Mittwoch, 8. Juli 2009

Millionär sucht pflegeleichtes Girlfriend to go

Unverbindliche Liaison gegen Taschengeld oder ein Puff im World Wide Web? Louise Stein hat die neue Dating-Website „Seekingarrangement.com“ unter die Lupe genommen – und im Selbstversuch getestet.
Von FOCUS-Online-Autorin Louise Stein
AP
Einer der berühmtesten seiner Zunft: Sugardaddy Hugh Hefner.
Mein New Yorker Freund R. (45, Single, Private-Equity-Manager, passables Äußeres) ist ein bekennender Bindungsphobiker. Frauen, die nach dem dritten Rendezvous eine Vaterschafts-Absichtserklärung plus baldigen Besuch bei den Eltern verlangen, sind ihm ein Graus. Deshalb hat R. sich unlängst bei der Dating-Website „Seekingarrangement.com“ angemeldet. Seither geht R. mit den liebreizendsten Frauen aus – und ist endlich seine Ängste los, dass sich seine neue Freundin abrupt als Klammeräffchen entpuppt.

Unverbindliche Liaisons und jugendliche Gefährtinnen


Wie das geht? Nun, nur auf den ersten Blick ist die von dem 38-jährigen Amerikaner Brandon Wade gegründete Online-Seite „Seekingarrangement.com“ eine ganz normale Dating-Website. Die meisten der registrierten Mitglieder suchen das, was viele Singles suchen – eine gesunde, fitte, sexy, junge Frau oder aber einen netten, zuverlässigen Kerl mit Humor (und möglichst regelmäßigem Auskommen).

Das Besondere an der Website ist allerdings, dass Männlein wie Weiblein ihre Geschäftsverbindung ziemlich frank und frei miteinander austragen: Die Männer suchen möglichst unverbindliche Liaisons und jugendliche Gefährtinnen – die Frauen wollen ihre taufrische Schönheit möglichst gegen harte Währung eintauschen. In der Website-Sprache heißen sie „Sugar Daddy“ und „Sugar Baby“.

Verbindung ohne Verpflichtung


Auf der Seite gibt es zum Beispiel Mädchen wie Frances, auf der Suche nach einem „Mentor“, der ihr mit einem kleinen Zuschuss von 5000 bis 10 000 Dollar pro Monat „für die hübschen Dinge im Leben“ den Alltag versüßen kann. Oder aber solvente Herren wie jenen 49-jährigen New Yorker Investor, der 5000 Dollar Zahlung pro Monat offeriert, für „eine Spielgefährtin mit Tagesfreizeit“ und eine „intensive Verbindung ohne Verpflichtungen“. Ein begeisterter männlicher User schwärmt, die Website sei „der beste Fischtümpel, in dem ich je gefischt habe“.

Ein bisschen erinnert mich das an den neuen Film von Steven Soderbergh, „The Girlfriend Experience“, in dem die Superfreundin eines beruflichen High Flyers den Pretty-Woman-Traum lebt – 5-Sterne-Luxusreisen, schicke Restaurants und viel Sex. Soderbergh hat für seine Hauptdarstellerin allerdings eine leibhaftige Pornodarstellerin gewählt.

Finanzspritze inklusive


So mosern auch Kritiker, bei „Seekingarrangement.com“ handle es sich schlicht um eine Art Selbstbedienungsladen für Ehebrecher beziehungsweise um eine moderne Form des virtuellen Puffs. Die Erfinder der Geschäftsidee, die mittlerweile 300 000 registrierte Abonnenten weltweit, auch in Deutschland, hat, wollen von solcher Mäkelei freilich nichts wissen. „Ein Sugar Daddy“, sagt zum Beispiel der Marketingdirektor Stephan Smith, sei heutzutage „keineswegs ein Goldkettenheini mit behaarter Brust“. Er könne indes, so Smith, „der ganz normale Typ in der Starbucks-Warteschlange sein, der finanziell gut genug gestellt ist, um einem Sugar Baby am Monatsende eine kleine Finanzunterstützung zukommen zu lassen“.
ddp
Sugardaddy Nummer 2: Rock-Urgestein und Stones-Gitarrist Ron Wood lachte sich eine 19-jährige Freundin an
„Prostitution!“, werden manche von Ihnen dennoch aufschreien. Arrangements zwischen reichen Männern und schönen Frauen haben jedoch seit Jahrhunderten existiert, würde mein Freund R. kontern. Zumindest das amerikanische Gesetz sieht Prostitution indes nicht als gegeben, wenn nicht nur für Sexdienste, sondern „auch für alltägliche Dienste wie Haushaltstätigkeiten und das Leisten von Gesellschaft“ bezahlt würde.

Der weibliche Prototyp für ein Sugarbabe ist die verblichene Anna Nicole Smith, die sich 1994 den 80-jährigen, schwer gebrechlichen Multimillionär Howard Marshall angelte. Der greise Marshall war so schwer verliebt in sein Mädchen, dass er es sogar heiratete. Auch mein Freund R. konsumiert seine derzeitige „Freundin to go“ nicht nur so schnell wie einen Cappuccino als Ex-und-Hopp-Sexpartnerin, sondern picknickt ganz romantisch mit ihr im Grünen, führt sie ins Szenerestaurant aus und hört sich verständnisvoll ihren Kummer über bösartige Bürokolleginnen an. Vielmehr argumentiert R.: „Ich freue mich, eine schöne Freundin am Arm zu haben – ohne das häufig dazugehörige Drama“.

Wenn sein aktuelles Sugarbabe-Mädchen mal am Monatsende etwas knapp bei Kasse ist oder sich einfach so ein neues Prada-Schuhpaar wünscht, langt R. gern kulant in die Tasche. Laut Seekingarrangement.com liegt der gängige Kurs für Junge-Frauen-Ältere-Männer-Partnerschaften derzeit bei etwa 1500 bis 3000 Euro pro Monat.

Selbstversuch


Als ich selbst den Versuch startete, meinen Sugarbabe-Wert bei Seekingarrangements zu erproben, wird mir allerdings im Anmeldeprofil angeboten, einen finanzkräftigen “Daddy“ auszusuchen, der mir Geschenke für „mehr als 20 000 Dollar pro Monat“ machen könne. Da ich ja selbst eine gutverdienende Frau bin, überlegte ich mir gleichwohl kurz, ob ich nicht ein zweites Profil ankreuze: Das der „Sugar Mommy“ – der finanziell unabhängigen, gelangweilten Lady, die sich einen jüngeren Lover sucht, nach dem Motto „Wir sind doch alle ein bisschen Madonna“.

Ich habe dann doch beide Profile angekreuzt und – halbwegs wahrheitsgemäß – angegeben, ich sei a) ein knackiges Häschen auf der Suche nach einem großzügigen Gelegenheitsfreund, b) eine Anfang 40-jährige Geschäftsfrau mit Millionenbudget, Ferienhaus in St. Tropez und 30-Meter-Yacht auf der Suche nach einem jüngeren Kerl, den Erfolgsfrauen nicht erschrecken. Beim ersten Profil habe ich mein Foto von vor 15 Jahren hinzugefügt, beim zweiten Profil ein aktuelles, mit viel Make-up.

Was soll ich sagen: Profil II erhielt eindeutig mehr Antworten. Geradezu eine Flut juveniler, potenzieller Lover wollten die reiche „Sugar Mommy“ dringlichst kennenlernen. Ich bekenne mich zur Feigheit – natürlich habe ich mein Profil rasch wieder gelöscht.

Vielleicht hätte ich aber nicht so prüde und geizig sein sollen, sondern es halten wie der legendäre Frauenschwarm Cary Grant. Der wurde mal von einem Reporter gefragt, warum ein weltberühmter und höchst anziehender Star wie er Frauen mit generösen Finanzspritzen aushalte. Grant antwortete: „Ich bezahle sie gar nicht für Sex. Ich bezahle sie, damit sie nachher wieder nach Hause gehen.“

source: spiegel

Montag, 6. Juli 2009

"FREE" "Wired"-Chef verschenkt sein neues Buch

"FREE"

"Wired"-Chef verschenkt sein neues Buch

Chris Andersons neues Buch "Free" kostet 27 Dollar - wenn man es im Buchladen kauft. Wer sich jedoch die Audiobuch-Version herunterladen möchte, bekommt sie geschenkt, ganz im Sinne des Buchtitels - "Kostenlos: Die Zukunft eines radikalen Preises".

Chris Anderson ist seit Jahren Chefredakteur des Magazins "Wired" und machte 2006 mit seinem Buch " The Long Tail" Furore, in dem er Nischenmärkte als Zukunftsmodell für das Einkaufen im Internet pries.

Buchwerbung: "Wired"-Chef Anderson verkauft die Papier-Version seines neuen Sachtitels "Free"

Buchwerbung: "Wired"-Chef Anderson verkauft die Papier-Version seines neuen Sachtitels "Free"

Sein neues Buch "Free" handelt vom Preisverfall in vielen Märkten - von den rasant fallenden Kosten für Telefonminuten bis hin zu den Preisen für Mikrochips. Und von der Frage, wie künftig mit Produkten dennoch Geld verdient werden kann. Dinge zu verschenken, glaubt Anderson, kann unerwartete, für den Hersteller durchaus erwünschte Folgen haben: "Aus Sicht des Konsumenten gibt es zwischen günstig und kostenlos einen gewaltigen Unterschied", schreibt er. "Wenn man ein Produkt verschenkt, kann es sich viral verbreiten. Wenn man nur einen einzigen Cent dafür nehmen will, landet man in einem völlig anderen Geschäftsbereich." Der Markt für Produkte, die nichts kosteten, sei nicht der gleiche für solche mit einem Preisschild.

Verdienen könnten Unternehmen künftig "um Produkte herum", so wie Google das macht: Für die Nutzung der Suchmaschine zahlt niemand, doch mit der Werbung, die der Konzern einblendet, werden Milliarden umgesetzt.

Konsequenterweise wird auch "Free" verschenkt - als Hörbuch kann man es etwa über die Web-Seite von "Wired" direkt herunterladen. In Großbritannien wird es auch eine gekürzte Druckfassung geben, die ebenfalls verschenkt wird - mit dem Logo eines Sponsors auf dem Cover. Auch die gekürzte Version enthalte aber alle Kapitel, schreibt Anderson in seinem Blog - "bis auf die Anhänge, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht".

cis


source: wired

Sonntag, 5. Juli 2009

NYC Freiheitsstatue wieder offen

Freiheitsstatue in New York wieder für Besucher offen Steigen Sie „Lady Liberty“ auf den Kopf!

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New York ist wieder um eine Sehenswürdigkeit reicher: Seit diesem Wochenende dürfen Besucher wieder in die Krone der Freiheitsstatue. Ein besonderer Moment, schließlich wird am 4. Juli der Unabhängigkeitstag in Amerika gefeiert.


Die beliebte Aussichtspunkt im Kopf von „Lady Liberty“ war fast acht Jahre lang für Touristen geschlossen. Zunächst sollen nur 30 Touristen pro Stunde zugelassen werden, so US-Innensenator Ken Salazar.

Das insgesamt 90 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Die unteren Aussichtsdecks wurden später wieder geöffnet. Der Aufstieg in die Krone, über eine steile Wendeltreppe mit 171 Stufen, blieb jedoch verboten.

Nun soll es neue Sicherheitsvorkehrungen geben. Bürgermeister Michael Bloomberg begrüßte die Entscheidung der Regierung. „Ich habe immer gesagt, wenn sie die Krone sicher öffnen können, sollten sie es tun“, sagte er dem Stadtsender NY 1.

Die 1886 eingeweihte Statue an der Hafeneinfahrt nach New York war für Millionen von Einwanderern das Symbol für Amerikas Freiheit. Inzwischen kommen jährlich etwa 60 Millionen Besucher auf die kleine Insel. Wer künftig in die Krone darf, soll eine Lotterie entscheiden. Von oben hat man einen beeindruckenden Blick auf die Skyline von Manhattan.


source: bild


Freitag, 3. Juli 2009

Fliegen ohne Sitz Fluglinie in China plant Stehplätze


Kein Witz: Fliegen ohne Sitz Fluglinie in China plant Stehplätze

Stehen Sie auch auf Billigflieger – pardon, in Billigfliegern? Eine Fluglinie aus Schanghai in China will ihre Maschinen demnächst mit Stehplätzen ausstatten. So können deutlich mehr Passagiere mit einem Flugzeug befördert werden, und das zu noch günstigeren Ticketpreisen.


Die chinesische Billigfluglinie „Spring Airlines“ will diesen kühnen Plan tatsächlich umsetzen. Weil die 13 Maschinen der Flotte für die hohe Fluggastzahl nicht mehr ausreichen, sollen 14 neue Flieger mit Stehplatzangebot bereits in Auftrag gegeben worden sein. Laut dem Pressesprecher der Airline lassen sich durch die neue Art des Fliegens 40 Prozent mehr Passagiere befördern, gleichzeitig könnten die Ticketgebühren um etwa 20 Prozent sinken.

Und wie steht's mit der Sicherheit? Gilt angeblich als unbedenklich, schließlich haben die Fluggäste ja einen Gurt um den Bauch und sogar barhockerartige Stühle zur Verfügung. Na also...

Ein Wunder, dass die Idee nicht von Ryanair-Chef Michael O'Leary stammt. Niemand sonst hat so viel kuriose Ideen auf Lager, wie der Flugpreis noch weiter gedrückt werden könnte.

Fast schon legendär seine Ideen, für den Toilettengang an Bord eine Pipi-Pauschale einrichten oder füllige Passagiere für deren Übergewicht zur Kasse bitten zu wollen.

Auch sonst sind die so genannten Billigfluglinien recht erfindungsreich, was die Preisgestaltung der Tickets angeht. Immer wieder gibt es Abmahnungen, weil viele Fluggesellschaften die eigentlichen Kosten hinter den angegebenen Nettopreisen verstecken. Hotline, Kreditkarte, Gepäck: alles kostet extra, und zwar nicht zu knapp!

Und was kommt als Nächstes? Billiger fliegen im Gepäckraum, kräftig sparen und auf der Tragfläche reisen? Wir halten Sie auf dem Laufenden...

source: bild


Sonntag, 28. Juni 2009

FORT MYERS IN FLORIDA Leben auf der rechten Spur

FORT MYERS IN FLORIDA

Leben auf der rechten Spur

Je niedriger das Tempolimit, desto gelassener das Leben - das scheint das Motto an Floridas Westküste. Mit jeder Meile von Fort Myers in Richtung der Inseln werden Besucher und Bewohner relaxter. Bis Cabbage Key erreicht ist, hier passiert alles nur noch im Schritttempo.

Fort Myers - Und wieder kommt ein Dollar an die Decke: Ein Gast hat mit dickem Filzstift seinen Namen auf dem Geldschein verewigt, den er nun mit Klebeband an einem Stützbalken fixiert. So ist es Brauch im Restaurant auf der Insel Cabbage Key im Südwesten Floridas - rund 70.000 US-Dollar hängen schon an den Wänden.

Es ist Mittagszeit, der Laden ist rappelvoll. Kellner schleppen massenweise Cheeseburger heran, die Besucher lehnen sich zurück. Sie haben einen Gang heruntergeschaltet, denn sie sind an einem Ort, an dem alles im Schritttempo passiert. Cabbage Key ist nur per Boot erreichbar. Auf der Reise hierher, an der Küste des Golfs von Mexiko entlang, hat sich eines gezeigt: Je langsamer man fahren darf, desto entspannter die Menschen.

Drei Tage zuvor auf dem Interstate-Highway 75: Mit 70 Meilen in der Stunde, immerhin 112 km/h, geht es auf die Ausfahrt Fort Myers zu. Hier an Floridas Westküste verbrachten schon der Erfinder Thomas A. Edison und Automagnat Henry Ford im frühen 20. Jahrhundert regelmäßig den Winter. Ihre Ferienhäuser gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten in Lee County. Edisons Haus kann seit 1947 besichtigt werden, und im unverändert gebliebenen Laboratorium lassen sich die Touristen seine Experimente mit künstlichem Gummi erläutern.

Region Fort Myers: Zwischen der Tampa Bay und den Everglades an Floridas Westküste
TMN

Region Fort Myers: Zwischen der Tampa Bay und den Everglades an Floridas Westküste

Die beiden Prominenten waren Vorbilder für Hunderttausende andere Amerikaner, die sich in der Region Ferienhäuser gekauft haben. Aber auch rund 65.000 Deutsche besitzen Immobilien in Floridas Südwesten. Derzeit dürften etliche weitere Bundesbürger auf Besichtigungstour sein, nicht nur wegen des günstigen Dollarkurses. Während der Immobilienkrise sind auch in Lee County die Kaufpreise stark gesunken.

Die meisten Deutschen fliegen allerdings nicht nach Fort Myers, um ein Haus zu finden, sondern um sich in die Sonne zu legen, in den großen Outlets einzukaufen und die Natur zu genießen. Im Jahr 2008 kamen 170.000 Besucher mit deutschem Pass nach Lee County - so viele wie aus keinem anderen Land außerhalb der USA. Wer an den Stränden spazieren geht, hört neben Englisch viel Schwäbisch oder Sächsisch.

Ab nach Captiva

Ohne Mietwagen kommen Urlauber kaum zurecht - die Distanzen sind groß. Vom Flughafen zum Meer dauert die Fahrt 30 Minuten. Sie führt an Fastfood-Restaurants und Einkaufszentren vorbei. Das Tempolimit beträgt nun 55 Meilen (88 km/h) - noch nicht wenig genug, um zur Ruhe zu kommen und den Alltag wirklich hinter sich zu lassen.

An der Kreuzung von Summerlin Road und San Carlos Boulevard trennen sich die Wege: Wer Sport und Spaß sucht, fährt nach Süden ins lebhafte Fort Myers Beach, wo vor allem Familien Quartier beziehen und auch einige Hochhäuser am Strand gebaut wurden. Mehr Exklusivität und Ruhe bietet dagegen die Fahrt gen Westen zu den Inseln Sanibel und Captiva.

Am Fort Myers Beach scheint halb Amerika versammelt zu sein, auf dem Parkplatz stehen Autos mit Kennzeichen von Maine bis Kalifornien. Viele Urlauber treffen sich am Strand zum Sonnenuntergang und später in der kleinen Fußgängerzone Times Square, in der sich die Restaurants und Bademoden-Läden konzentrieren. Aus "Jimmy B's Rooftop Bar" dröhnt Rock, unter dem Pier rauschen die Wellen, und weiter südlich an der Küste zucken immer wieder die Blitze eines fernen Gewitters auf - der Donner schafft es nicht bis hierher.

Naturliebhaber fahren weiter zum Lovers Key State Park, der südlich an die Insel anschließt. Der Name ist Programm: Am rund vier Kilometer langen Strand steht ein Pavillon, der für Trauungen genutzt wird und auch für Heiratsanträge beliebt ist. In der Nähe gibt es aber auch drei Zugänge zum "Calusa Blueway", einem 305 Kilometer langen Wasserwegenetz, das sich durch das County zieht. Benannt ist es nach den einst hier heimischen Calusa-Indianern.

Mit Kajaks und Kanus geht es durch die Mangrovenlandschaft, immer wieder kreuzen Pelikane und andere große Wasservögel den Weg - auch das Paddeln ist also eine Möglichkeit, langsamer zu werden und die Zeit mehr zu genießen. Im Sommer sollten Urlauber aber vorsichtig sein: "Wichtig ist es, alle Wassersport-Aktivitäten dann in die Vormittagsstunden zu legen, weil nachmittags immer Gewittergefahr besteht", empfiehlt die "Calusa-Blueway"-Koordinatorin Betsy Clayton.

Eine gigantische Weltrekord-Muschel

Vom Wasser zurück auf die Straße, das nächste Ziel ist Sanibel. Sechs Dollar (4,30 Euro) kostet die Brückenbenutzung bei jeder Fahrt auf die Insel, eine Art Eintrittsgeld zu einer heileren Welt. Berühmt geworden ist Sanibel wegen der unzähligen Muscheln, die an die Strände gespült werden, vor allem nach Stürmen im Winter. Einen guten Überblick bietet das Bailey-Matthews-Shell-Museum, in dem unter anderem eine 60 Zentimeter lange Weltrekord-Muschel ausgestellt ist, die Taucher in der Nähe der Insel auf einer Sandbank gefunden haben.

Auf Sanibel fällt auf: Die Menschen nehmen sich mehr Zeit. Viele sind per Fahrrad unterwegs, denn Autofahren kostet hier mehr als anderswo in den USA. Parken an den Stränden zum Beispiel schlägt tagsüber mit 2 Dollar (1,40 Euro) pro Stunde zu Buche. Das Tempolimit sinkt auf der Insel von 55 auf 35 Meilen pro Stunde (56 km/h) - vor allem, um die Wildtiere zu schützen.

Ein Großteil Sanibels liegt in einem nach dem Naturschützer J.N. "Ding" Darling benannten Schutzgebiet, durch das eine Straße führt, die in den sechziger Jahren gebaut wurde. "Zur Mückenbekämpfung", wie die Führerin Mari Hanley im National Wildlife Refuge erzählt, denn "damals war Sanibel die Mücken-Hauptstadt der USA". Heute schwirren nicht mehr Plagegeister durch die Luft als auch sonst in diesen Breitengraden.

Den knapp 6,5 Kilometer lange Wildlife Drive durch das Schutzgebiet können Urlauber mit dem Mietwagen befahren, bei den geführten Touren gibt es aber viel Interessantes zu lernen - etwa über einen Vogel namens Snowy Egret, dessen gelbe Zehen im Wasser wie Würmer aussehen. "Das lockt Fische an", erzählt Mari Hanley, "und dann schnappt der Egret zu."

Der Wildlife Drive ist freitags geschlossen, "damit die Tiere an wenigstens einem Tag der Woche ihre Ruhe haben", so die Führerin. Dann können Urlauber die Wildtierklinik C.R.O.W. besuchen, in der pro Jahr etwa 4000 Patienten behandelt werden, von Vögeln bis zu Reptilien. Seit Januar 2009 gibt es hier ein Besucherzentrum, in dem sich Touristen selbst wie Tierärzte fühlen dürfen. Wer mag, kann sich authentische Fälle aus der Praxis schildern lassen und muss dann selbst die Diagnose stellen und eine Therapie vorschlagen - zum Beispiel für eine Schlange, die zwei Golfbälle verschluckt hat.

"Ja, wir leben auf der Insel"

Vom C.R.O.W. aus führt die Straße weiter nach Captiva Island, das nur eine kleine Brücke von Sanibel trennt. Das Tempolimit sinkt auf 30 und schließlich 25 Meilen pro Stunde. Grüne Vegetation mit vielen Palmen und üppigem Hibiskus verstellt den Blick auf die Villen entlang der Straße. Dafür schimmert immer wieder der Golf von Mexiko zwischen den Bäumen hindurch. Captiva ist definitiv ein Ziel für Menschen mit dem nötigen Kleingeld. Es wirkt noch lieblicher und entspannter als Sanibel. Ganz draußen bleibt der Festlandalltag aber nicht, wie das Starbucks-Kettencafé im Norden Captivas beweist.

Auf Captiva beginnt die Bootsfahrt mit der "Lady Chatwick" nach Cabbage Key - mit zehn Minuten Verspätung, denn das Leben ist hier so relaxt, dass sich gleich mehrere gebuchte Passagiere verspäten. Kapitän Tom Jones erzählt unterwegs Geschichten über die Inseln am Pine Island Sound, durch den das Schiff tuckert, und schon kurz nach dem Ablegen tauchen Delfine an der Steuerbordseite auf. Jones pfeift auf vier Fingern, die Passagiere klatschen wie verrückt in die Hände - das bringt die Meeressäuger immer wieder dazu, über die von der "Lady Chatwick" geschlagenen Wellen zu springen.

Der Landgang auf Cabbage Key ist mit gut zwei Stunden angesetzt. Es gibt einen Naturlehrpfad, den auch viele Mücken mögen, und eine Aussichtsplattform auf einem etwa 20 Meter hohen Wasserturm aus Holz, der seit den dreißiger Jahren allen Hurrikans getrotzt hat. Im rustikalen Restaurant mit seiner Cheeseburger-Platte für 7,99 Dollar (5,70 Euro) tragen die Kellner alle ein T-Shirt, auf dessen Rückseite Antworten auf die meistgestellten Gästefragen gedruckt sind: "Ja, wir leben auf der Insel" zum Beispiel oder "Durch die Bar und dann links" - das muss der Weg zur Toilette sein.

Wer zahlt, lässt nicht nur Trinkgeld liegen, sondern fragt meist auch nach Filzstift und Klebeband - denn ein Dollar kommt ja an die Decke, bevor es zurück geht in eine Welt, die mit jeder Meile Richtung Festland wieder etwas hektischer wird.


ZUM THEMA IM INTERNET:

source: spiegel

Donnerstag, 25. Juni 2009

Michael Jackson ist tot

POP-LEGENDE

Michael Jackson ist tot

Pop-Legende: Michael Jackson ist tot

Der King of Pop ist tot: Michael Jackson ist im Alter von 50 Jahren in Los Angeles gestorben. US-Presseberichten zufolge erlitt er in seiner Villa einen Herzstillstand und wurde in eine Klinik eingeliefert. Die Ärzte versuchten vergeblich, den Musiker wiederzubeleben. mehr...

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Bewegte Laufbahn, bewegtes Privatleben: Michael Jackson wurde zum "King of Pop" und verkaufte schätzungsweise mehr als 750 Millionen Platten. Doch es gab auch zahlreiche Skandale um den US-Musiker. mehr...

source: spiegel

Dienstag, 23. Juni 2009

Vorstellungsgespräch Let’s switch to English

Vorstellungsgespräch

Let’s switch to English

Bewerber müssen damit rechnen, dass das Vorstellungsgespräch auf Englisch geführt wird. Dabei kommt es auf mehr an als nur auf die richtigen Vokabeln.

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Bewerber sollten sich auch auf Englisch präsentieren können
Für viele Bewerber ist das Vorstellungsgespräch an sich schon ein Stressfaktor. Wechselt der potenzielle neue Chef von Deutsch auf Englisch, ist die Belastung doppelt groß. Auch für viele Kandidaten, denen der Small Talk im Irish Pub locker über die Lippen geht, ist die Beschreibung des eigenen Werdegangs eine Herausforderung. Während der Bewerber sich gute Antworten auf Deutsch zurechtlegt, muss er gleichzeitig überlegen, wie er das Ganze auch noch auf Englisch ausdrückt. Die Gefahr ist groß, dass Fachkenntnisse und Berufserfahrung im Kampf mit Fachvokabular untergehen.

Vor allem bei deutschen Tochterunternehmen US-amerikanischer Konzerne und bei Mittelständlern, die international tätig sind, müssen Job-Anwärter häufig zeigen, was sie sprachlich draufhaben. Werden in der Stellenanzeige fließende oder sogar verhandlungssichere Sprachkenntnisse verlangt, ist das ein Indiz dafür, dass die eine oder andere Frage auf Englisch gestellt werden könnte.

Nur keine falsche Bescheidenheit


Mit Sprachkenntnissen allein ist es allerdings nicht getan. Die Fragen sind auf den ersten Blick zwar nicht anders als die hierzulande üblichen. Dennoch haben sie – vor allem in US-amerikanisch geprägten Unternehmen – einen anderen Fokus. „Englische Vorstellungsgespräche sind sehr stark tätigkeits- und referenzbezogen“, sagt Karriereberater Christian Püttjer. Mit akademischen Titeln und klangvollen Berufsbezeichnungen kommt niemand weiter.

Die Personalverantwortlichen interessiert viel mehr, was der Bewerber den lieben langen Tag als Managing Director oder Key Account Manager tatsächlich gemacht hat und welche Erfolge er vorzuweisen hat. Auch Beziehungen und Kontakte spielen eine große Rolle: „Name-Dropping wird erwartet. Bewerber sollten kein Geheimnis daraus machen, mit welchen Kunden und Lieferanten sie besonders gut zusammengearbeitet haben“, rät Püttjer.

„Ich“ statt „Wir“


Eine weitere Besonderheit im englischen Jobinterview ist das Selbstmarketing, das in US-Firmen ganz ungeniert betrieben wird. Was zählt, sind die individuellen Erfolge, die ehrgeizige Arbeitnehmer jederzeit abrufbar in Prozent und Dollar beziffern können. „Ein Team macht keine Karriere“, erinnert Püttjer. Daran sollten auch zurückhaltende Bewerber denken, die ihren persönlichen Beitrag hinter der Abteilungsleistung verstecken. Das ist ehrenwert, aber nicht zielführend. Schließlich will der Arbeitgeber ja nicht das gesamte alte Team einstellen, sondern nur die Person, die vor ihm sitzt.

Auf dem US-amerikanisch geprägten Arbeitsmarkt ist eine starke „Hands-on-Mentalität“ gefragt. Wie wendet der Bewerber das Wissen aus seinem Studium in der Praxis an? Verfügt er neben fachlicher und sozialer auch über methodische Kompetenz? Diese Macherqualitäten wollen Recruiter bei ihren Bewerbern in einem knackigen Auftreten mit selbstbewusster Körpersprache manifestiert sehen. Das gilt auch für Naturwissenschaftler und Ingenieure, die sich in deutschen Vorstellungsgesprächen häufig verlegen auf ihrem Stuhl lümmeln und sich auf ihre guten Zeugnisse verlassen.

Natürlich gelten die Besonderheiten des englischen Jobinterviews auch für Bewerbungsgespräche bei internationalen Unternehmen, die in deutscher Sprache geführt werden. Außerdem lassen sich auch Personaler in deutschen Unternehmen gern durch einen konkreten Tätigkeitsbezug und die Betonung der Eigenleistung überzeugen. „Wer also bei der Vorbereitung die anglo-amerikanische Variante berücksichtigt, liegt auf jeden Fall richtig“, sagt Püttjer.

Wie sich Bewerber vorbereiten


Für einen Crashkurs Business-Englisch ist es zu spät, wenn die Einladung zum Vorstellungsgespräch auf dem Tisch liegt. Als Last-Minute-Maßnahme empfiehlt Püttjer die sorgfältige Ausformulierung und Verinnerlichung der Selbstpräsentation. Bei teilweise auf Englisch geführten Vorstellungsgesprächen ist sie Pflichtprogramm. Außerdem lernt der Bewerber bei der Vorbereitung gleich die Vokabeln für das berufliche Aufgabengebiet mit. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich englische Antworten für die Klassiker zurechtlegen: Dazu gehören die Erfolge, Stärken und Schwächen sowie der Umgang mit Misserfolg.

Die Karriere-Experten Christian Püttjer und Uwe Schnierda haben 200 Beispielfragen mit jeweils 200 guten und 200 schlechten Antworten gesammelt. Die folgenden acht Fragen sind ihrem Ratgeber „Das überzeugende Vorstellungsgespräch auf Englisch“ (Campus Verlag 2009, 22,90 Euro) entnommen. Die Beispiele vermitteln einen Eindruck, mit welcher Art von Antworten Bewerber Punkte sammeln und mit welchen sie sich aus dem Rennen kicken.
Bei der Frage nach dem Werdegang erwarten Personalverantwortliche konkrete Ausführungen zu den momentanen beruflichen Aufgaben sowie zu Erfahrungen, Branchenkenntnissen und Erfolgen, die für den neuen Arbeitgeber interessant sein könnten. Unvorbereitete Bewerber kommen nicht auf den Punkt, erzählen ihren Lebenslauf nach und verlieren sich in Details über weit zurückliegende berufliche Stationen. Dabei sollte die Selbstpräsentation darauf abzielen, „möglichst viele Schnittpunkte zwischen Ihrer momentanen Position und der neuen Stelle herauszuarbeiten“, empfiehlt Püttjer.

Negativbeispiel:


When I finished school, I didn’t really know what I wanted to do. Luckily, my parents talked me into starting an apprenticeship. The things we had to do in training weren’t always very interesting, though. I remember how we had to spend hours filing bits of metal, until one of the older apprentices came up with the idea of doing them on the lathe. Well, some of the things you have to do as an apprentice are a bit pointless... All the same, I passed my final exam. The company couldn’t give me a permanent position, but they kept me on for a while. Then I started looking for another job.

Bei dieser Schilderung erfährt der Personalverantwortliche nichts über das berufliche Profil des Bewerbers. Der Kandidat hätte auf konkrete Tätigkeiten innerhalb der einzelnen Beschäftigungsverhältnisse eingehen müssen. So liefert er nur Anekdoten und Allgemeinplätze mit wenig Aussagekraft – und wirkt unentschlossen und antriebslos.

Positivbeispiel:


After I finished school, I decided to do an apprenticeship as an industrial mechanic. Even as an apprentice I was able to accompany installation teams on site. I also learned PLC programming with the company. When I finished my apprenticeship, I stayed with the same company for a while, then I moved over to the machine tools sector. At the moment I’m responsible for plant commissioning. Close liaison with the client and developing tailored solutions are important aspects of my work. Your job advertisement also mentioned preparing documentation and training colleagues – those are already parts of my duties.

Der Bewerber stellt in dieser Selbstpräsentation die Schnittpunkte seiner bisherigen Tätigkeiten mit den Aufgaben in der neuen Stelle heraus. Er erwähnt seine Branchenerfahrung, lässt zentrale Schlagworte fallen und signalisiert damit, dass er nötige Know-how mitbringt.

Weitere Fragen zum Werdegang:


– What made you apply for this job in particular?

– Could you summarize your background in a few sentences?

– What makes you stand out from the other applicants?

– Is there a common thread to your CV?
Personalverantwortliche interessieren sich für die Arbeitserfolge der Bewerber. Viele haben jedoch Schwierigkeiten damit, sich mit beruflichen Erfolgen zu schmücken. Sie sind es nicht gewohnt, aus dem Dunstkreis ihres Teams herauszutreten und Beispiele dafür zu liefern, was sie persönlich getan haben, um Kosten zu senken, Umsätze zu steigern, Verbesserungen einzuführen oder Qualitätsmängel zu beseitigen.

Negativbeispiel:


I think I’ve always been able to keep on top of my work. There haven’t really been many problems. When they have occurred, we’ve always solved them as a team. Our department has always achieved good results, and I’ve been able to make my own modest contribution to that success.

Dieser Bewerber verkauft sich unter Wert und versteckt sich hinter der Abteilungsleistung des Teams. Es ist zwar ehrbar, dass er nicht übermäßig auftrumpfen will, leider liefert er aber kein einziges Beispiel für seine erfolgreiche Arbeit.

Positivbeispiel:


I successfully introduced new products to national and international markets. To achieve this, I worked closely with the product development, production and service departments to determine country-specific marketing strategies. I managed the product positioning and price positioning, based on market and competitive analyses. I was also involved in the design and implementation of appropriate marketing strategies.

Diesmal tappt der Bewerber nicht in die Teamfalle. Weder relativiert er seine Leistungen, noch gibt er sich zu großspurig. Stattdessen beschreibt er nüchtern, aber aussagekräftig, welche Aufgaben ihm übertragen wurden und welche Erfolge er erzielen konnte.

Mögliche Fragen zur Erfolgsbilanz:


– What are your strengths?

– What evidence can you provide of successful work?

– Which of your talents can you make use of in the advertised position?

– What have been your two greatest achievements?
Insbesondere Bewerber aus den Bereichen Verkauf, Vertrieb, Marketing, Service und Beratung müssen mit ausführlichen Fragen zu ihrer Kundenorientierung rechnen. Die Personalverantwortlichen möchten von den Bewerbern wissen, wie sie konkret vorgehen, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende an die Firma zu binden.

Negativbeispiel:


It’s a slogan like so many others these days.The main thing is to do good work, then the customer will be happy. The customer doesn’t really know what he wants until you make him an attractive offer.

Mit dieser Antwort gibt der Bewerber zu verstehen, dass er den Kunden eigentlich für einen Störenfried hält. Dass unter dieser Voraussetzung keine langfristige Kundenbindung entstehen kann, ist dem Bewerber offenbar egal. Auch seine Einstellung zum Absatz von Produkten ist fragwürdig.

Positivbeispiel:


It suggests to me a lot of opportunities for companies. On your website I saw that you offer tailored solutions to customers. I think that’s a very promising approach. In marketing I’ve always focussed on developing offers which are tailored to the target group. To do that, I brought my colleagues from development, production and customer service to the table. By using interdepartmental project teams to improve our customer orientation we were able to focus the work of each department on the specific needs of the customer.

Mit dieser Antwort verdeutlicht der Bewerber, dass er Kundenorientierung lebt. Zudem stellt er heraus, dass er sich intensiv mit den Angeboten der neuen Firma beschäftigt hat. Diese Vorgehensweise wird die Personalverantwortlichen überzeugen, denn schließlich geht es auch in einem Vorstellungsgespräch darum, die eigenen Kenntnisse und Erfahrungen so zu präsentieren, dass der Nutzen für den neuen Arbeitgeber deutlich wird.

Typische Fragen zur Kundenorientierung:


– Which is more important: good marketing or good products?

– A customer complains to you about a faulty product from our company. How do you react?

– How can we win long-term customer loyalty?

– Which new sales channels should be leveraged to reach more customers?
An der Art und Weise, wie Bewerber Fragen zur Firma beantworten, erkennen Personalverantwortliche, wie ernsthaft die Bewerbung gemeint ist. Kandidaten, die allgemein zugängliche Kennzahlen der neuen Firma nicht parat haben – zum Beispiel die Produktpalette, die Anzahl der Beschäftigten, Umsätze der vergangenen Jahre oder weitere Firmenstandorte – disqualifizieren sich selbst. „Per Internet lassen sich ohne großen Aufwand die wichtigsten Informationen über den neuen Arbeitgeber recherchieren“, erinnert Püttjer.

Negativbeispiel:


Well, as a call centre operator I expect you make your money from customer calls. You’re a big name in this business. As companies are outsourcing more and more of their customer service, I expect you’re very busy. Every company plays to its strengths, and call centres are the experts in telecommunications.

Diese Antwort passt zu jedem Call-Center. Wer dem Firmenvertreter im Gespräch das Gefühl gibt, dass sein Unternehmen austauschbar ist, stört die Gesprächsatmosphäre nachhaltig. Eine schlampige Vorbereitung deutet darauf hin, dass der Kandidat auch bei seiner Arbeit öfter unvorbereitet agiert.

Positivbeispiel:


Yes. Your corporate website was my main source of information. Your biggest clients include Telecom International, United Telecom and Telecom Plus. You are the leading supplier of call centre solutions for telecoms companies. You don’t just offer a fault hotline, you provide a full service package. You ensure that faults are dealt with actively, by using the call centre to narrow down the problem before passing it on to technical subcontractors. On top of that you deal with upgrades of existing contracts, for example broadband for customers with dial-up or the Home Call option for mobile phone contracts.

Die Antwort verrät, dass der Bewerber sich aktiv mit seinem künftigen Arbeitgeber beschäftigt hat. Er kann die Besonderheiten im Service nennen und das Unternehmen von Konkurrenten abgrenzen. Damit weckt er Interesse an seiner Person und sichert sich die Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen im weiteren Gesprächsverlauf.

Weitere Fragen zum Unternehmen:


– Which of our locations would you most like to work at?

– What impression do you have of our company?

– Are you familiar with our competitors?

– What do you think could be improved about our business?
Konstruktives Konfliktverhalten ist eine unentbehrliche Eigenschaft im Arbeitsleben. Mit entsprechenden Fragen wollen Personalverantwortliche herausfinden, wie die Kandidaten mit Meinungsverschiedenheiten, Enttäuschungen oder sonstigen Konfliktsituationen umgehen. Wer von sich behauptet, konfliktstark zu sein, gleichzeitig aber an früheren Kollegen und Vorgesetzten kein gutes Haar lässt, fällt in diesem Fragenkomplex durch. Stattdessen sollten Kandidaten zeigen, dass sie sich vor Schwierigkeiten nicht drücken, sondern bereit sind, sich unangenehmen Situationen zu stellen, rät Püttjer.

Negativbeispiel:


Of course. If anyone has a problem with me, they can tell me so face to face. I have years of expericence in my field, nobody can make a fool of me. I’ve never been afraid to speak my mind, and I never will.

Hier verwechselt der Bewerber Konfliktfähigkeit mit Durchsetzungsvermögen. Nicht jeder Konflikt lässt sich auflösen, indem man auf seiner Position beharrt. Der Rückzug auf die fachliche Autorität verdeutlicht dem Personalverantwortlichen, dass der Bewerber zwar ein Spezialist sein mag, der aber Schwierigkeiten haben wird, sich erfolgreich in ein Team zu integrieren.

Positivbeispiel:


There are always differences of opinion at work. The important thing is to use them productively. In the sales department there was a decision to introduce call flow scripts. We in the field sales team thought that the parameters were too rigid. After discussions with the sales manager and the training manager, we reached a compromise: experienced colleagues were allowed more flexibility, and beginners were given the scripts to help them find their feet.

Der Bewerber schildert einen typischen beruflichen Konflikt aus seinem Arbeitsfeld. Starren Haltungen, die zu einer Verhärtung der Fronten geführt hätten, gibt der er keine Chance. Alle Beteiligten können bei dieser Lösung ihr Gesicht wahren. Die Verantwortlichen für den neuen Gesprächsleitfaden können ihre Absichten dort verwirklichen, wo es wirklich sinnvoll ist – nämlich bei Berufseinsteigern, während die berufserfahrenen Kollegen ihre Freiräume behalten.

Typische Fragen zum Konfliktverhalten:


– How do you react if you are criticised unfairly?

– With which personality traits of your colleagues do you have real difficulty?

– What would make you leave our company?

– Who do you turn to for advice in potentially difficult situations?
Bei Stressfragen ist der Personalverantwortliche häufig nur in zweiter Linie an der eigentlichen Antwort des Bewerbers interessiert. An erster Stelle steht vielmehr die Art und Weise, wie der Bewerber auf ungewöhnliche Fragen reagiert oder mit zusätzlichem Druck umgeht.

Das Gleiche gilt auch für den Umgang mit nicht zulässigen Fragen, die ebenfalls als Stressfragen eingesetzt werden können: Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft, Vorstrafen, Lohnpfändungen oder zu Konfessions-, Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit brauchen in Deutschland nicht beantwortet zu werden. Sie dürfen aber dann gestellt werden, wenn die Information für die zukünftige Arbeit unabdingbar ist.

Die Reaktionen auf Stressfragen zeigen schnell, wie es um die angeblich vorhandenen Soft Skills wie Belastbarkeit, Kommunikationsstärke oder Konfliktfähigkeit in der Praxis bestellt ist. Wer deshalb auf Stressfragen patzig reagiert, verbissen schweigt oder kämpferisch betont, die Frage sei schon aus arbeitsrechtlichen Gründen unzulässig, stellt sich selbst ins Abseits. Geschickter reagieren Bewerber mit einer diplomatischen und vor allem freundlichen Antwort.

Negativbeispiel:


As you know, that question is unlawful, so I’m not going to answer it.

Die Bewerberin um eine Stelle im Verkauf ist zwar im Recht, sollte sich aber dennoch versöhnlicher geben. So erweckt sie den Eindruck, dass sie zur Sturheit neigt – eine Eigenschaft, die wiederum kontraproduktiv im Umgang mit Kunden sein könnte.

Positivbeispiel:


That isn’t an issue for me, right now. I want to work in your sales department and advise your customers. That’s my top priority.

Diese Antwort ist viel geschickter als die schroffe Zurückweisung im Negativbeispiel. Mit wenigen Worten hakt die Bewerberin die Stressfrage ab und behält dabei gleichzeitig die Gesprächssituation im Blick.

Weitere Stressfragen:


– You still haven’t convinced me: why should we give you the job?

– Between you and me: they asked you to resign, didn’t they?

– Won’t you be out of your depth in this position?

– What things in your life are so important that they take precedence over your work?
In den meisten Firmen hat sich ein persönlich-wertschätzender und zielorientierter Führungsstil durchgesetzt. Deshalb haben Führungskräfte, die den Eindruck erwecken, dass sie bei aufkommenden Problemen autoritär handeln, in der Regel schlechte Karten. Auch wenn die Antworten vermuten lassen, dass der Bewerber seine künftigen Mitarbeiter nicht motivieren kann und kein Engagement bei der Auflösung schwieriger Situationen zeigt, wird er die Stelle nicht bekommen. „Lassen Sie erkennen, dass Sie zwar die Zügel in der Hand halten, Ihren Mitarbeitern aber grundsätzlich Wertschätzung und Vertrauen entgegenbringen“, rät Püttjer.

Negativbeispiel:


I give clear and direct instructions. I avoid unnecessary discussion. At the end of the day, everyone has to recognise that their job depends on the good of the company.

Personalverantwortliche reagieren ungehalten, wenn sie aus den Antworten der Bewerber heraushören, dass über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg geführt wird. In Zeiten flacher Hierarchien und abteilungsübergreifender Projektarbeit sind selbstherrliche Abteilungskönige ein Störfaktor im Unternehmen. Da Führungsfehler zu Missstimmungen und einer hohen Mitarbeiterfluktuation führen, bedeuten sie zudem Mehrarbeit für die Personalabteilung.

Positivbeispiel:


It’s important for employees to understand the reasoning behind a decision. The individual needs to know and understand why I want him or her to do a particular thing. I’ve always found management by objectives to be an effective approach. I agree with clearly defined objectives for my people – taking their individual potential into account, so that I don’t ask too much or too little of them. I monitor their progress with interim reporting. When the opportunity arises, I use meetings to put their achievements into an overall context, so that they can see that their work is actually moving the company forward.

Der Bewerber schafft den schwierigen Spagat zwischen Autorität und Laissez-faire. Es wird deutlich, dass er darauf achtet, dass seine Mitarbeiter ihr individuelles Potenzial einbringen können. Der Bewerber ist nicht nur ein guter Kommunikator und Organisator, er steigert auch die Motivation seiner Mitarbeiter, indem er Teilerfolge in Meetings präsentiert.

Mögliche Fragen zum Führungsstil:


– What management principles do you apply?

– How to you motivate your staff?

– In what situations do you find it difficult to make a decision?

– What in your view are the differences between managing a department and managing a project?
Irgendwann kommt im Vorstellungsgespräch der Punkt, an dem es um Ihre Gehaltsvorstellungen geht, die Sie bereits bei der Vorbereitung für sich beantworten sollten. Viele Bewerber scheuen sich vor dieser Frage, da sie befürchten, zu viel zu fordern oder sich unter Wert zu verkaufen. Informieren Sie sich vor dem Gespräch über die in Ihrer Branche üblichen Gehälter. „Liefern Sie Belege dafür, wie Sie Arbeitsprozesse effizienter organisiert haben, Qualitätsverbesserungen herbeigeführt und Vertriebsziele erreicht haben“, sagt Püttjer. Ein ausreichender Verhandlungsspielraum ermöglicht, dass Ihnen der Gesprächspartner etwas entgegenkommen kann.

Negativbeispiel:


I really can’t answer that question. It isn’t my decision, it’s my employer’s.

Mit seiner Antwort verspielt der Bewerber die Chance, zum Abschluss des Gesprächs noch einmal sein berufliches Profil in die Waagschale zu werfen. Er zeigt sich zudem schlecht vorbereitet, da er offensichtlich nicht den für die Position üblichen Gehaltsrahmen kennt.

Positivbeispiel:


I think so. After all, my salary request is in line with the usual remuneration for the position. I have a good grasp of routine marketing support duties, I’ve already updated catalogues and advertising materials, prepared sales statistics and been responsible for direct marketing campaigns. In addition, I also have experience in organising trade fair participation and promotional events.

Der Bewerber zählt noch einmal die Stärken seines Profils auf und betont, dass sein Gehaltswunsch im üblichen Rahmen für diese Position liegt.

Mögliche Fragen zum Thema Gehalt:


– The candidate who sat there before you asked for 20 per cent less than you. Why should we choose you?

– We definitely can’t pay you as much as your present employer. So why do you still want the job? Have you been asked to resign?

– We’ll offer you a company car for your private use, but you reduce your salary requirements by 10 per cent. How does that sound?

– You aren’t very good at judging your market value, are you?

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