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Freitag, 31. Juli 2009

Rezession in den USA bald vorbei

Krisenticker: Wichtige Wirtschaftsmeldungen:

+++ Krisenticker +++ Rezession in den USA schwächt sich ab

TOPMELDUNG 1 – Neuer Lichtblick für die US-Konjunktur: Die Talfahrt der größten Volkswirtschaft der Welt hat sich im zweiten Quartal deutlich verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte aufs Jahr hochgerechnet nur noch um ein Prozent, wie das US-Handelsministerium am Freitag mitteilte. In den ersten drei Monaten hatte das Minus nach revidierten Zahlen noch 6,4 Prozent betragen. Ökonomen hatten für das zweite Quartal im Schnitt ein Minus von um die 1,5 Prozent prognostiziert. Der Rückgang ist der vierte in Folge und damit die längste Abwärtsbewegung seit Einführung der quartalsweisen BIP-Berechnung 1947. Seit 1957 war die US-Wirtschaft nicht mehr so stark geschrumpft wie in dieser Rezession, die offiziell im Dezember 2007 begonnen hatte. „Wir sehen ganz bestimmt eine Wende, aber die Erholung wirdlangs am und quälend werden“, sagte der Chefökonom der US-Bank Wells Fargo, John Silvia, der Fachagentur Bloomberg.

source: bild


Freitag, 8. Mai 2009

US-Immobilien Der Tiefpunkt scheint erreicht

US-Immobilien

Der Tiefpunkt scheint erreicht

Zaghafte Hoffnung keimt auf: Dreht der US-Häusermarkt? Die Lichtblicke mehren sich. Doch eine wirkliche Wende ist erst 2011 in Sicht.
Von FOCUS-MONEY-Redakteur Christian Bieker
Regierung - US-Konjunkturpaket tritt heute in Kraft
dpa
Marktbeobachter sehen erste Hoffnungszeichen
Es war die Party des Jahrhunderts. Der Wert von Häusern explodierte in einigen Regionen um 30 Prozent pro Jahr. Makler verkauften selbst Bruchbuden zu horrenden Summen. In Boomtowns wie Miami stiegen die Preise von Januar 2000 bis Dezember 2006 fast um das Dreifache. Niedrige Zinsen und gierige Banken lockten finanzschwache Käufer – ein scheinbar endlos drehendes Glücksrad. Jene zwei Drittel US-Bürger, die in den eigenen vier Wänden wohnten, fühlten sich wie Goldminenbesitzer. Sie beliehen ihr Haus für Urlaube und Autos.

Die Blase platzte vor zwei Jahren – und riss die Welt in den Abgrund. Finanzjongleure hatten die windigen Hypotheken zu Wertpapieren verpackt und rund um den Globus verteilt. Der US-Häusermarkt war der erste Dominostein, der alles ins Wanken brachte: die Banken, die Börsen, die Industrieproduktion, den Welthandel. Um 30 Prozent haben sich US-Immobilien seit Mitte 2006 im Schnitt verbilligt. Nun keimt erstmals Hoffnung: Die Schockwellen, die aus dem Epizentrum der Finanzkrise um den Globus jagen, schwächen sich offenbar ab. „Erstmals verlangsamt sich das Tempo des Preisverfalls“, meldete vergangene Woche die Rating-Agentur S&P, die den führenden Case-Shiller-Hauspreisindex ermittelt.

Verlangsamter Preisverfall


Zwar rutschten die Immobilienwerte nach den neuesten Zahlen auch im Februar gegenüber Januar ab – um 2,2 Prozent. „Aber zum ersten Mal seit Oktober 2007 markiert der Index gegenüber dem Vorjahr keinen Rekordverlust mehr“, erläuterte David Blitzer, Vorsitzender des Index-Ausschusses von S&P. Der Preiseinbruch hatte im Januar im Jahresvergleich noch 19 Prozent betragen – im Februar schwächte sich das Minus in den zwanzig wichtigsten Ballungsräumen auf 18,6 Prozent ab. „Wir brauchen aber einige Monate, um zu sehen, ob die Häuserpreise endgültig drehen“, sagte Blitzer.
Hauspreis-Entwicklung in US-Ballungsregionen (Februar 2009)

BallungsraumVeränderung Vorjahr in ProzentVeränderung Vormonat in Prozent
Phoenix-35,2-1,6
Las Vegas-31,7-3,6
San Francisco-31,0-3,3
Miami-29,5-3,0
Los Angeles-24,1-2,0
Detroit-23,6-3,8
Chicago-17,6-3,4
New York-10,2-1,6
Boston-7,2-1,3
Dallas-4,5-0,3
Stand: Mai 2009Quelle: S&P Case-Shiller

Die Nachricht vom gebremsten Fall ist nicht der einzige Hoffnungsschimmer. Nach Zahlen des US-Maklerverbands NAR zogen die Durchschnittspreise zuletzt sogar an. Von Februar auf März kletterte das Niveau landesweit um 4,2 Prozent. Auch die Zahl der verkauften Häuser und die der neu beantragten Hypotheken stieg. Der Rückstau an Objekten, die zum Verkauf stehen, ging im März dagegen um 1,6 Prozent auf 3,74 Millionen zurück, gegenüber März 2008 sogar um neun Prozent. Positiv entwickelte sich auch die Leerstandsrate.
„Die gefallenen Preise locken Erstkäufer“, meldete die „New York Times“. Mehr als die Hälfte der Neubesitzer greifen zum ersten Mal zu. Angesichts der Niedrigzinsen können sich immer mehr Mieter eine Immobilie leisten. Hinzu kommt der staatliche Steuerbonus in Höhe von 8000 Dollar. Seit Anfang der 90er-Jahre waren Häuser in den USA für Normalverdiener nicht mehr so erschwinglich.

„Der Kundenverkehr bei unseren Mitgliedern nimmt spürbar zu“, berichtet Lawrence Yun, Volkswirt der NAR. Die Organisation strahlt landesweit Radiospots aus, die ein Ende der Krise verkünden: „Was machst du denn da, Schatz?“, fragt eine Frau ihren Mann, der im Garten gräbt. „Ich suche den Boden.“ Als er mit dem Spaten den unterirdischen Schlauch der Sprinkleranlage durchschlägt, lacht die Frau höhnisch. Die Botschaft ist klar: Wer zu lange auf den Tiefpunkt wartet, steht bald im Regen.

Klopfen im Keller


Die Immobilienhändler versuchen, den Markt hochzureden – die wahre Lage bleibt aber brisant. Die jüngsten Erfolgsmeldungen sind ein Lebenszeichen, ein Klopfen im Keller – aber noch keine Wende. Der Abschwung verliert in Teilen des „Sun Belt“ an Fahrt, also in den Sonnenstaaten Kalifornien, Florida, Nevada und Arizona, die bisher am stärksten litten. Die drei Städte mit dem größten Preisverfall im Jahresvergleich liegen zwar weiter im Südwesten und Westen – Phoenix (-35 %), Las Vegas (-32 %) und San Francisco (-31 %).

>Das Tempo des Einbruchs schwächte sich aber im Februar ab. Viel heiße Luft ist hier schon entwichen. In Arizonas Wüstenmetropole Phoenix, der fünftgrößten Stadt der USA, halbierten sich die Preise seit Ende 2006. Ein Eigenheim kostet im Schnitt nur noch zwölf Prozent mehr als zu Beginn des Booms. „Die Häuserverkäufe bewegen sich vor allem in den am härtesten getroffenen Regionen nach oben“, beobachtet Mark Vitner, Ökonom der US-Bank Wachovia.
Dafür frisst sich die Krise auf die andere Seite des Kontinents vor. Der Nordosten der USA galt lange als stabil. Im Februar zählten aber New York und Washington zu den vier Ballungsräumen, in denen sich der Preisverfall beschleunigte. Beide Städte hatten bisher am wenigsten gelitten – das Preisniveau liegt noch 70 Prozent über dem Jahr 2000. Doch seit viele Banker ihre Jobs an der Wall Street verlieren, steigt der Druck auch in diesem Landesteil: Während im März im Westen der USA im Jahresvergleich 22 Prozent mehr Häuser einen Käufer fanden, brach das Geschäft im Nordosten um 20 Prozent ein.

Fast die Hälfte der Objekte, die landesweit auf den Markt kommen, stammt aus Notverkäufen. Diese Flut drückt die Preise. Wann sich der Markt stabilisiert, hängt davon ab, wie viele Häuser noch unter den Hammer kommen. Die gute Nachricht: Die Zwangsvollstreckungennehmen seit Sommer 2008 ab, von 668 000 auf 630 000 Ende 2008. Die schlechte Nachricht: Die Zahlen sind durch ein Moratorium für Zwangsverkäufe der staatlichen Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verzerrt. Der Aufschub, den auch Großbanken ihren Kunden gewährten, lief zum 1. April aus. Ein Gutteil der Stabilisierung am Häusermarkt sei „auf den Vollstreckungsstopp zurückzuführen“, warnt die Investmentbank Goldman Sachs.

Denn das Heer der Hausbesitzer, die ihre Schuld nicht mehr bedienen können, schwillt weiter an. Im Februar waren 3,2 Millionen Hypothekenzahler mindestens 60 Tage in Verzug – 13 Prozent mehr als Ende 2008. Früher verloren säumige Eigentümer schnell ihre vier Wände. Inzwischen vergehen Monate, weil Banken eine Umschuldung versuchen. Im März legte Präsident Barack Obama ein Programm in Höhe von 75 Milliarden Dollar auf, das die Hypotheken notleidender Hausbesitzer bezuschusst. Das Hilfspaket werde „die Kredite von Millionen Familien umfinanzieren, die mit ihren Darlehen unter Wasser oder kurz davor sind“, versprach Obama. Für rund acht Millionen Besitzer hat das Verfahren allerdings kaum Sinn, weil auf ihrem Haus höhere Schulden lasten, als es noch an Wert hat.

Wende am Arbeitsmarkt


Die Hängepartie bis zum Notverkauf birgt aber Gefahren. „Es besteht das Risiko, dass einige Zwangsvollstreckungen nur aufgeschoben sind“, warnt Immobilienexperte Alec Phillips von Goldman Sachs. Beispiel Kalifornien: Die Zahl der nicht mehr bedienten Hypotheken erhöhte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent, die Notverkäufe sanken aber um fast acht Prozent. Wenn kein Wunder passiert, wird diese aufgestaute Verkaufswelle den Markt im Sommer erreichen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat bereits einen neuen Vollstreckungsstopp erlassen, der Ende Mai für 90 Tage in Kraft tritt. „Wir bezweifeln, dass der Häusermarkt entscheidend dreht, bevor sich nicht die Arbeitslosenzahlen verbessern“, sagt Wachovia-Ökonom Vitner. Die Beschäftigung werde in den USA aber bis Mitte 2010 fallen. „Wir sehen keine echte Stärke auf dem Immobilienmarkt vor dem Jahr 2011.“

Mythos Immobilie


Warum sich Häuser in den USA überhaupt verteuern sollen, hinterfragt der Yale-Professor Robert Shiller in seinem 2008 erschienenen Buch „Subprime Solutions“. Shiller erfand den maßgeblichen S&P-Case-Shiller-Häuserindex. „Die jüngste Blase stützte maßgeblich den Glauben an den Mythos, dass Immobilienpreise steigen müssen, weil Bevölkerung und Wirtschaft wachsen und die Ressource Land beschränkt ist.“ Tatsächlich seien Häuser Gebrauchsgegenstände. Ihr Wert sinke wie der aller Produkte, die dem technischen Fortschritt unterliegen. Bautechnik und Materialien veralten. Und Zement, Glas oder Arbeitskraft seien fast unbeschränkt vorhanden – und damit der Nachschub an modernen Eigenheimen.

Shillers Erklärung für die wiederkehrenden Immobilienblasen ist bestechend: Im Boom verwechseln die Menschen das Haus mit dem Bauland, das sie für kostbar halten. So stieg der Anteil des Grundstücks am Häuserwert von früher 15 Prozent auf zuletzt 50 Prozent. Doch tatsächlich sei Land – bis auf einige City-Lagen – kein knappes Gut.

Städtische Flächen machen nur 2,6 Prozent der Vereinigten Staaten aus. Warum sollten deswegen Retortenheime in Suburbs oder in der Wüste Arizonas ihren Wert vervielfachen? „Da wir jeden Tag um uns herum Häuser sehen, ist die Ansteckungsgefahr in einer Blase groß, dass wir sie für die beste Geldanlage halten“, warnt Shiller.

source: focus

Donnerstag, 12. März 2009

"FORBES"-LISTE US-Milliardäre erobern Spitzenplätze in Reichenliste zurück


"FORBES"-LISTE

US-Milliardäre erobern Spitzenplätze in Reichenliste zurück

Inder und Russen steigen ab: Die globale Rezession hat den Reichtum auf der Welt neu verteilt - Superreiche aus Schwellenländern habe laut "Forbes" im vergangenen Jahr viele Milliarden verloren. Weniger schlimm erwischt hat es die Ultra-Vermögenden in den USA und die deutschen Gebrüder Albrecht.

New York - Der größte Absteiger ist der Aufsteiger des Vorjahres: Anil Ambani, indischer Multimilliardär, verlor in der Finanzkrise geschätzte 76 Prozent seines Vermögens - 32 Milliarden Dollar. Immerhin behält Ambani seinen Platz auf der Liste des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" - im Gegensatz zu 29 Landsleuten, die ihren Status als Milliardäre verloren.

Gleich vier Inder schafften es 2008 unter die Top Ten der "Forbes"-Liste, die größte Gruppe noch vor US-Amerikanern und Russen. In diesem Jahr sind es nur noch zwei. Die Gründe dafür sind vor allem im Einbruch der indischen Börse um 44 Prozent und in der Abwertung der heimischen Währung zu finden. Die Rupie verlor im Vergleich zum Dollar 18 Prozent ihres Wertes.

Neben den Indern gehören die russischen Superreichen zu den großen Verlierern der Krise. Im Vergleich zu 2008 verlor das Land 55 Milliardäre - nach 87 im Vorjahr schafften es 2009 nur 32 Russen auf die Liste.

Moskau verlor seinen Status als Stadt mit den meisten Milliardären an New York (55). Die russische Hauptstadt landete mit 27 Superreichen sogar hinter London (28). Russland leidet vor allem unter dem Absturz des Ölpreises. Der Ölexport hatte jahrelang für einen Boom gesorgt, der Preissturz führte nun zu einem rapiden Verfall der russischen Währung.

Die USA haben dagegen ihre Vormachtstellung unter den Reichsten der Welt zurückerobert. Die amerikanischen Multimilliardäre besitzen laut "Forbes" 44 Prozent des Reichtums und 45 Prozent der Plätze auf der Liste. Doch auch in den USA haben in diesem Jahr 110 ehemalige Superreiche ihren Platz auf der Liste eingebüßt.

Die größten Verlierer

Anil Ambani: Der Inder büßte im vergangenen Jahr 32 Milliarden Dollar ein. Die Anteile seine Konzerns Reliance verloren zwei Drittel ihres Wertes. Damit kommt der Inder im "Forbes"-Ranking jetzt noch auf ein Vermögen von rund zehn Milliarden Dollar.

Lakshmi Mittal: Auch der indische Stahlmagnat büßte über die Hälfte seines Vermögens ein. Er verlor 19,3 Milliarden Dollar, bleibt aber mit 25,7 Milliarden in der Top Ten von "Forbes".

Warren Buffett: Im vergangenen Jahr war der US-Investor der reichste Mann der Welt. Diese Rolle verlor er an Microsoft-Gründer Bill Gates, der schon von 1996 bis 2008 an der Spitze stand. Buffett verlor 25 Milliarden Dollar, steht mit einem geschätzten Vermögen von 37 Milliarden nun auf Rang zwei.

Berühmte Abgänge

Maurice Greenberg: Der Gründer des US-Versicherungskonzerns AIG verlor 1,8 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor in den letzten zwölf Monaten 99 Prozent ihres Wertes.

Mark Zuckerberg: Im letzten Jahr stieg der damals 23-jährige Facebook-Gründer zum jüngsten Milliardär aller Zeiten auf. Er verlor mindestens 600 Millionen Dollar, ist nun "nur" noch ein jugendlicher Multimillionär.

Der Ex-Chef von Heinz, Anthony O'Reilly, litt vor allem unter dem Einbruch der irischen Wirtschaft. Aktien seiner Mediengruppe, Independent News & Media, verloren 90 Prozent. O'Reilly verlor 1,1 Milliarden Dollar - geschätzte 61 Prozent seines Vermögens.

Die Gewinner

Obwohl die Superreichen insgesamt 23 Prozent ihres Vermögens verloren, gab es auch Einzelne, die von der Krise profitierten. Der einzige in der Top 20, der Gewinn machte, war der New Yorker Bürgermeister und Finanznachrichtendienst-Besitzer Michael Bloomberg. Er steigerte laut "Forbes" sein Vermögen um 4,5 Milliarden auf 16 Milliarden Dollar.

John Paulson: Der Hedgefonds-Manager konnte sein Vermögen sogar verdoppeln. Seine Anlagen legten um 38 Prozent zu, während der Index S&P 500 um 39 Prozent sank.

Der jüngste Milliardär auf der berühmten Liste ist jetzt ein Deutscher: Der 25-jährige Albert von Thurn und Taxis wird auf 2,1 Milliarden Dollar geschätzt. Der Sohn von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis steht seit seinem achten Lebensjahr auf der jährlich erscheinenden "Forbes"-Liste. Aber erst mit seinem 18. Geburtstag 2001 erbte der Rennfahrer das Familienvermögen.

Beide Aldi-Brüder schafften es in die Top Ten: Karl Albrecht, 89, wird auf 21,5 Milliarden Dollar Vermögen geschätzt (Platz 6), sein zwei Jahre jüngerer Bruder Theo Albrecht auf 18,8 Milliarden Dollar (Platz 9).


source: spiegel


Mittwoch, 14. Januar 2009

Devisen: Euro weiter schwach - Dollar wieder als 'sicherer Hafen' gefragt


Devisen: Euro weiter schwach - Dollar wieder als 'sicherer Hafen' gefragt

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Mittwochabend unter der Marke von 1,32 US-Dollar gehalten, die er bereits am frühen Nachmittag durchbrochen hatte. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,3162 Dollar und litt insofern weiter unter dem trüben wirtschaftlichen Umfeld. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3173 (Dienstag 1,3262) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7591 (0,7540) Euro.

Händlern zufolge war der Greenback wieder als vermeintlich sicherer Hafen gefragt, nachdem enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA erneut die Ernsthaftigkeit der Rezession in den Vereinigten Staaten vor Augen geführt und die Anleger aus den Aktienmärkten in Geldanlagen getrieben hätten. In den USA waren die Einzelhandelsumsätze im Dezember deutlich stärker als erwartet gefallen. "Die schwachen Konjunkturdaten verleihen dem Dollar zwar nicht gerade großen Auftrieb, wirken sich aber auf andere Währungen negativer aus", sagte David Watt, Währungsstratege bei RBC Capital Markets. Der Experte verwies als Belastung für den Euro auch auf eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Ratingagentur Standard & Poor's.

"Die schwachen Konjunkturdaten machen eine weitere Zinssenkung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag immer wahrscheinlicher", ergänzte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF-Bank. Am Markt wird derzeit ein Rücknahme des Leitzinses von 2,5 Prozent auf 2,0 Prozent erwartet. Allerdings sei die Spannbreite der Schätzungen sehr hoch, sagte ein Börsianer.

Montag, 22. Dezember 2008

Weihnachts-Shopping in New York: Geld verprassen, das traut sich keiner mehr

Weihnachts-Shopping in New York:

Geld verprassen, das traut sich keiner mehr

Weihnachts-Shopping in New York: Geld verprassen, das traut sich keiner mehr
© Mario Tama/Getty Images
Viele New Yorker Geschäfte, wie hier "Banana Republic", versuchen mit zusätzlichen Prozenten Käufer anzulocken

New York City ist ein Shopping-Paradies, besonders vor Weihnachten. Im ersten Dezember nach der Wirtschaftskrise sieht aber alles anders aus. Wo sich sonst Touristen drängen, herrscht gähnende Leere. Nicht einmal mehr gut betuchte New Yorker geben gern und offensiv ihr Geld aus.


Die New York Yankees sind die berühmteste und reichste und lauteste Baseball-Mannschaft der Welt. Bescheidenheit ist ein Fremdwort für sie, Erfolg inzwischen leider auch. Die Yankees sind der Rekordmeister der amerikanischen Major League Baseball, ihren letzten großen Titel aber gewannen sie 2000. In dieser Saison fanden die Play-Offs der Liga ohne sie statt, erstmals seit 1993, was auch daran lag, dass Alex Rodriguez, ihr Homerun-König, nur abseits des Spielfeldes auffiel: als angeblicher Liebhaber von Madonna, der Pop-Königin. Champions sind die Yankees nur noch im Geld ausgeben. Das aber kommt in Zeiten von Rezession und Rekordarbeitslosigkeit nicht besonders gut an.

Im Frühling ziehen die Yankees in ein neues Stadion, dessen Bau 1,3 Milliarden Dollar gekostet hat, vorher verpflichteten sie noch schnell Carsten Charles Sabathia, genannt C.C., von den Milwaukee Brewers. C.C. Sabathia ist der beste Werfer der Liga - und nun auch der bestbezahlte: Die Yankees garantieren ihm in den nächsten sieben Jahren 161 Millionen Dollar - eine Rekordsumme. Am Donnerstag wurde Sabathia in New York City präsentiert, natürlich mit mächtig viel Getöse, derweil das "New York Magazine" leicht angeekelt fragte, wie man ausgerechnet "während einer Finanzkrise" darauf kommen könne, jemanden "zum teuersten Werfer in der Geschichte des Baseballs zu machen"?
Weihnachts-Shopping in New York: Geld verprassen, das traut sich keiner mehr
© Julie Jacobson/AP Bild-Zoom-Funktion
Trotz Finanzkrise: der riesige Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center steht auch 2008

New Yorker erzählen ungefragt, was ihr Verlobungsring wert ist
Geld ist ein wichtiges Thema in New York, jedenfalls in Manhattan; die Menschen hier definieren sich gern über ihr Einkommen und ihre Ausgaben, sie erzählen ungefragt, wie hoch ihre Miete und was ihr Verlobungsring wert ist. Nun aber, da täglich schlechte Nachrichten von der Wall Street, von überall her kommen, ist Geld auch ein sensibles Thema. Die New Yorker sind ungewöhnlich zurückhaltend und nachdenklich in diesen Tagen, da sich Weihnachten nähert und jeder, der nicht sozial blind ist wie die Yankees, spüren kann, dass etwas anders ist als sonst. Die Festtagslaune fehlt.

Manhattan in der Vorweihnachtszeit, das ist eigentlich traumhaft schön. Vor dem Rockefeller-Center leuchtet der legendäre XXXL-Weihnachtsbaum, auf den Straßen funkeln Weihnachtssterne, die Bäume tragen Lichterketten und der Sound der Stadt wird von Weihnachtslieder bestimmt: Überall hört man "White Christmas" oder "Have Yourself A Merry Little Christmas". Im Dezember 2007 reisten allein eine Million Europäer zum Christmas-Shopping nach New York und erfreuten sich am günstigen Dollar-Kurs. Auf weiten Teilen des Broadways bekam man Platzangst, nicht anders war es auf der Fifth Avenue in Midtown: Gefühlt waren dort täglich zehn Millionen Menschen unterwegs, Einheimische wie Fremde, die mit ihren Einkaufstüten die Gehwege verstopften.

Viele Verkäufer, keine Käufer
Heute aber kann man sich auf der Fifth Avenue ganz entspannt bewegen. Bei Gucci oder Roberto Cavalli sieht man viele Verkäufer herum stehen, aber kaum Einkäufer. In fast jedem Schaufenster hängen Schilder, die nach Kundschaft rufen: "Sale" steht darauf, Ausverkauf, "alles um 50 Prozent reduziert!" Nur bei Abercrombie & Fitch nicht, deren Kapuzenpullis mit Aufdruck ja bei jungen Leuten furchtbar beliebt sind, weil sie auch von Hochglanzpoppern wie David Beckham getragen werden und nicht die Welt kosten. Abercrombie & Fitch erlebte im November einen Verkaufseinbruchs von 28 Prozent, weigert sich aber, die Preise herabzusetzen, weil das die Marke billig erscheinen lassen könnte, wie der Firmenchef sagt. Schön blöd: Übermäßig voll ist der Laden gerade nicht.

Schräg gegenüber bei Tiffany gibt es jetzt rote Schildchen in den Schmuck-Vitrinen, die darauf hinweisen, wo "Schmuck unter 150 Dollar" und "Schmuck unter 200 Dollar" zu finden ist. "Die Leute geben ihr Geld nicht mehr so leicht aus", sagt einer der Angestellten "Wir alle spüren die Krise", sagt er noch, dann holt er einen silbernen Ring mit einem Mini-Diamanten hervor, kein Schnäppchen, und fragt: "Wollen Sie den mal probieren?"

Reiche shoppen anonym
Das alles heißt natürlich nicht, dass in New York City niemand Geld ausgeben mag; es gibt immer noch viele Menschen, die mehr als genug davon haben. Es scheint ihnen wegen des wirtschaftlichen Klimas aber ein bisschen unangenehm zu sein, mit dicken Tüten durch die Gegend zu laufen, auf denen Prada & Co steht. In der "New York Times" gab es kürzlich eine große Geschichte, in der es um "anonyme Luxus-Shopper" ging: Reiche Leute, die beim Geld ausgeben lieber nicht gesehen werden wollen.

Die so denken wie Maggie Buckley, Redakteurin bei der Modezeitschrift "Allure": "Es ist in diesen Zeiten ein bisschen peinlich, einkaufen zu gehen", sagt Miss Buckley, "das hat fast etwas vulgäres." Sie geht jetzt lieber zu privaten Kaufveranstaltungen, von denen es in der Stadt neuerdings eine Menge gibt: Tupperwarepartys im High End-Bereich. Sie finden in Luxus-Hotels statt oder in Luxus-Apartments, Designer oder Juweliere bieten ihre Luxusgüter im ausgewählten Kreis an. Man ist unter seinesgleichen - und niemand muss sich schämen, der eine Brosche mit Diamanten und Saphiren kauft, die etwa so viel kostet wie ein Privatflugzeug.

source stern

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Bank of America kündigt Abbau von 35.000 Jobs an

NACH MERRILL- LYNCH- ÜBERNAHME

Bank of America kündigt Abbau von 35.000 Jobs an

Radikalkur beim größten Kreditinstitut der USA: Die Bank of America hat einschneidende Sparpläne angekündigt. Im Zuge der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch sollen 35.000 Jobs wegfallen - das ist mehr als ein Zehntel der gesamten Belegschaft. mehr...

source spiegel

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Finanzkrise Update: Harvard-Uni verliert acht Milliarden Dollar

Krisenticker

Harvard-Uni verliert acht Milliarden Dollar

Die amerikanische Harvard-Universität hat am Anlagemarkt binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar verloren. Die neuseeländische Zentralbank hat den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte gesenkt. Der Ölpreis fällt auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.50 Uhr: Die neuseeländische Zentralbank hat den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte auf 5 Prozent gesenkt. Dieser größte Zinsschritt der Bank seit Beginn der Finanzmarktturbulenzen war von Volkswirten des Landes erwartet worden. Seit Juli hat die Bank den Zins von 8,25 Prozent um 3,25 Prozentpunkte gesenkt.

Acht Milliarden Verlust in vier Monaten: Die Harvard-Uni in den USA
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Acht Milliarden Verlust in vier Monaten: Die Harvard-Uni in den USA

© Getty Images
20.31 Uhr: Die wirtschaftliche Aktivität in den USA hat sich laut dem Konjunkturbericht der US-Notenbank ("Beige Book") seit Oktober weiter abgeschwächt. Die zwölf Notenbank-Distrikte hätten über nachlassende Einzelhandelsumsätze berichtet, schreibt die Federal Reserve in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die Fahrzeugverkäufe seien in den meisten Distrikten stark zurückgegangen. Im Verarbeitenden Gewerbe sei die wirtschaftliche Aktivität überwiegend geschrumpft und die Auftragseingänge schwach ausgefallen.

20.20 Uhr: Die Finanzkrise macht auch vor den Eliteuniversitäten der USA nicht halt. Die reichste Hochschule des Landes, die Harvard-Universität in Massachusetts, verlor nach eigenen Angaben vom Mittwoch binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar. Der uni-eigene Investmentfonds Harvard Management Company, aus dem die Hochschule mehr als ein Drittel ihrer operativen Kosten finanziert, habe zwischen Juli und November 22 Prozent an Wert verloren, teilte Harvard-Präsidentin Drew Faust mit. Der bislang höchste Wertverlust war den Angaben zufolge im Jahr 1974 mit einem Minus von 12 Prozent verzeichnet worden. Trotz ihres großen Vermögens berechnet die prestigeträchtige Universität ihren Studenten inzwischen 45.000 Dollar Studiengebühren pro Jahr.

19.29 Uhr: Die Europäische Kommission hat ein Rettungspaket für die Fortis Bank und die Fortis Bank Luxemburg genehmigt. "Der Zusammenbruch von Fortis hätte bedenkliche Folgen für die Wirtschaftssysteme mehrerer Mitgliedstaaten mit sich gebracht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch. Die Beihilfemaßnahmen würden auf die spezifischen Probleme der Bank eingehen und ihre Sanierung ermöglichen. Da sie auch die Größe der Fortis Bank um 40 Prozent verringerten, bestehe keine Gefahr von übermäßigen Wettbewerbsverzerrungen.

18.53 Uhr: Der designierte US-Präsident Barack Obama sieht in den jüngsten Sanierungsplänen der führenden amerikanischen Autobauer einen Fortschritt. Obama sagte am Mittwoch in Chicago, die am Dienstag vorlegten Programme erschienen "vollständiger". Der Kongress habe richtig gehandelt, als er die Autobauer abgewiesen und in die Pflicht genommen habe. Vor einer konkreten Bewertung will er aber erst die für Donnerstag und Freitag angesetzten Kongressanhörungen zu diesem Thema abwarten. "Wir sollten eine lebensfähige Autoindustrie aufrechterhalten, aber wir sollten auch sicherstellen, dass jegliche staatliche Hilfe auf einer realistischen Einschätzung dessen basiert, wie diese Industrie aussehen wird", sagte Obama.

Immer billiger: Der Ölpreis fällt zurzeit
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Immer billiger: Der Ölpreis fällt zurzeit

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17.47 Uhr: Der Ölpreis ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen. In London kostete ein Fass (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zeitweise 44,87 US-Dollar und damit so wenig wie seit Februar 2005 nicht mehr. Auch in New York erreichte der Preis für die Referenzsorte Light Sweet Crude den tiefsten Stand seit Anfang 2005 und lag bei 46,42 Dollar. Im Vergleich zu seinem Höchststand im Juli von über 147 Dollar ging der Ölpreis damit teilweise um mehr als 100 Dollar zurück, ein Minus von 70 Prozent. Grund für den weiteren Preisrückgang beim Öl ist nach Einschätzung von Händlern die Entscheidung des Erölkartells OPEC vom Wochenende, die Fördermengen nicht weiter zu kürzen.

17.42 Uhr: Das Weiße Haus wird sich bei der Überprüfung der von den großen US-Automobilherstellern beantragten Staatshilfen in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar Zeit lassen. Die Regierung werde voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche ihre Entscheidung fällen, sagte Tony Fratto, Sprecher des Weißen Hauses, in Washington. Die Regierung wolle zuerst noch die Äußerungen der Vorstandsvorsitzenden von Chrysler, General Motors und Ford vor dem US-Kongress abwarten. Rick Wagoner, Alan Mullaly und Bob Nardelli werden am Donnerstag und Freitag persönlich vor dem Kongress Rede und Antwort über ihre Pläne stehen.

17 Uhr: Trotz erneut schlechter Konjunkturnachrichten haben vermeintliche Schnäppchenjäger an den US-Börsen wieder zugegriffen und die wichtigsten Indizes in die Gewinnzone getrieben. Auch der Dax drehte kurz vor Handelsschluss ins Plus, nachdem er zeitweise 3 Prozent schwächer notiert hatte. Die Nachrichten von der Konjunkturseite sind unterdessen nicht berauschend: So war die Beschäftigung im November dem Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing zufolge weiter deutlich gesunken und der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor rutschte auf ein Rekordtief.

15.48 Uhr: An der Wall Street startet der Dow-Jones-Index im Minus. Das Börsenbarometer gibt in der ersten Viertelstunde um 1,5 Prozent auf 8295 Punkte nach.

Fressen und gefressen werden: Die Lufthansa gilt im Wettbewerb der Airlines als Angreifer
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Fressen und gefressen werden: Die Lufthansa gilt im Wettbewerb der Airlines als Angreifer

© DPA
15.41 Uhr: Die Luftfahrtindustrie steht einer neuen Studie zufolge vor weiteren Fusionen. Drei Viertel der Spitzenmanager aus der Branche sehen in der Zusammenlegung von Fluggesellschaften die Lösung im Kampf gegen rückläufige Nachfrage und steigende Kosten, heißt es in der am Mittwoch in Frankfurt vorgelegten Studie der Unternehmensberatung Droege & Comp. und des Luftfahrtverbandes Barig, der praktisch alle in Deutschland tätigen Airlines vertritt. "Es reicht nicht, die Preise zu erhöhen, es muss zu Konsolidierungen kommen", sagte Barig-Generalsekretär Martin Gaebges.

15.23 Uhr: Die Bundesregierung will wegen der Finanzkrise auch der deutschen Schiffsbranche helfen. Die staatliche KfW-Bank stelle aus einem Förderprogramm unter anderem Kredite für Schiffsneubauten bereit, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Berlin. Zudem plane sie einen Runden Tisch mit Bankenvertretern, um die Schiffsfinanzierung wieder zu erleichtern. "Immer mehr Banken ziehen sich aus der Schiffsfinanzierung zurück", sagte Wöhrl, die Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft ist. Die staatliche KfW-Bank vergibt demnach deshalb über die Hausbanken Darlehen aus einem Topf mit insgesamt 15 Milliarden Euro.

15.10 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt vor der Gefahr einer internationalen Deflation. "Das ist eine reales Risiko, dem wir ins Auge sehen müssen - angesichts der schnell fallenden Preise für Rohstoffe und des Umstandes, dass die Rezession die Nachfrage drückt", sagte der stellvertretende OECD-Generaldirektor Pier Carlo Padoan.

Gruß aus der Vergangenheit: Lehman Brothers meldete im September Insolvenz an
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Gruß aus der Vergangenheit: Lehman Brothers meldete im September Insolvenz an

© Getty Images
14.30 Uhr: Schweden erwägt, den Automobilherstellern Volvo und Saab unter die Arme zu greifen. Die Regierung spreche nach wie vor über Hilfen, sagte die schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson am Mittwoch. Schweden sei aber nicht daran interessiert, die Automobilhersteller zu übernehmen. Eine Möglichkeit der Unterstützung sei es, den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Automobilhersteller Finanzmittel zukommen zu lassen.

13.37 Uhr: Zwölf große Raffinerien in China, die für ein Drittel der gesamten Kapazität des Landes stehen, wollen im Dezember 5 Prozent weniger Benzin oder Heizöl herstellen als im November, wie eine Reuters-Umfrage ergab. Das wäre bereits der zweite Rückgang in Folge. Grund ist die geringere Nachfrage.

12.52 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält den Untergang einer weiteren großen Bank für möglich. Zudem sei die Wirtschaftsstimmung derzeit so schlecht, dass vorhandene liquide Mittel trotz staatlicher Stützungsmaßnahmen möglicherweise nicht genutzt würden. "Das ist ein grundsätzliches Risiko", sagte OECD-Vizedirektor Pier Carlo Padoan.

12.35 Uhr: Der Versicherer Talanx muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das drittgrößte deutsche Versicherungsunternehmen rechnet für 2008 nur noch mit einem Gewinn von 32 Millionen Euro. Durch Abschreibungen werde das Ergebnis aus Kapitalanlagen mit 1,1 Milliarden Euro belastet, sagte Talanx-Chef Herbert Haas Dienstagabend. Grund sind die sinkenden Wertpapierkurse.

12.20 Uhr: Volkswagen hat in den USA im November im Vergleich zum Vorjahresmonat 19,2 Prozent weniger Autos verkauft. In den ersten elf Monaten fiel der Absatz um 2,1 Prozent auf 206.000 Fahrzeuge. Damit steht Volkswagen aber noch wesentlich besser da als der Gesamtmarkt, der im November um 37 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 26 Jahren eingebrochen war.

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Mehr Insolvenzen: Creditreform sagt für 2008 so viele Firmenpleiten voraus, wie seit fünf Jahren nicht mehr

© DDP
11.30 Uhr: Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist nach Berechnungen von Creditreform 2008 erstmals seit fünf Jahren gestiegen. Insgesamt würden im laufenden Jahr wohl 29.800 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das seien 2,2 Prozent mehr als zuvor, prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei.

11.15 Uhr: Die Bayerische Landesbank ist in den ersten neun Monaten des Jahres tief in die roten Zahlen gerutscht. Die zweitgrößte deutsche Landesbank erlitt von Januar bis September einen operativen Verlust von rund 1,67 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten die Münchener noch ein Ergebnis von 191 Millionen Euro eingefahren. Die Bank will bis zum Jahr 2013 etwa 5600 Stellen streichen.

10.20 Uhr: MAN muss seine Lastwagenproduktion im kommenden Jahr deutlich zurückfahren. Grund: Ein Auftragseinbruch im dritten Quartal. "Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass es besser wird", sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson. Allein im ersten Halbjahr seien 40 bis 50 Schließtage geplant. Damit will MAN die Kosten im Gesamtjahr um rund 30 Prozent drücken.

10.00 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba stellt in der Chipbranchenkrise (...mehr) ganze Sparten auf den Prüfstand. Zudem erwäge das Unternehmen, Fertigungen für Systemchips in Übersee zu konzentrieren. Die zuletzt bereits nach unten revidierten Wachstumsprognosen für die Branche bezeichnete Toshiba-Spitzenmanager Masashi Muromachi als noch immer sehr optimistisch.

Vertrauen verloren: Chinas Staatsfonds sieht von Investments in westliche Finanzinstitute vorerst ab
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Vertrauen verloren: Chinas Staatsfonds sieht von Investments in westliche Finanzinstitute vorerst ab

© REUTERS
09.34 Uhr: Der staatliche chinesische Vermögensfonds China Investment Corp (CIC) hat angekündigt, vorerst nicht mehr in westliche Finanzinstitute zu investieren. Wegen der "unsicheren" und unbeständigen Finanzpolitik ausländischer Regierungen habe sich sein Unternehmen gegen derartige Anlagen entschieden, sagte CIC-Chef Lou Jiwei nach Angaben des "Wall Street Journal". Derzeit gebe es für CIC-Investitionen im westlichen Ausland "wirklich keinen Schutz", sagte Lou der Zeitung zufolge.

09.25 Uhr: Die BayernLB hat im dritten Quartal ein negatives operatives Ergebnis von rund einer Milliarden Euro hinnehmen müssen. Für die ersten neun Monate summierte sich der Verlust operativ auf 1,674 Milliarden Euro, nachdem die Münchener Landesbank im Vorjahreszeitraum noch 191 Millionen Euro verdient hatte. Die Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten hätten die zufriedenstellende Entwicklung im operativen Kundengeschäft überdeckt, kommentierte das Institut sein eigenes Ergebnis.

09.10 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet (...mehr) . Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um gut ein Prozent auf 4486 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte sank um 0,3 Prozent auf 5124 Zähler. Der TecDax verlor 0,5 Prozent auf 474 Punkte.

09.00 Uhr: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird bei der kommenden Sitzung im Dezember zur Stützung der Preise offenbar eine weitere Senkung der Rohölförderung beschließen. Die Opec werde die Fördermenge "definitiv" kürzen, sagte Katars Energieminister Abdulla Bin Hamad Al Attiyah am Mittwoch.

08.05 Uhr: Italiens größtes Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia hat weitere Stellenkürzungen angekündigt. Der Konzern werde zusätzlich zu den bereits bekannten 5000 Kürzungen bis 2010 in Italien weitere 4000 Arbeitsplätze streichen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zudem will das Unternehmen, das in Deutschland mit Hansenet um Kunden wirbt, Sparten abstoßen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Dafür sollen bis zu drei Milliarden Euro in die Unternehmenskasse fließen.

08.00 Uhr: Die angekündigte Umstrukturierung der schwer angeschlagenen BayernLB wird auch zu einer Neuausrichtung der Tochter SaarLB führen. So soll die SaarLB auf Dauer eine rechtlich eigenständige Landesbank bleiben, die sich primär auf die Funktionen als Hausbank für das Saarland und landeseigene Unternehmen, als deutsch-französische Mittelstandsbank und als Sparkassenzentralinstitut fokussiere, teilten die Anteilseigner der SaarLB am Dienstagabend gemeinsam mit.

07.55 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Vize Jürgen Rüttgers befürwortet ein weiteres Investitionsprogramm des Bundes. Auch Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) hält einen Nachschlag zum Investitionspaket des Bundes für denkbar. Presseangaben zufolge setzen sich auch SPD-Chef Franz Müntefering und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) für weitere Konjunkturhilfen ein. Angeblich wird in der Koalition bereits an einem zweiten Konjunkturprogramm gearbeitet.

Luftfahrtkrise: Delta Airlines muss Kapazitäten reduzieren
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Luftfahrtkrise: Delta Airlines muss Kapazitäten reduzieren

© Getty Images
07. 45 Uhr: Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines will ihre Kapazitäten wegen der Nachfrageschwäche infolge der Wirtschaftskrise weiter zurückfahren. Angesichts der zurückgehenden Nachfrage sollen die Kapazitäten 2009 um 6 bis 8 Prozent zurückgefahren werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In den USA rechnet Delta mit einem Rückgang von 8 Prozent bis 10 Prozent, weltweit werden es 3 bis 5 Prozent sein.

07.30 Uhr: Die asiatischen Aktienmärkte haben nach positiven US-Vorgaben am Mittwoch überwiegend Gewinne verzeichnet. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-225-Index um 1,8 Prozent auf 8004 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 1,5 Prozent höher bei 799 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Singapur, Hongkong und Shanghai tendierten fester. Dagegen verloren die Börsen in Südkorea und Taiwan.


source manager magazin


Sonntag, 16. November 2008

Der Ex-US-Präsident Bill Clinton: „Die Finanzkrise kann drei Jahre dauern"


Bill Clinton: „Die Finanzkrise kann drei Jahre dauern“

Der Ex-US-Präsident Bill Clinton: „Die Finanzkrise kann drei Jahre dauern"

Ein globales Problem: Liegen unter deutschen Weihnachtsbäumen weniger Geschenke, verlieren Menschen in China ihren Job


Die weltweite Finanzkrise – sie hat auch Ex-Präsident Clinton überrascht: „Niemand konnte ahnen, dass die Krise mit einer solchen Wucht über uns hineinbricht“, sagte Clinton

Clinton prophezeit: „Die Finanzkrise kann bis zu drei Jahre dauern!“

Das Wichtigste sei jetzt: Die Verbraucher müssten wieder Vertrauen in die Wirtschaft fassen die Banken wieder liquide werden, analysierte der Ex-US-Präsident.


Mit einem Paket von 50 Maßnahmen wollen die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen die Finanzkrise in den Griff bekommen. Märkte sollen stärker kontrolliert, den Bankern soll mehr auf die Finger geschaut werden. Doch die Zeiten, in denen Europa und die USA diese Problem allein anpacken könnten, sind vorbei.


Vom Fabrikarbeiter in Indien über den Banker in New York bis hin zum Aldi-Käufer in Deutschland: Alle sind von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen! Denn: Sie alle sind durch weltweite Geld- und Handelsströme miteinander verbunden. Geraten diese Ströme an einer Stelle ins Stocken, hat das Auswirkungen auf das gesamte System.

Aus Unsicherheit wird Angst!

Als in den USA die ersten Immobilienkredite platzten, nahm die Welt das gelassen zur Kenntnis. Aus Asien und Europa gesehen, waren die USA und damit das Problem weit weg. Dann gingen die ersten kleineren Banken pleite, die internationale Finanzwelt wurde hellhörig.

Als Großbanken wie Lehman Brothers in den Strudel gerieten, die Wall Street abstürzte und die Weltbörsen mit sich riss, reagierte die Bankenwelt plötzlich geschockt: Kredite gab es kaum noch, denn keine Bank konnte mehr sicher sein, ihr Geld wieder zu bekommen.

Wie ein Dominostein den nächsten reißt die Krise nun auch Finanz-Firmen in Europa und Deutschland (Hypo Real Estate) um. Sogar ganzen Länder wie Ungarn und Island droht die Zahlungsunfähigkeit.

Die Unsicherheit an den Börsen überträgt sich auf die Verbraucher in der ganzen Welt. Sie halten ihr Geld zusammen, kaufen weniger. Teils aus Angst vor Jobverlust, teils in der Hoffnung, die Preise würden fallen.


Weniger Konsum, weniger Handel!

Als erstes wird auf Produkte verzichtet, die teuer sind und deren Anschaffung leicht verschoben werden kann: Autos! Das trifft die inländischen Autobauer und Zulieferer, aber auch deren Konkurrenten auf der ganzen Welt. Doch bei den Autos bleibt es nicht.

Da bei Mieten und beim Energieverbrauch kurzfristig kaum gespart werden kann, kaufen die Leute weniger Lebensmittel, weniger Kleidung. Sie leisten sich weniger Restaurantbesuche, sparen beim Urlaub und kaufen billigere Geschenke.

Wenn weniger gekauft wird, stornieren die Warenhäuser ihre Aufträge. Metro und Ikea drosseln ihre Produktion in Asien oder kaufen weniger ein. Reedereien und andere Transportunternehmen fahren ihre Kapazitäten zurück.

Europa kauft weniger, Asien produziert weniger!

Weil Herr Müller in Dortmund seine Stereoanlage erst nächstes oder übernächstes Jahr kaufen will, verliert Herr Wang in Südchina heute seinen Job. Elektronik, Kleidung, Spielzeug und vieles mehr wird massenweise aus Asien eingeführt. Bleibt die Nachfrage längere Zeit weg, werden dort ganze Werke geschlossen, verlieren Tausende ihre Jobs.

Wer nichts mehr produziert, braucht keine Rohstoffe mehr und hat auch kein Geld mehr Waren einzukaufen. Die Handelskrise in Asien schlägt auf den Westen zurück. Er bleibt auf Autos, Technik und Maschinen sitzen.

Die Krise trifft jetzt die Exportländer wie Deutschland und Japan.

Außerdem: Ob als Handlanger auf den Mega-Baustellen in Dubai oder als Dienstmädchen in den Manager-Haushalten von New York:

Millionen von Gastarbeitern schuften im Ausland für ihre Angehörigen in der Dritten Welt.


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Samstag, 15. November 2008

Pünktlich zu Weihnachten steigen Zollfreibeträge Ab 1. Dezember lohnt sich Shopping im Ausland


Freigrenzen für zollfreien Einkauf sinken zum 1. Dezember

Pünktlich zu Weihnachten steigen Zollfreibeträge Ab 1. Dezember lohnt sich Shopping im Ausland

Ab 1. Dezember lohnt sich das Weihnachts-Shopping im Ausland so richtig: Flug- und Schiffreisende dürfen dann zollfreie Waren aus dem Ausland bis zu einem Wert von 430 Euro einführen. Allerdings nur aus Nicht-EU-Ländern.

Diese neue Freigrenze gilt auch für Elektronik und Kleidung. Wer mit dem Auto oder per Bahn zurück in die EU reist, darf künftig Waren im Wert von 300 Euro zollfrei einführen, für Kinder unter 15 Jahren liegt die Grenze bei 175 Euro.

Die Freimengen gelten aber immer nur für jeweils eine Person – auf Gruppenreisen lassen sie sich also nicht einfach addieren, erklärt Eugen Bresemann von der Bundesfinanzdirektion West in Köln. „Wer also zu zweit mit dem Flugzeug reist und zwei MP3-Player für je 400 Euro kauft, muss künftig keine Abgaben zahlen. Bei einem Laptop für 800 Euro fällt dagegen Zoll an.“

Die Zollregeln für die Einfuhr von Tabakwaren und Spirituosen aus Nicht-EU-Ländern bleiben unverändert. Urlauber ab 17 Jahren dürfen 200 Zigaretten und zwei Liter Likör oder Schaumwein mitnehmen, für Hochprozentiges liegt die Grenze bei einem Liter. Zusätzlich sind in Zukunft vier Liter nicht schäumende Weine und 16 Liter Bier zollfrei. Die Reisemitbringsel dürfen aber ausschließlich zum persönlichen Gebrauch dienen oder als Geschenk bestimmt sein.

Auch innerhalb der EU gibt es Veränderungen: Einkaufstouristen dürfen ab 1. Januar 2009 aus Polen deutlich mehr Zigaretten als bisher zollfrei einführen. Vom 1. Januar an dürfen dann 800 Zigaretten statt bisher nur 200 zollfrei aus dem Nachbarland mitgeführt werden.


source spiegel


Dienstag, 28. Oktober 2008

Viele Wall-Street-Banker leiden an Depressionen Psychologen: Die Gewinner der Finanzkrise

Viele Wall-Street-Banker leiden an Depressionen Psychologen: Die Gewinner der Finanzkrise

Wer in Manhattan lebt, trifft unweigerlich Wall-Street-Banker. Die meisten, mit denen ich das Vergnügen hatte, habe ich schnell stehen gelassen – oder sie mich. Die wenigen, die ich näher kennengelernt habe, sind als Bekannte oder „Freunde“ anstrengend. Zeitweilig unerträglich. (Sorry, Wayne).

Wall Street Banker

Hektisch, neurotisch, verwöhnt und hochgradig volatil – Wall Street Banker

Sie sind wie die Wall Street selbst: hektisch, neurotisch, verwöhnt, hochgradig volatil (so nennt man eine Börse, die rauf und runter geht). Und natürlich von einer Arroganz, die an Größenwahn grenzt. Lauter Gordon Gekkos, wie Michael Douglas' Charakter in dem Film Wall Street. Masters of the Universe eben. Und das schon mit Anfang 30.

Der Grund: Geld. Oder wie wir in Amerika sagen: Green....

Nein, nein. Ich hab nichts gegen Geld. Aber wenn es im Überfluss da ist und der einzige Gradmesser für Erfolg oder Persönlichkeit ist, dann wird es problematisch.

Als die Finanzkrise am 15. September offenbar wurde, bekam ich von einem Banker-Freund Mails wie diese: „Hab Millionen verloren.“ Minuten später schrieb er: „Freu dich nicht zu früh. Ich habe noch ein paar Millionen.“ Die Message zwischen den Zeilen: „Ich bin kein Verlierer.“ Denn für Verlierer gibt es an der Wall Street keinen Platz. Schon gar nicht jetzt, da fast alle Verlierer sind.

In den Wochen darauf bekam ich weitere E-Mails, die bei überlebenden Investment-Bankern von Goldman Sachs oder Morgan Stanley die Runde machten: „Dies ist schlimmer als eine Scheidung. Ich habe die Hälfte meines Vermögens verloren, aber meine Frau ist noch da.“ Oder: „Optimismus ist, wenn ein Banker am Sonntag noch fünf Hemden für die Woche bügelt.“ Und: „Was ist der Unterschied zwischen einem Investment-Banker und einer Pizza? Eine Pizza kann eine vierköpfige Familie satt machen.“

Doch je länger die Krise anhält, desto mehr schlägt der Galgenhumor in Aggressionen oder Verzweifelung um. Besonders schlimm: Die Wall-Street-Banker, die im vergangenen Jahr noch gemeinsam für Villen, Jachten, Luxus-Autos oder Champagner-Partys unfassbare 250 Milliarden Dollar (so viel wie Italiens gesamte Bevölkerung) verpulverten, haben plötzlich Existenz-Ängste.

Jedes Mal, wenn ich meinen Freund Wayne treffe, sagt er mir: „Ich will nicht drüber reden.“ Doch wenig später sprudelt es dann aus ihm heraus. „Junge, ich schlafe kaum noch. Du kannst dir den Druck nicht vorstellen, unter dem wir jeden Tag neu stehen."

Folgen des neuen Lebensgefühls: Die kleine Trinity-Kirche an der Wall Street, die so wundersam den Anschlag des 11. Septembers überlebt hat, ist seit Wochen mit Männern und Frauen in Business-Anzügen gefüllt. Die Synagoge gleich neben der Wall Street, die 1929 (im Jahr des Crashs, der zur Großen Depression führte) fertig gestellt wurde, hat ihre Türen nun auch jeden Abend nach Börsenschluss geöffnet.

Die Zahl der Scheidungen von Paaren, die einst mehr als zehn Millionen Dollar wert waren, hat in New York dramatisch zugenommen. Scheidungsanwalt Raoul Felder, der Larry Fortensky gegen Liz Taylor oder Robin Givens gegen Mike Tyson und New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani gegen seine zweite Frau vertrat: „Ich habe in diesem Jahr 20 Prozent mehr Klienten als sonst.“

Vielen der „Masters of the Universe“ wird jetzt klar: „Sie meinte nicht mich, sondern meinen Lifestyle.“ Eine schmerzliche Erkenntnis. Doch damit nicht genug. Ihr gesamtes Selbstwertgefühl steht plötzlich in Frage.

Kenneth Mueller, ein New Yorker Psychologe, der sich auf Wall-Street-Banker spezialisiert hat: „Das Geld ist ein bisschen wie eine Sucht. Während andere Menschen sich in Alkohol, Spielcasinos oder Sex flüchten, haben sich Banker hinter ihrem Luxus versteckt. Wenn dies nicht mehr geht, setzt die Realität ein. Und dann fliegen zu Hause die Fetzen.“

Tatsächlich gehören Psychotherapeuten neben Scheidungsanwälten zu den großen Gewinnern der Finanzkrise. Die Zahl ihrer Patienten hat seit den Pleiten von Investment-Banken um bis zu 50 Prozent zugenommen. Die Banker leiden unter Angstzuständen und Depressionen und hoffen, dass Psychopharmaka wie Prozac ihnen aus der Sinnkrise helfen. Psychologe Ari Kiev: „Nach Jahren der Selbstüberschätzung setzen nun Gedanken ein wie: Vielleicht hatte ich nur Glück.“

Andere setzten ihr letztes Geld ein, in der Hoffnung, die Verluste gut zu machen. Wenn dies nicht gelang, blieb nur noch Panik.

Und dann ist da noch ein anderes Problem für die ehemaligen „Großkotze“: Sie haben sich in den fetten Jahren bei Freunden oft so unbeliebt gemacht, dass nun kaum jemand Mitleid mit ihnen hat.

Haben die Banker, die ihre Jobs nicht verloren haben, aus der Krise gelernt? Alles, was ich höre, sind Sprüche wie: „Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Oder: „Dies ist die Zeit der Möglichkeiten. Wer noch im Geschäft ist, kann jetzt bald noch reicher werden, da sich weniger von uns den Kuchen teilen müssen...“ Mitleid für die arbeitslosen Kollegen? Wer hat schon Zeit für Loser? Dafür gibt es schließlich Psychologen, Scheidungsanwälte und Geistliche...

Montag, 27. Oktober 2008

Wirtschafts-Guru Nouriel Roubini: „Es wird ein Gemetzel“


Wirtschaftsexperte Nouriel Roubini sagte Finanzkrise voraus und skizziert Horror-Szenario

Wirtschafts-Guru Nouriel Roubini: „Es wird ein Gemetzel“

Ökonom hatte Finanzkrise vorausgesagt – seine Prognose ist düster

Sie nennen ihn „Dr. Doom“ – Dr. Schicksal: Nouriel Roubini wird international als Wirtschaftsguru gehuldigt, als Prophet dieser Zeit. Der 49-Jährige hatte die Finanzkrise bereits 2006 vorausgesagt – damals belächelte man ihn noch für seine Prognosen... Seine Aussichten für die Zukunft: „Es wird ein Gemetzel!“

Die Realwirtschaft gerät immer weiter in den Strudel der Finanzkrise.

Beispiel Autoindustrie: In Zeiten der Krise kauft keiner teure Autos. Folge: Weltweit brechen die Gewinne ein, die Hersteller drosseln ihre Produktion. Jobs sind in Gefahr.

Ein Horror-Szenario versetzt Experten in größte Angst: WELTWIRTSCHAFTSKRISE!

Die neuen Prophezeiungen des Wirtschaftsprofessors Nouriel Roubini sorgen deshalb für neue Aufregung.


Roubini sagte gegenüber der britischen „Times“: „Die Märkte sind außer Gefecht gesetzt, sie haben sich praktisch aufgehängt und der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht.“ Unsere ökonomischen Grundwerte existieren nicht mehr, glaubt der US-amerikanische Universitätsprofessor.

„Selbst die Möglichkeit, alle Garantien auszusprechen, unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, Banken zu verstaatlichen, sicher zu stellen, dass kein wichtiges Unternehmen an der Krise scheitert – selbst das zeigt keine Wirkung. Ganz offen: Wir werden den Punkt des Zusammenbruchs erleben.“

Seiner Meinung nach müssen Regierungen weltweit mit noch größeren Rettungspaketen aufwarten, um die Krise zu bewältigen. Für die USA sieht Roubini eine jahrelange Stagnation voraus.

Aus der Finanz- wird eine Wirtschaftskrise!

Andere Wirtschafts-Experten werfen Roubini Schwarzmalerei vor. Doch seine früheren Prognosen sprechen für ihn.

2006 sagte er die Finanzkrise, den Kollaps der US-Hypotheken-Blase und den Zusammenbruch der beiden Banken Fannie Mae und Freddie Mac voraus. Vor zwei Jahren wurde er für diese Äußerungen noch belächelt. Heute lacht keiner mehr!

Die Referenzen Roubinis sind beeindruckend: Harvard-Abschluss, Professor an der renommierten New York University und Berater Bill Clintons in wirtschaftlichen Angelegenheiten. Heute ist er als Experte international gefragt...

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Yahoo Massenentlassungen per Mail

Yahoo streicht jede zehnte Stelle


Düstere Aussichten beim Internetkonzern Yahoo: Weil der Gewinn um zwei Drittel eingebrochen ist, soll jede zehnte Stelle gestrichen werden.
Nach den schwachen Quartalszahlen feuert Yahoo-Chef Jerry Yang offiziell mehr als 1.400 Mitarbeiter. So sollen 400 Mio. US-Dollar eingespart werden. Pikant: Die Mitarbeiter wurden in einer simplen Mail über den Verlust ihres Arbeitsplatzes in Kenntnis gesetzt.
Falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, sollen sogar noch mehr Stellen abgebaut werden.
Hier die Quartalszahlen als PDF

Dienstag, 21. Oktober 2008

Zweite Pleitewelle kündigt sich an Kreditkarten-Blase: Neue Gefahr für Finanzwelt


Finanzdesaster weitet sich aus: Durch Kreditkartenkrise drohen Banken weitere Milliardenverluste

Zweite Pleitewelle kündigt sich an Kreditkarten-Blase: Neue Gefahr für Finanzwelt

Zahlt die Welt bald für den hemmungslosen Konsum der Amerikaner?

Ein Ende der weltweiten Finanzkrise ist nicht in Sicht – im Gegenteil! Am Horizont droht nach der Immobilienblase eine weitere zu platzen. Ausgelöst durch den hemmungslosen Konsum, bezahlt mit Kreditkarten. Wieder in den USA!


Das Lebensmotto der US-Amerikaner: Kaufen auf Pump, überall. Plastikgeld ist gern gesehen. Bezahlt wird damit alles, vom Kaugummi, übers Auto bis hin zu fälligen Arztrechnungen und Hypothekenzinsen – egal, ob man es sich leisten kann oder nicht.

Schulden der einen Karte werden mit einer anderen Karte beglichen. Jeder US-Haushalt hat davon durchschnittlich fünf. Eine Milliarden Kreditkarten sind im Umlauf! Die Kontrolle: gleich Null. Kreditkarten, für die Banken eigentlich ein lukratives Geschäft.

Das resultierende Problem: Mindestens sieben Prozent der Kredite gelten als faul. 2008 könnte diese Zahl auf 8,5 bis 11 Prozent steigen. Den Banken droht ein Ausfallrisiko in ähnlicher Größenordnung wie im Fall der faulen Immobilien-Hypotheken!

Denn: Mit dem Schuldenberg der US-Verbraucher ließe sich der deutsche Bundeshaushalt der kommenden sechs Jahre bezahlen!

Wenn die Krise die Kreditkartenbranche mit voller Wucht erfasst, werde sich „das Blutbad noch verschlimmern“, sagt US-Ökonom Nouriel Roubini der Deutschen Welle.

Wirklich dramatische Ausmaße wird die Kreditkartenkrise annehmen, wenn die US-Wirtschaft wegen der Finanzkrise in eine bereits prognostizierte Rezession rutscht. Steigende Arbeitslosenzahlen und stagnierende Realeinkommen würden dann die Zahl der Privatinsolvenzen in die Höhe treiben. Kredite würden nicht mehr bedient, der Konsum würde zum Erliegen kommen. Allein American Express rechnet mit einer Ausfallquote von 20 Prozent..

Pikant! 70 Prozent der US-Wirtschaft macht der private Konsum aus!

Das US-Lebensmotto – Konsum um jeden Preis – könnte auch deutsche Banken wieder hart treffen. Die Schulden der Kreditkartenhalter wurden auf die gleiche Weise wie die faulen Hypothekenkredite verbrieft, mit Hilfe von Rating-Agenturen in hübsche, ansehnliche Papiere verpackt und an Banken in der ganzen Welt verkauft – auch nach Deutschland.

Montag, 20. Oktober 2008

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Finanzkrise drückt auf Wirtschaftswachstum Chinas

China Das Boom-Land macht schlapp

Finanzkrise drückt auf Wirtschaftswachstum

Mehr Wirtschaft

Die weltweite Finanzkrise trifft auch Boom-Land China. Das Wirtschaftswachstum hat sich rapide abgeschwächt. Analysten sind geschockt: Die fetten Jahre scheinen vorbei zu sein!

Das Wachstum des Landes hat sich in den ersten neun Monaten 2008 auf 9,9 Prozent abgeschwächt. Noch immer ein Wert, von dem viele Länder kaum zu träumen wagen. Für China allerdings eine Katastrophe. Denn im gleichen Zeitraum des Vorjahres war die Wirtschaft der Exportlokomotive noch um 12,2 Prozent gewachsen.

Kein Analyst hatte diesen Fall voraus gesagt.

Der Rückgang sei Folge der weltweiten Finanzkrise, sagte ein Sprecher der chinesischen Statistikbehörde. Im dritten Quartal verzeichnete China ein Wirtschaftswachstum von 9,0 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres war das Bruttoinlandsprodukt noch um 10,6 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal um 10,1 Prozent.

Und ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht.

Die chinesische Regierung steht mächtig unter Druck. Analysten schätzen, dass die Wirtschaft der Volksrepublik jährlich um mindestens acht Prozent wachsen muss, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Jedes Jahr muss China 15 bis 20 Millionen Arbeitsplätze schaffen, da in den kommenden Jahren 200 bis 300 Millionen Bauern vom Land in die Metropolen ziehen werden.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Teilverstaatlichung US-Regierung will bei Banken einsteigen

14.10.08, 07:25
700 Milliarden Dollar gibt es nicht zur freien Verfügung: Wie die Europäer wollen die USA Geld aus dem Rettungspaket dazu nutzen, um sich bei Banken einzukaufen. Auf der Liste stehen neun Großbanken.
Bush and Paulson sit down to a G-20 Ministerial Meeting at the IMF Headquarters in Washington
George W. Bush (r.) und sein Finanzminister Henry Paulson
Für den Kauf von Bankaktien seien bis zu 250 Milliarden Dollar vorgesehen, sagte ein Bankmanager nach einer Krisensitzung im Finanzministerium. Das Finanzministerium in Washington beschloss am Montagabend (Ortszeit) eine entsprechende Neufassung des 700-Milliarden-Rettungspakets. US-Präsident George W. Bush will die Beschlüsse am Dienstag in Washington vorstellen. Es wird zudem erwartet, dass die Regierung den Kongress im Tagesverlauf über die Nutzung der nächsten 100 Milliarden Dollar aus dem Rettungspaket informiert.

Die US-Regierung will sich an den größten Banken des Landes beteiligen, um diese vor dem drohenden Zusammenbruch zu bewahren. Diese direkten Kapitalspritzen sind dem Vernehmen nach zunächst für neun Großbanken geplant, darunter die Citigroup, Wells Fargo, JPMorgan Chase, die Bank of America und Morgan Stanley. Der „New York Times“ zufolge sollen Citigroup, JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo jeweils 25 Milliarden Dollar erhalten. An Goldman Sachs und an Morgan Stanley wolle sich der Staat mit je zehn Milliarden Dollar beteiligen. Es wird erwartet, dass danach weitere Institute in das Programm einbezogen werden.

Vorbild Europa

Das Finanzministerium teilte zunächst lediglich mit, die Regierung habe umfassende Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Vertrauens in das Finanzsystem beschlossen. Es gehe darum, „die Funktionsfähigkeit unserer Kreditmärkte wiederherzustellen“. An den Beratungen im Finanzministerium nahm auch Notenbankpräsident Ben Bernanke teil.

Mit den geplanten Staatsbeteiligungen und den Garantien zum Auftauen des Geldmarktes zwischen den Banken orientiert sich die US-Regierung an den Rettungspaketen, wie sie in den vergangenen Tagen in europäischen Ländern geschnürt wurden. Allerdings müssten die Banken hinsichtlich einer Staatsbeteiligung noch überzeugt werden, sagte ein Eingeweihter. „Es bedarf noch einiger Überredungskunst.“

Bislang war vor allem geplant, dass die Regierung den Banken wertlos gewordene Hypothekenpapiere abkauft, um die Institute vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Neben der direkten Beteiligung über den Erwerb von Aktien wurde jetzt auch beschlossen, dass die Einlagensicherung FDIC auch Kredite zwischen den Banken garantieren soll.

Spanische Bank Santander übernimmt US-Institut

Unterdessen beschloss die spanische Bank Santander, das angeschlagene US-Institut Sovereign Bancorp für 1,9 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Banco Santander war bisher schon mit 25 Prozent an Sovereign beteiligt. Das Institut mit Sitz in Philadelphia wird bei der Übernahme mit 3,81 Dollar je Aktie bewertet. Dies bedeutet gemessen an dem gegenwärtig niedrigen Kursniveau ein Zuschlag von 3,5 Prozent.

Mit der Übernahme schreitet die Konsolidierung der Branche weiter voran. Als Hauptursache für diesen Prozess gilt die knappe Ausstattung mit Kapital. Die Sovereign Bancorp hat erheblich unter der Immobilienkrise in den USA gelitten, die zur massenhaften Abschreibung von Hypothekenkrediten geführt hat. Seit Beginn des Jahres hat die Sovereign-Aktie nahezu zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

US-Regierung will sich an Banken beteiligen



Dienstag, 14. Oktober 2008, 04:56 Uhr

US-Regierung will sich an Banken beteiligen

Die US-Regierung will nach Informationen aus Finanzkreisen auch direkte Beteiligungen an Banken erwerben. Für den Kauf von Aktien seien bis zu 250 der 700 Milliarden Dollar aus dem Rettungspaket der Regierung vorgesehen, sagte ein Bankmanager nach einem Treffen mit Beamten des Finanzministeriums.

Montag, 13. Oktober 2008

PAULSONS NEUER RETTUNGSPLAN US-Regierung will sich mit 250 Milliarden Dollar in Banken einkaufen



14. Oktober 2008, 00:39 Uhr
PAULSONS NEUER RETTUNGSPLAN
US-Regierung will sich mit 250 Milliarden Dollar in Banken einkaufen

US-Finanzminister Paulson schwenkt um: Wie die Europäer will auch er jetzt durch Übernahme von Bank-Anteilen die Kreditkrise lösen. Zeitungsberichten zufolge sollen dafür 250 Milliarden Dollar dienen, die eigentlich zum Aufkauf fauler Kredite gedacht waren. Neun große Institute sind im Visier.

Washington - Erst an diesem Dienstag will Henry Paulson seine neuen Pläne für eine Lösung der Kreditkrise vorstellen - doch schon vorab sickerte in der Nacht durch, dass der US-Finanzminister einen Kursschwenk plant. Laut "Washington Post" und "Wall Street Journal" will die Regierung Bush die vom Kongress gebilligten Hilfsgelder vererst vor allem nutzen, um sich an einer Vielzahl von Banken in den USA zu beteiligen.

Paulson (M.) mit Bernanke, Bush (am Wochenende): Alter Plan verworfen
AP

Paulson (M.) mit Bernanke, Bush (am Wochenende): Alter Plan verworfen
Insgesamt geht es den Zeitungen zufolge um bis zu 250 Milliarden Dollar, mit denen laut "Wall Street Journal" Anteile an "potentiell Tausenden Banken" gekauft werden sollen, konkret an neun großen Finanzinstitutionen. Namen nannte die Zeitung nicht. Nicht alle Institute seien "glücklich mit dem Schritt, haben aber unter dem Druck der Regierung zugestimmt". Der US-Banksektor werde durch den "dramatischen Schritt" wohl "auf Jahre mit der US-Bundesregierung verbunden" sein.

Chefs der großen Banken zum Minister geladen

Die 250 Milliarden Dollar würden faktisch die gesamte erste Tranche umfassen, die der US-Kongress beim Beschluss des 700-Milliarden-Dollar-Hilfspakets dem Minister schon zur Verwendung freigegeben hatte. Für weitere Tranchen braucht Paulson erneut die Zustimmung der Abgeordneten und Senatoren. Laut "Washington Post" will er sofort um weitere 100 Milliarden Dollar bitten.

Geplant sind außerdem weitgehende Kreditbürgschaften und Garantien für nicht spekulative Bankguthaben. Die Details des Planes werden den Zeitungen zufolge noch erörtert; Paulson und US-Notenbankchef Ben Bernanke hatten zu diesem Zweck am Montag die Chefs der größten Notenbanken zu sich geladen. Offiziell will sich der Minister erst an diesem Dienstag äußern.

Sein neuer Ansatz bedeutet einen Kursschwenk der US-Regierung in Richtung der Europäer. Paulsons ursprünglicher Rettungsplan sah vor allem vor, den Banken faule Immobilienkredite abzukaufen und so das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen. Die Möglichkeit von Staatsbeteiligungen war überhaupt nicht vorgesehen, erst der Kongress ergänzte sie in dem Hilfspaket. Laut "Wall Street Journal" ersetzen die neuen Ideen die alten Konzepte weitgehend.

Browns Plan setzt sich international durch

Schon beim internationalen Finanzgipfel am Wochenende neigten die westlichen Industrienationen merklich zur jetzt bevorzugten Rettungsstrategie, die auf den britischen Premier Gordon Brown zurückgeht. Sie sieht in erster Linie umfassende Bürgschaften und die direkte Beteiligung der Regierungen an Banken vor, um diese faktisch staatlich abzusichern. Auch mehrere andere europäische Regierungen hatten am Montag solche Maßnahmen in die Wege geleitet, allen voran die Bundesregierung. Deren Dimension umfasst mehr als eine Billion Euro, allein in Deutschland geht es um 500 Milliarden Euro.

Die Ankündigungen der Europäer und die Absichtserklärungen vom Wochenende lösten an den Börsen der Welt am Montag Kursrallyes aus. Die Wall Street schloss mehr als 11 Prozent im Plus, allein der Dow-Jones-Index stieg um 936 Punkte - so stark wie nie zuvor an einem Tag. Auch der Dax legte in Rekordtempo zu: Er schloss mit 11,4 Prozent im Plus bei 5062 Punkten; prozentual der größte Tagesgewinn in der 20-jährigen Geschichte des deutschen Indexes.

Genau auf diese Reaktion der Börsen hatten die Regierungen der Industrienationen gehofft. Sie sei das, was man sich vorgestellt habe, sagte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Abend, als die ersten deutlichen Signale von der Wall Street kamen. Die Bewegung auf den Märkten zeige, dass die beschlossenen Krisenpläne wirken. Die neuen Signale aus der US-Regierung könnten die Märkte nun weiter stützen.

Sonntag, 12. Oktober 2008

FINANZKRISE :Superreiche verlieren Milliarden - nur Buffett nicht

FINANZKRISE

Superreiche verlieren Milliarden - nur Buffett nicht

Die Reichen werden immer ärmer: Die Finanzkrise kostete so manchen US-Milliardär ein Vermögen. Nur einer triumphiert: Investorenlegende Warren Buffet. Er ist dem "Forbes"-Magazin zufolge inzwischen sogar reicher als Bill Gates.

New York - Warren Buffet ist einer der wenigen, die in der Finanzkrise gut Lachen haben. Der legendäre US-Investor hat sein Vermögen im September um acht Milliarden Dollar vergrößern können und ist damit laut "Forbes" reicher als Computer-Pionier Bill Gates - der die Liste der reichsten Amerikaner 15 Jahre lang anführte.

SUPERREICHE IN DER KRISE: WER WIEVIEL VERLOR

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Nach neuen Berechnungen des US-Wirtschaftsmagazins vom Freitag besitzt der 78-jährige Buffet, Chef von Berkshire Hathaway, jetzt 58 Milliarden Dollar. Der 52-jährige Gates verlor dagegen allein im September 1,5 Milliarden Dollar, besitzt allerdings immer noch stattliche 57 Milliarden Dollar.

Nicht nur an Gates' Vermögen frisst die Finanzkrise - auch viele andere US-Milliardäre spüren die Folgen laut "Forbes". Das Magazin hatte Anfang September seine jährliche Zusammenstellung der 400 reichsten Amerikaner veröffentlicht. Weil danach allerdings die Kreditkrise die Börsen beben ließ, stellten die Magazinredakteure neue Berechnungen an - und stellten fest: Insgesamt verloren im Monat September 17 Milliardäre in den USA riesige Summen.


Am härtesten traf es den US-Unternehmer Sheldon Adelson, der sein Geld in der Immobilienbranche von Las Vegas verdient hat. Er verlor vier Milliarden Dollar und besitzt jetzt noch elf Milliarden Dollar. Das Vermögen von Oracle-Gründer Lawrence Ellison schrumpfte von 27,5 Milliarden Dollar auf rund 25,5 Milliarden Dollar zusammen.

Freitag, 10. Oktober 2008

USA Immobilien Krise

Ohne Worte, aber scheinbar wahr. In der USA ist alles möglich und jetzt zeigt sich wieder, was findigen Unternehmern so einfällt. Was den einen die Immobilienkrise ist, ist dem anderen ein gutes Geschäft.
Amerikanische Immobilienmakler bieten und organisieren Bustouren zu Pändungsobjekten. Anbei die Quelle und ein kleines Video:
Immobilienmakler bieten Bustouren!

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Ist das ein gutes Zeichen? In Kalifornien erholt sich der Häusermarkt gerade leicht. Könnte es sein, dass eine Bodenbildung erreicht ist??
Seid 2005 verloren Häuser in Kalifornien insgesamt 1,3 Bill. Dollar an Wert. Das ist eine enorme Berichtigung, die mittlerweile von einigen gentutz wird.

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a2a_linkname=”Kalifornien erholt sich von der [...]

Die weltweite Krise bei Hypotheken und Kreditgeschäften hat mit der größten US-Sparkasse Washington Mutual http://www.wamu.com und dem spanischen Immobilien-Giganten Martinsa Fadesa http://www.martinsafadesa.com zwei neue Opfer gefunden. Einer Einschätzung des Lehman-Brothers-Analysten Bruce Harting zufolge drohen dem US-amerikanischen Institut Verluste in Höhe von 26 Mrd. Dollar, die aus dem angeschlagenen Hypothekengeschäft stammen. [...]

Es gibt Gerüchte und Aussagen laut dem Handelsblatt, dass die beiden Hypo-Giganten pleite sind.
Man muss sich mal vorstellen, bei der Firma Freddie Mac überstiegen die Verbindlichkeiten im 1. Quartal die Vermögenswerte um 3,3 Mrd. €. Damit wäre wohl der Hypothekenfinanzierer nach den Bilanzierungsvorschriften Insolvent.
Bei dem Schwesterinstitut Fannie Mae sieht es ähnlich aus. Die Vermögenswerte sind [...]