Meile ein Strand, jeder Strand eine Meile“. Und baden lässt es sich dort auch – ab Juni. Dem Golfstrom sei Dank, er bringt im Sommer Wassertemperaturen um die 21 Grad Celsius.

Wenn der Hummer am Finger hängt


Warmes Wasser mögen auch die Hummer gerne. „Im Mai sind sie noch weit draußen und bewegen sich in Zeitlupe. Im Juni aber kommen sie näher ans Ufer, weil das Wasser dort wärmer ist, und da darfst du deine Hand nicht in die Falle halten“, erklärt Allan. Schnapp. Ist der Finger erst in einer Schere eingezwickt, „tut es verdammt weh, und du musst die Schere abbrechen, denn der Hummer lässt nicht los“. Nicht mal bei einem Mann im Holzfällerhemd. Allan muss Gummibänder um die Scheren seiner Lobster wickeln, eine kniffelige Arbeit. Sonst sind sie unverkäuflich.

Unverkäuflich? Bislang hat Allan all seine gefangenen Hummer wie warme Semmeln verkauft. „Viele auch an Touristen, die schon morgens mit uns hinausfahren, um beim Fang dabei zu sein oder sich ihren eigenen frischen Hummer kochen wollen.“ Er selbst nimmt nur samstags zwei Lobster mit nach Hause. Nach welchem Rezept bereit der Fischer sie zu? „Einfach kochen“, schmunzelt Allan. „22 Minuten, und sie schmecken himmlisch.“

source: focus

Freitag, 8. Mai 2009

US-Immobilien Der Tiefpunkt scheint erreicht

US-Immobilien

Der Tiefpunkt scheint erreicht

Zaghafte Hoffnung keimt auf: Dreht der US-Häusermarkt? Die Lichtblicke mehren sich. Doch eine wirkliche Wende ist erst 2011 in Sicht.
Von FOCUS-MONEY-Redakteur Christian Bieker
Regierung - US-Konjunkturpaket tritt heute in Kraft
dpa
Marktbeobachter sehen erste Hoffnungszeichen
Es war die Party des Jahrhunderts. Der Wert von Häusern explodierte in einigen Regionen um 30 Prozent pro Jahr. Makler verkauften selbst Bruchbuden zu horrenden Summen. In Boomtowns wie Miami stiegen die Preise von Januar 2000 bis Dezember 2006 fast um das Dreifache. Niedrige Zinsen und gierige Banken lockten finanzschwache Käufer – ein scheinbar endlos drehendes Glücksrad. Jene zwei Drittel US-Bürger, die in den eigenen vier Wänden wohnten, fühlten sich wie Goldminenbesitzer. Sie beliehen ihr Haus für Urlaube und Autos.

Die Blase platzte vor zwei Jahren – und riss die Welt in den Abgrund. Finanzjongleure hatten die windigen Hypotheken zu Wertpapieren verpackt und rund um den Globus verteilt. Der US-Häusermarkt war der erste Dominostein, der alles ins Wanken brachte: die Banken, die Börsen, die Industrieproduktion, den Welthandel. Um 30 Prozent haben sich US-Immobilien seit Mitte 2006 im Schnitt verbilligt. Nun keimt erstmals Hoffnung: Die Schockwellen, die aus dem Epizentrum der Finanzkrise um den Globus jagen, schwächen sich offenbar ab. „Erstmals verlangsamt sich das Tempo des Preisverfalls“, meldete vergangene Woche die Rating-Agentur S&P, die den führenden Case-Shiller-Hauspreisindex ermittelt.

Verlangsamter Preisverfall


Zwar rutschten die Immobilienwerte nach den neuesten Zahlen auch im Februar gegenüber Januar ab – um 2,2 Prozent. „Aber zum ersten Mal seit Oktober 2007 markiert der Index gegenüber dem Vorjahr keinen Rekordverlust mehr“, erläuterte David Blitzer, Vorsitzender des Index-Ausschusses von S&P. Der Preiseinbruch hatte im Januar im Jahresvergleich noch 19 Prozent betragen – im Februar schwächte sich das Minus in den zwanzig wichtigsten Ballungsräumen auf 18,6 Prozent ab. „Wir brauchen aber einige Monate, um zu sehen, ob die Häuserpreise endgültig drehen“, sagte Blitzer.
Hauspreis-Entwicklung in US-Ballungsregionen (Februar 2009)

BallungsraumVeränderung Vorjahr in ProzentVeränderung Vormonat in Prozent
Phoenix-35,2-1,6
Las Vegas-31,7-3,6
San Francisco-31,0-3,3
Miami-29,5-3,0
Los Angeles-24,1-2,0
Detroit-23,6-3,8
Chicago-17,6-3,4
New York-10,2-1,6
Boston-7,2-1,3
Dallas-4,5-0,3
Stand: Mai 2009Quelle: S&P Case-Shiller

Die Nachricht vom gebremsten Fall ist nicht der einzige Hoffnungsschimmer. Nach Zahlen des US-Maklerverbands NAR zogen die Durchschnittspreise zuletzt sogar an. Von Februar auf März kletterte das Niveau landesweit um 4,2 Prozent. Auch die Zahl der verkauften Häuser und die der neu beantragten Hypotheken stieg. Der Rückstau an Objekten, die zum Verkauf stehen, ging im März dagegen um 1,6 Prozent auf 3,74 Millionen zurück, gegenüber März 2008 sogar um neun Prozent. Positiv entwickelte sich auch die Leerstandsrate.
„Die gefallenen Preise locken Erstkäufer“, meldete die „New York Times“. Mehr als die Hälfte der Neubesitzer greifen zum ersten Mal zu. Angesichts der Niedrigzinsen können sich immer mehr Mieter eine Immobilie leisten. Hinzu kommt der staatliche Steuerbonus in Höhe von 8000 Dollar. Seit Anfang der 90er-Jahre waren Häuser in den USA für Normalverdiener nicht mehr so erschwinglich.

„Der Kundenverkehr bei unseren Mitgliedern nimmt spürbar zu“, berichtet Lawrence Yun, Volkswirt der NAR. Die Organisation strahlt landesweit Radiospots aus, die ein Ende der Krise verkünden: „Was machst du denn da, Schatz?“, fragt eine Frau ihren Mann, der im Garten gräbt. „Ich suche den Boden.“ Als er mit dem Spaten den unterirdischen Schlauch der Sprinkleranlage durchschlägt, lacht die Frau höhnisch. Die Botschaft ist klar: Wer zu lange auf den Tiefpunkt wartet, steht bald im Regen.

Klopfen im Keller


Die Immobilienhändler versuchen, den Markt hochzureden – die wahre Lage bleibt aber brisant. Die jüngsten Erfolgsmeldungen sind ein Lebenszeichen, ein Klopfen im Keller – aber noch keine Wende. Der Abschwung verliert in Teilen des „Sun Belt“ an Fahrt, also in den Sonnenstaaten Kalifornien, Florida, Nevada und Arizona, die bisher am stärksten litten. Die drei Städte mit dem größten Preisverfall im Jahresvergleich liegen zwar weiter im Südwesten und Westen – Phoenix (-35 %), Las Vegas (-32 %) und San Francisco (-31 %).

>Das Tempo des Einbruchs schwächte sich aber im Februar ab. Viel heiße Luft ist hier schon entwichen. In Arizonas Wüstenmetropole Phoenix, der fünftgrößten Stadt der USA, halbierten sich die Preise seit Ende 2006. Ein Eigenheim kostet im Schnitt nur noch zwölf Prozent mehr als zu Beginn des Booms. „Die Häuserverkäufe bewegen sich vor allem in den am härtesten getroffenen Regionen nach oben“, beobachtet Mark Vitner, Ökonom der US-Bank Wachovia.
Dafür frisst sich die Krise auf die andere Seite des Kontinents vor. Der Nordosten der USA galt lange als stabil. Im Februar zählten aber New York und Washington zu den vier Ballungsräumen, in denen sich der Preisverfall beschleunigte. Beide Städte hatten bisher am wenigsten gelitten – das Preisniveau liegt noch 70 Prozent über dem Jahr 2000. Doch seit viele Banker ihre Jobs an der Wall Street verlieren, steigt der Druck auch in diesem Landesteil: Während im März im Westen der USA im Jahresvergleich 22 Prozent mehr Häuser einen Käufer fanden, brach das Geschäft im Nordosten um 20 Prozent ein.

Fast die Hälfte der Objekte, die landesweit auf den Markt kommen, stammt aus Notverkäufen. Diese Flut drückt die Preise. Wann sich der Markt stabilisiert, hängt davon ab, wie viele Häuser noch unter den Hammer kommen. Die gute Nachricht: Die Zwangsvollstreckungennehmen seit Sommer 2008 ab, von 668 000 auf 630 000 Ende 2008. Die schlechte Nachricht: Die Zahlen sind durch ein Moratorium für Zwangsverkäufe der staatlichen Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verzerrt. Der Aufschub, den auch Großbanken ihren Kunden gewährten, lief zum 1. April aus. Ein Gutteil der Stabilisierung am Häusermarkt sei „auf den Vollstreckungsstopp zurückzuführen“, warnt die Investmentbank Goldman Sachs.

Denn das Heer der Hausbesitzer, die ihre Schuld nicht mehr bedienen können, schwillt weiter an. Im Februar waren 3,2 Millionen Hypothekenzahler mindestens 60 Tage in Verzug – 13 Prozent mehr als Ende 2008. Früher verloren säumige Eigentümer schnell ihre vier Wände. Inzwischen vergehen Monate, weil Banken eine Umschuldung versuchen. Im März legte Präsident Barack Obama ein Programm in Höhe von 75 Milliarden Dollar auf, das die Hypotheken notleidender Hausbesitzer bezuschusst. Das Hilfspaket werde „die Kredite von Millionen Familien umfinanzieren, die mit ihren Darlehen unter Wasser oder kurz davor sind“, versprach Obama. Für rund acht Millionen Besitzer hat das Verfahren allerdings kaum Sinn, weil auf ihrem Haus höhere Schulden lasten, als es noch an Wert hat.

Wende am Arbeitsmarkt


Die Hängepartie bis zum Notverkauf birgt aber Gefahren. „Es besteht das Risiko, dass einige Zwangsvollstreckungen nur aufgeschoben sind“, warnt Immobilienexperte Alec Phillips von Goldman Sachs. Beispiel Kalifornien: Die Zahl der nicht mehr bedienten Hypotheken erhöhte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent, die Notverkäufe sanken aber um fast acht Prozent. Wenn kein Wunder passiert, wird diese aufgestaute Verkaufswelle den Markt im Sommer erreichen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat bereits einen neuen Vollstreckungsstopp erlassen, der Ende Mai für 90 Tage in Kraft tritt. „Wir bezweifeln, dass der Häusermarkt entscheidend dreht, bevor sich nicht die Arbeitslosenzahlen verbessern“, sagt Wachovia-Ökonom Vitner. Die Beschäftigung werde in den USA aber bis Mitte 2010 fallen. „Wir sehen keine echte Stärke auf dem Immobilienmarkt vor dem Jahr 2011.“

Mythos Immobilie


Warum sich Häuser in den USA überhaupt verteuern sollen, hinterfragt der Yale-Professor Robert Shiller in seinem 2008 erschienenen Buch „Subprime Solutions“. Shiller erfand den maßgeblichen S&P-Case-Shiller-Häuserindex. „Die jüngste Blase stützte maßgeblich den Glauben an den Mythos, dass Immobilienpreise steigen müssen, weil Bevölkerung und Wirtschaft wachsen und die Ressource Land beschränkt ist.“ Tatsächlich seien Häuser Gebrauchsgegenstände. Ihr Wert sinke wie der aller Produkte, die dem technischen Fortschritt unterliegen. Bautechnik und Materialien veralten. Und Zement, Glas oder Arbeitskraft seien fast unbeschränkt vorhanden – und damit der Nachschub an modernen Eigenheimen.

Shillers Erklärung für die wiederkehrenden Immobilienblasen ist bestechend: Im Boom verwechseln die Menschen das Haus mit dem Bauland, das sie für kostbar halten. So stieg der Anteil des Grundstücks am Häuserwert von früher 15 Prozent auf zuletzt 50 Prozent. Doch tatsächlich sei Land – bis auf einige City-Lagen – kein knappes Gut.

Städtische Flächen machen nur 2,6 Prozent der Vereinigten Staaten aus. Warum sollten deswegen Retortenheime in Suburbs oder in der Wüste Arizonas ihren Wert vervielfachen? „Da wir jeden Tag um uns herum Häuser sehen, ist die Ansteckungsgefahr in einer Blase groß, dass wir sie für die beste Geldanlage halten“, warnt Shiller.

source: focus

Mittwoch, 6. Mai 2009

* * Geilster Job der Welt Brite gewinnt das Finale in Australien


Geilster Job der Welt Brite gewinnt das Finale in Australien

Deutsche Finalistin ging leider leer aus

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35 000 Bewerber wollten ihn, ein Brite hat ihn bekommen – den vom Tourismusbüro Queensland (Australien) ausgeschriebenen „Geilsten Job der Welt“: Ben Southall (34) aus Petersfield (Grafschaft Hampshire in Südengland), gewann das Finale und wird nun als „Insel-Ranger“ auf Queenslands Inselwelt arbeiten.

Beste Job der Welt Gewinner Ben Southall

Der Gewinner des geilsten Jobs der Welt: Ben Southall (34) aus Petersfield in Südengland. Ab 1. Juli kann er die Daunenjacke aus- und die Bermuda-Shorts anziehen

Er schlug in den vergangenen drei Tagen 15 Finalisten, darunter die Deutsche Mirjam Novak (28) aus Bayern.

Southall, der im normalen Leben unter anderem Spendenaktionen für Wohltätigkeitsorganisationen organisiert, zählt Bungee-Springen und Sporttauchen zu seinen Hobbys. Ab 1. Juli kann er die sechs Monate auf der Insel Hamilton im Great Barrier Reef ausleben und in einer Luxus-Villa am Strand wohnen.

In einem wöchentlichen Blog wird er darüber berichten – und so für die Region Queensland im Norden Australiens werben. Dafür bekommt er zusätzlich umgerechnet 80 000 Euro.

Die Tourismusbehörde von Queensland war von der Resonanz auf die Aktion völlig überwältigt.

Vom 11. Januar bis 23. Februar konnten Bewerber aus aller Welt ihr einminütiges Bewerbungsvideo auf der offiziellen Website www.islandreefjob.com einreichen. Aus mehr als 200 Ländern gingen Videos ein, darunter auch aus der Mongolei, Peru und Vatikanstadt. Gewählt wurde per Online-Abstimmung sowie, im Finale, durch das Tourismusbüro.


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Montag, 4. Mai 2009

JUNGE AMERIKANER "Deutschland ist so unsittlich"

JUNGE AMERIKANER

"Deutschland ist so unsittlich"

Getümmel an der Uni, barbusige Frauen im Fernsehen und sonderbare Benimmregeln: Deutschland kann ganz schön shocking sein, finden junge Amerikaner. Vier Jugendliche im Austausch erzählen, welche Überraschungen sie mit den Deutschen erleben.

Tragen die Deutschen tatsächlich Lederhosen? Trinken sie ständig Bier? Und sind trotzdem so pünktlich, wie man es Ihnen nachsagt? Vier junge Amerikaner wollten die Gerüchte überprüfen, die sie über Deutschland gehört hatten.

Austausch-Teilnehmer: Manches war "shocking"

Austausch-Teilnehmer: Manches war "shocking"

Deshalb legten Heidi ZumBrunnen, 18, Maria Noel Blanchet, 24, Paul Tilley, 23, und Elizabeth Geier, 16, ein Auslandsjahr in Deutschland ein. Dabei werden sie vom "Parlamentarische Patenschafts-Programm" (PPP) des Deutschen Bundestages unterstützt. Das Jugendprogramm entsendet jeweils für ein Jahr Deutsche in die USA und Amerikaner nach Deutschland.

Jedem der etwa 700 Teilnehmer im Jahr steht dabei ein Abgeordneter des Bundestags oder des amerikanischen Kongresses als Mentor zur Seite. Die Jugendlichen leben in Gastfamilien, gehen zur Schule, besuchen die Uni oder machen ein Praktikum. Zur Halbzeit ziehen vier von ihnen ihr Resümee.

Heidi, 18: Die Jungs wollen gleich eine Beziehung

"Einer meiner ersten Eindrücke von Deutschland warshocking, aber doch irgendwie repräsentativ. Als ich in der ersten Nacht hier den Fernseher anmachte, flimmerten halbnackte Frauen über den Bildschirm. Daneben war eine Telefonnummer eingeblendet, damit Männer diese Mädchen anrufen.

Schülerin Heidi ZumBrunnen: Kompliziertes Dating

Schülerin Heidi ZumBrunnen: Kompliziertes Dating

Ebenso unsittlich fand ich den ersten Saunabesuch. Männer wie Frauen saßen dort gemeinsam komplett entblößt auf der Bank. In den USA wäre das undenkbar. Wo bitte war ich hier gelandet?

Mittlerweile weiß ich: Beim Thema Sex sind Deutsche allgemein viel offener. In Amerika können zum Beispiel die wenigsten Jugendlichen mit ihren Eltern über ihr erstes Mal sprechen. Viele sind gläubige Christen und meinen, wir sollten erst in der Ehe Sex haben. Meine Gasteltern sehen das locker, mit denen kann ich reden, und das ist gut so. Schließlich leben wir im Jahr 2009.

Nicht ganz so locker sind die Jugendlichen, wenn es um das Thema Beziehungen geht. Neulich bin ich mit einem Jungen ausgegangen. Ich dachte, es könne lustig sein, wenn wir uns ein paar Mal unverbindlich treffen. Aber er wollte eine feste Beziehung mit mir. Eine blöde Situation, die es in den USA so wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

Die Jugendlichen hier nehmen Verabredungen und Sex viel ernster, von One-Night-Stands habe ich hier vergleichweise wenig gehört. In Amerika ist Dating unkomplizierter. Du gehst ins Kino oder in eine Bar, und niemand erwartet etwas von dir.

Die Jungs hier hingegen haben entweder schon lange eine feste Beziehung oder suchen nach einer. Ich kann so etwas nicht gebrauchen, denn in ein paar Monaten bin ich wieder weg. Und auf eine Fernbeziehung habe ich keine Lust.

In puncto Schulalltag ist der Unterricht in Deutschland besser, die Ausstattung dafür veraltet. Es wird kaum mit Computern gearbeitet, die Bücher könnten von meinen Eltern stammen. Außerdem sind die Schultoiletten meistens so eklig, dass ich sie nicht benutzen mag."

Maria Noel, 24: Viele Vorurteile gegenüber Amerikanern

"Neulich habe ich meinen Freunden erzählt, dass ich ein Auto brauche. 'Hier in Berlin kommst du doch viel schneller mit der Bahn ans Ziel', sagten die. Mittlerweile habe ich festgestellt, das stimmt. In meiner Heimatstadt Orlando gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel, ich kannte das einfach nicht. Klar, hier fahre ich jetzt Bahn.

Praktikantin Maria Noel Blanchet: "Viele Vorurteile"

Praktikantin Maria Noel Blanchet: "Viele Vorurteile"

Mich nervt allerdings, dass die Deutschen sich für umweltbewusst halten und mich als Amerikanerin verurteilen. Für sie steht fest, dass wir viel Wasser verbrauchen und ständig die Heizung anhaben. Natürlich machen das manche Amerikaner, aber in meiner Familie achten wir darauf, keine Energie zu verschwenden.

Ich begegne hier vielen Vorurteilen: Die Amerikaner seien alle konservativ und für einen Irakkrieg - die bösen Amerikaner. Und ich muss mich rechtfertigen. Dabei finde auch ich Kriege doof.

Doch eines der Vorurteile der Deutschen stimmt. Amerikaner sprechen seltener Fremdsprachen als Deutsche. Das liegt nicht etwa an fehlendem Interesse, sondern an den wenigen Möglichkeiten, die wir haben. In der Schule und an der Universität gibt es weniger Sprachkurse als hier in Deutschland, denn in den USA wird das Thema nur stiefmütterlich behandelt. Und das ist schade.

Ansonsten finde ich mich hier gut zurecht, obwohl mein Leben so anders ist. Es ist schwer für mich, alles zu verstehen. Wenn ich mich mit Freunden über spezielle Themen unterhalte, komm ich manchmal einfach nicht mehr mit."

Paul, 23: Konfusion an deutschen Unis

"Die Organisation an meiner deutschen Uni ist sehr konfus, sofern es überhaupt eine gibt. Es nimmt dich niemand an die Hand, keiner zeigt dir, wo dein Klassenzimmer ist oder wie das Prüfungssystem funktioniert. Studenten müssen sich alleine durchbeißen und das ganze Hochschulsystem erstmal erforschen, bevor sie wirklich mit dem Studieren loslegen können.

Student Paul Tilley: "An der Uni muss man sich durchbeißen"

Student Paul Tilley: "An der Uni muss man sich durchbeißen"

German functionality - pünktlich und gewissenhaft sein, das gibt es hier tatsächlich. Aber letztlich ärgern sich Amerikaner wie Deutsche, wenn die Bahn zu spät kommt. Typisch deutsch ist, dass nichts typisch ist: In Konstanz ist es ganz anders als in Berlin - hier Berge und Bodensee, dort unglaublich viele Kulturen auf engstem Raum.

Die deutsche Geschichte begeistert mich, gerade in Berlin bekomme ich viel davon mit. Sie reicht so weit zurück, dass die Leute hier darüber lachen, was Amerikaner als alt bezeichnen.

Deutsche sind sehr viel aufgeschlossener, als ich vorher dachte. Ich habe die Verwandten meiner Gastfamilie im Schwarzwald besucht. Die Großeltern haben mir von ihren Erfahrungen im zweiten Weltkrieg erzählt und wollten wissen, was die Amerikaner im Rückblick darüber denken. Sie haben nach amerikanischer Kultur und Gesellschaft gefragt, nach Obama und der Präsidenten-Wahl. Es ist großartig, dass sich Deutsche so für mein Land interessieren!

Worüber ich mich aber immer noch wundere: Hier erwartet man von einem Mann, dass er sich zum Pinkeln hinsetzt."

Elizabeth, 16: Leistungsdruck in der Schule

"Lederhosen, Bier und Bayern - das verbinden Amerikaner mit Deutschland. Ich wollte meine Wurzeln kennenlernen und erfahren, wie deutsche Kultur wirklich ist. Meine Großeltern sind im Zweiten Weltkrieg aus Deutschland geflohen. Als ich klein war, haben sie mit mir Deutsch gesprochen und viel über ihre Heimat erzählt. Ich wollte wissen, was von all dem wahr ist.

Schülerin Elizabeth Geier: "Deutsche sind sehr umweltbewusst"

Schülerin Elizabeth Geier: "Deutsche sind sehr umweltbewusst"

Und ich muss sagen, Deutschland, wie es ist, und Deutschland, wie es sich die Amerikaner vorstellen - das sind zwei grundverschiedene Sachen.

Die Deutschen sind zum Beispiel sehr umweltbewusst, sie fahren viel Bahn und lassen das Auto lieber zu Hause. In den USA kaum vorstellbar.

Schule ist hier anstrengend, es gibt viel Leistungsdruck und wenig Entscheidungsfreiheit. Während bei uns alle auf die Highschool gehen, müssen sich die Schüler fürs Gymnasium bewerben. Außerdem muss ich hier alle Fächer belegen. Ob ich Spaß an Physik habe oder nicht, interessiert keinen.

'Ihr müsst vorsichtig sein mit Alkohol' - keinen Satz habe ich so oft gehört wie diesen, unsere Betreuer haben uns das regelrecht eingebläut. Mein erstes Bier habe ich hier getrunken, geschmeckt hat es nicht.

Was sehr nervt, ist das Duzen und Siezen. Ich muss immer erst genau überlegen, wen ich wie anspreche. Das ist wirklich übertriebene Höflichkeit."


source: spiegel


Montag, 27. April 2009

US-Präsidentenmaschine löst Panik aus


Eine von zwei Kampfjets eskortierte und im niedrig über den Hudson River fliegende US-Präsidentenmaschine hat in New York Panik ausgelöst. In aller Eile wurden mehrere Bürogebäude evakuiert. Die Boeing 747 kreiste eine halbe Stunde lang über den Süden Manhattans. Nach Angaben eines Luftwaffensprechers hatte das Manöver aber einen harmlosen Hintergrund: Die Flugbereitschaft von Präsident Barack Obama im Verteidigungsministerium habe Luftaufnahmen von Manhattan und der Freiheitsstatue machen wollen. Der Flug sei mit der Luftfahrtbehörde FAA und den New Yorker Behörden abgesprochen gewesen.

source: bild

Montag, 20. April 2009

Barack Obamas Hund „First Dog“ zieht ins Weiße Haus ein


Barack Obamas Hund „First Dog“ zieht ins Weiße Haus ein

Im Sauseschritt den Hügel rauf – Bo zieht Barack Obama samt Töchtern hinter sich her
Im Sauseschritt den Hügel rauf – Bo zieht Barack Obama samt Töchtern hinter sich her
Foto: Reuters
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Wuff! Jetzt haben die Obama-Töchter Malia (10) und Sasha (7) endlich ihren neuen Spielgefährten: Der Portugiesische Wasserhund „Bo“ zog gestern offiziell ins Weiße Haus ein.

Die Obamas stellten den „First Dog“ mit dem schwarz-weißen Kuschelfell vor Dutzenden Kameras im Garten vor.

Papa Obama hatte seinen Töchtern den Hund als Entschädigung für die Strapazen des vergangenen Jahres versprochen.

Der sechs Monate alte „Bo“ ist ein Geschenk von Senator Edward „Ted“ Kennedy.

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Sonntag, 19. April 2009

Bau-Boom in der Wüste Las Vegas auf den Spuren von Dubai

Boomtown Las Vegas: Die Glitzerstadt baut an

Bau-Boom in der Wüste Las Vegas auf den Spuren von Dubai

Las Vegas rüstet auf! In der Wüstenstadt sieht es derzeit aus wie in Dubai, überall Kräne und gigantische Baustellen. Die Stadt der vielen Leuchtreklamen wird ordentlich aufpoliert, neue Kasinos, Megahotels und Wohnkomplexe schießen wie Pilze aus dem Boden. BILD.de stellt die spannendsten Bauprojekte vor.

Als teuerstes Projekt, das in den USA jemals aus Privatmitteln entstand, wächst derzeit das City Center in den Himmel. Die veranschlagten Kosten für das Mammutprojekt: 56,4 Milliarden Euro! Dafür entstehen auf der gigantischen Fläche von 1,5 Quadratkilometern am Strip gerade mehrere Hotels, Kasinos und Geschäfte, die Eröffnung soll 2009 stattfinden. An den beeindruckenden Entwürfen war auch Star-Architekt Daniel Libeskind beteiligt.

Eine weitere Riesenbaustelle soll sich bis zum Herbst 2010 in das Echelon Resorts verwandeln – eine Anordnung von fünf Hotels mit insgesamt 5000 Betten. Allein 19.000 Quadratmeter der riesigen Baufläche werden in Gärten und Pools verwandelt. Eine grüne Oase mitten in der Wüste!

Die spannendsten Bauprojekte finden Sie hier:

Die gigantischen Bauprojekte in Las Vegas
City Center Las Vegas
Als Stadt in der Stadt entsteht derzeit auf einer Fläche von 1,5 Quadratkilometern das City Center. Am Megaprojekt ist auch Star-Architekt Daniel Libeskind beteiligt. Das City Center soll unter anderem Hotels, Kasinos und Geschäfte enthalten
Foto: dpa
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