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Dienstag, 20. Januar 2009

Obamas Rede im Wortlaut

Barack Obama hat seine erste Herausforderung als US-Präsident gemeistert. Vor Millionen Menschen beschwor er auf den Stufen des Kapitols die kühne Vision eines „neuen Amerika“. Der Wortlaut von Auszügen der Rede.
"Ich stehe heute hier, demütig angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, dankbar für das Vertrauen, das Sie mir geschenkt haben, und der Opfer gedenkend, die unsere Vorfahren auf sich genommen haben. Ich danke Präsident Bush für seinen Dienst an unserer Nation und für die Großzügigkeit und Kooperation, die er während des Übergangs gezeigt hat.

Vierundvierzig Amerikaner haben jetzt den Präsidenten-Eid geschworen. Die Worte wurden gesprochen in den Fluten des Wohlstandes und den friedlichen Wassern des Friedens. Jedoch, gelegentlich wird der Eid auch inmitten sich zusammenbrauender Wolken und wütender Stürme gesprochen. In diesen Momenten hat Amerika nicht nur wegen der Fähigkeiten oder der Vision jener in hohen Ämtern weitergemacht, sondern weil wir, das Volk, den Idealen unserer Ahnen und unseren Gründungsdokumenten treu geblieben sind.

So ist es gewesen. So muss es sein mit dieser Generation von Amerikanern.

Dass wir inmitten einer Krise stecken, ist mittlerweile bekannt. Unsere Nation ist im Krieg gegen ein weitreichendes Netzwerk von Gewalt und Hass. Unsere Wirtschaft ist massiv geschwächt als Folge der Gier und Verantwortlungslosigkeit einiger, aber auch des gemeinsamen Versagens dabei, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf ein neues Zeitalter vorzubereiten. Häuser sind verlorengegangen, Jobs abgebaut, Unternehmen zerstört. Unser Gesundheitswesen ist zu teuer, zu viele schaffen unsere Schulen nicht, und jeder Tag beweist aufs Neue, dass die Art und Weise unseres Energieverbrauchs unsere Feinde stärkt und unseren Planeten bedroht.

Dies sind Hinweise auf die Krise, die Daten und Statistiken unterworfen ist. Weniger messbar, aber nicht weniger tiefgreifend ist der Verlust des Vertrauens überall im Land – eine nagende Angst, dass Amerikas Niedergang unvermeidlich ist, und dass die kommende Generation ihren Blick senken muss.

Heute sage ich Ihnen, dass die Herausforderungen, die vor uns liegen, real sind. Sie sind ernst, und es gibt viele. Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein. Aber wisse, Amerika – sie werden gemeistert werden.

An diesem Tag sind wir hier, weil wir die Hoffnung über Furcht gewählt haben, Einigkeit in unseren Zielen anstelle von Konflikt und Zwietracht.

An diesem Tag kommen wir zusammen, um das Ende belangloser Beschwerden und falscher Versprechungen auszurufen, der gegenseitigen Beschuldigungen und abgenutzten Dogmen, die viel zu lange unserer Politik die Luft abgeschnürt haben.

Wir bleiben eine junge Nation, doch nach den Worten der Schrift ist jetzt die Zeit da, Kindereien beiseite zu lassen. Die Zeit ist gekommen, unseren fordauernden Geist zu bestärken, unsere bessere Geschichte zu wählen, dieses wertvolle Geschenk, diese noble Idee weiterzutragen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde: das gottgegebene Versprechen, dass alle gleich sind, alle frei sind, dass alle eine Chance verdienen, ihr volles Maß an Glückseligkeit zu erstreben.

(...) Wir begreifen, dass Größe nie eine Selbstverständlichkeit ist. Sie muss verdient werden. Unsere Reise war nie eine mit Abkürzungen oder der Bereitschaft, mit dem Zweitbesten vorlieb zu nehmen. Es war kein Weg für die Zaghaften – für jene, die Freizeit der Arbeit vorziehen oder nur die Freuden von Reichtum und Ruhm suchen. Stattdessen waren es die Risikobereiten, die Macher – einige gefeiert, aber viel häufiger Männer und Frauen, die im Verborgenen arbeiteten, die uns den langen, holprigen Weg zu Wohlstand und Freiheit hinaufgebracht haben. (...)

Immer wieder haben diese Männer und Frauen gekämpft und Opfer gebracht und gearbeitet, bis ihre Hände wund waren, damit wir ein besseres Leben haben. Sie haben Amerika als etwas gesehen, das größer ist als die Summe unserer individuellen Bestrebungen, größer als all die Unterschiede durch Geburt oder Reichtum oder Interessengruppe.

Das ist die Reise, die wir heute fortsetzen. Wir bleiben die wohlhabendste, mächtigste Nation auf Erden. Unsere Arbeiter sind nicht weniger produktiv als vor Beginn der Krise. Unser Geist ist nicht weniger erfindungsreich, unsere Güter und Dienstleistungen nicht weniger gefragt, als sie es vergangene Woche, vergangenen Monat oder vergangenes Jahr waren. Unsere Fähigkeiten bleiben unverändert. (...) Von heute an müssen wir uns aufraffen, uns abstauben und wieder mit der Arbeit beginnen, Amerika zu erneuern.

Egal, wo wir hinsehen, es gibt viel zu tun. Der Zustand der Wirtschaft ruft nach raschem, entschlossenem Handeln, und wir werden handeln – nicht nur um neue Jobs, sondern auch, um eine neue Basis für Wachstum zu schaffen. (...) Wir werden jene Straßen und Brücken bauen (...). Wir werden die Sonne und den Wind und den Erdboden nutzen, um unsere Autos und Fabriken zu betreiben. (...)

Nun, es gibt einige, die das Ausmaß unserer Zielsetzungen in Frage stellen – die anmerken, dass unser System nicht allzu viele große Pläne vertragen kann. Sie haben nur ein kurzes Gedächtnis. Sie haben vergessen, was dieses Land bereits geleistet hat; was freie Männer und Frauen schaffen können, wenn Vorstellungskraft zusammengeht mit gemeinsamen Zielen und der Notwendigkeit von Mut.

(...) Die Frage, die wir uns heute stellen, ist nicht, ob unsere Regierung zu groß oder zu klein ist, sondern ob sie funktioniert – ob sie Familien hilft, Arbeit zu anständigen Löhnen zu finden, Pflege, die sie sich leisten können, eine würdige Rente. Wo die Antwort Ja lautet, wollen wir weitermachen. Wo die Antwort Nein ist, werden die Programme enden. (...)

Die Frage ist auch nicht, ob der Markt eine gute oder böse Kraft ist: Seine Macht, Wohlstand zu schaffen und Freiheit auszudehnen ist unübertroffen, doch die Krise hat uns daran erinnert, dass der Markt ohne wachsamen Blick außer Kontrolle geraten kann – und dass eine Nation nicht lange gedeihen kann, wenn nur die Wohlhabenden bevorzugt werden. Der Erfolg unserer Wirtschaft hing immer schon nicht allein vom Bruttoinlandsprodukt ab, sondern auch von der Tragweite unseres Wohlstands; von unserer Fähigkeit, jedem Willigen eine Chance zu geben – nicht aus Barmherzigkeit, sondern weil es der sicherste Weg zum Gemeinwohl ist.

Was unsere gemeinsame Verteidigung angeht, weisen wir die Wahl zwischen unserer Sicherheit und unseren Idealen zurück. Unsere Gründungsväter, die sich für uns kaum vorstellbaren Gefahren ausgesetzt sahen, entwarfen eine Charta, um Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte sicherzustellen (...). Diese Ideale erhellen noch immer die Welt, und wir werden sie nicht um der Zweckmäßigkeit willen opfern. Und deshalb für alle anderen Völker und Regierungen, die heute zusehen, für die größten Hauptstädte bis zu dem kleinen Dorf, in dem mein Vater geboren wurde: Wisst, dass Amerika ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes ist, die eine friedliche und würdevolle Zukunft suchen, und dass wir wieder zur Führung bereitstehen. (...)

Wir können uns diesen neuen Gefahren stellen, die noch mehr Einsatz fordern – noch mehr Zusammenarbeit und Verständnis der Nationen untereinander. Wir werden verantwortungsvoll damit beginnen, den Irak den Menschen dort zu überlassen und einen hartverdienten Frieden in Afghanistan schmieden. Mit alten Freunden und früheren Feinden werden wir unermüdlich arbeiten, um die nukleare Bedrohung zu verringern und das Phantom eines sich aufheizenden Planeten zurückzudrängen. Wir werden uns nicht für unseren Lebenswandel entschuldigen und bei seiner Verteidigung nicht wanken, und für alle jene, die ihre Ziele durch Terror und das Abschlachten Unschuldiger vorantreiben wollen, wir sagen euch jetzt, dass unser Geist stärker ist und sich nicht brechen lässt (...).

Denn wir wissen, dass unser Patchwork-Erbe eine Stärke und keine Schwäche ist. Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus – und Nicht-Gläubigen. Wir sind geformt durch jede Sprache und Kultur aus jedem Winkel dieser Erde; und weil wir den bitteren Geschmack des Bürgerkriegs und der Teilung geschmeckt haben, und aus diesem dunklen Kapitel stärker und vereinter hervorgegangen sind, können wir nicht anders als daran glauben, dass alter Hass eines Tages vorbeigeht (...).

An die muslimische Welt – wir suchen einen neuen Weg nach vorn, basierend auf gegenseitigem Interesse und gegenseitigem Respekt. An jene Führer weltweit, die Zwietracht säen wollen oder die Probleme ihrer Gesellschaft dem Westen anlasten – wisst, dass Euer Volk Euch danach beurteilt, was Ihr aufbauen könnt – nicht danach, was Ihr zerstören könnt.

Unsere Herausforderungen mögen neue sein. Die Instrumente, um sie zu überwinden, mögen neu sein. Doch die Werte, auf denen unser Erfolg fußt – harte Arbeit und Aufrichtigkeit, Mut und Fair Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus – diese Dinge sind alt. Diese Dinge sind wahr. Sie waren die stillen Kräfte unseres Fortschritts in der Geschichte. Was gefragt ist, ist eine Rückkehr zu diesen Wahrheiten. (...)

Das ist der Preis und das Versprechen der Staatsbürgerschaft.
Das ist der Ursprung unseres Zutrauens – das Wissen, dass Gott uns aufruft, eine ungewisse Zukunft zu gestalten.

Das ist die Bedeutung unserer Freiheit und unser Credo – darum können Männer und Frauen und Kinder jeder Rasse und jedes Glaubens an der Feier auf dieser großartigen Mall teilnehmen. Darum kann ein Mann, dessen Vater hier vor weniger als 60 Jahren nicht einmal in einem Lokal bedient worden wäre, nun vor Euch stehen und diesen heiligen Eid schwören.

Lasst uns an diesem Tag daran denken, wer wir sind und wie weit wir es gebracht haben. Im Jahr der Geburt Amerikas, im kältesten aller Monate, kauerte eine kleine Gruppe von Patrioten an den erlöschenden Lagerfeuern am Rande eines eisigen Flusses. Die Hauptstadt war aufgegeben. Der Feind rückte vor. Der Schnee war blutbefleckt. In einem Augenblick, in dem der Ausgang unserer Revolution am zweifelhaftesten erschien, ordnete der Vater unserer Nation (George Washington, der spätere erste Präsident, Anm. d. Red.) an, dass diese Worte den Menschen vorgelesen werden:

´Lasst es der künftigen Welt gesagt sein... dass in den Tiefen des Winters, als nichts als Hoffnung und Tugend überleben konnten... dass die Stadt und das Land, alarmiert von einer gemeinsamen Bedrohung, zusammenkamen, um (dagegen) anzugehen.´

Amerika. Angesichts der gemeinsamen Bedrohungen, in diesem Winter unserer Bedrängnis, lasst uns dieser zeitlosen Worte gedenken. Mit Hoffnung und Tugend, lasst uns wieder den eisigen Strömungen trotzen und aushalten, was immer an Stürmen kommen mag. Lasst es von unseren Enkeln gesagt sein, dass wir uns weigerten, diese Reise zu beenden, als wir herausgefordert wurden, und dass wir uns nicht umdrehten oder zauderten, und dass wir, den Blick zum Horizont gerichtet und Gottes Gnade über uns, jenes große Geschenk der Freiheit vorantrugen und sie künftigen Generationen wohlbehalten weitergaben.“

source: focus

OBAMA IST DER 44. US-Präsident








Barack Obama Amerika wird seine Herausforderungen meistern

Die Vereinigten Staaten von Amerika werden nach den Worten von US-Präsident Barack Obama ihre politischen und wirtschaftliche Krisen meistern. „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, (...) sind ernsthaft, und sie sind zahlreich“, sagte Obama nach seiner Vereidigung zum 44. Präsidenten der USA. „Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein“, sagte er.„Aber wisse, Amerika: Wir werden sie meistern.“ Es gebe keine Zweifel, dass die USA in der Krise steckten.

Zugleich appellierte Obama an die Werte der Gründerväter der Nation. „Die Herausforderungen sind vielleicht neu, auch die Mittel mit denen wir ihnen begegnen sind vielleicht neu. Aber die Werte, auf denen unser Erfolg fußt - harte Arbeit und Ehrlichkeit ,Mut und Fair Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus - diese Werte sind alt. Diese Werte sind wahr.“

Er übernehme die Führung der Nation in schwerer Zeit. Die Nation müsse „Hoffnung über Angst, Einigkeit im Ziel über Konflikt und Zwietracht“ stellen, um die schwerste Wirtschaftskrise seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu überwinden. Die Herausforderungen könnten nicht in kurzer Zeit bewältigt werden, aber sie würden bewältigt, sagte Obama.

Die künftige Regierung der USA müsse das Vertrauen des Volkes wiedergewinnen. Der Staat müsse bei der Verwaltung der öffentlichen Gelder zur Rechenschaft gezogen werden können und seine Arbeit transparent machen, forderte Obama. „Nur so können wir das Vertrauen zwischen dem Volk und seiner Regierung wieder herstellen.“ Er betonte, dass es bei der Lösung der Wirtschaftskrise nicht um die grundsätzliche Wahl zwischen mehr Staat oder mehr Markt gehe. Derzeit gehe es vor allem darum, die großen Probleme gemeinsam in den Griff zu bekommen. Was Zyniker nicht verstünden, sei, dass „die abgestandenen politischen Argumente (...) nicht länger ziehen“. Die Frage, die sich heute stelle, sei nicht, „ob die Regierung zu groß oder zu klein ist, sondern ob sie funktioniert - ob sie Familien hilft, Arbeit zu finden mit einem angemessenen Lohn“.

Obama kündigte gegenüber der muslimischen Welt einen „neuen Weg nach vorne“ an, der begründet sei auch „mit gemeinsamen Interessen und gegenseitigem Respekt“. Zu Regierungen, die sich mit Korruption, Betrug und der Unterdrückung abweichender Meinungen an der Macht hielten, seien auf „der falschen Seite der Geschichte“. Aber Amerika strecke die Hand zu jenen aus, „die bereit sind ihre Faust zu öffnen.“

Der neue US-Präsident warnte davor, aus falscher Berechnung die Ideale der Menschenrechte aufzugeben. Amerikas Gründungsväter hätten „mit ihrem Blut“ die Demokratie sowie Bürger- und Menschenrechte erkämpft, die es zu erhalten gelte „Wir weisen die Wahl zwischen Sicherheit und unseren Idealen zurück“, sagte er. Amerikas Ideale leuchteten noch immer in der Welt.

Obama weiter: „Und so sage ich zu allen Völkern und Regierungen, die heute hier zusehen,... Amerika ist ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes, die nach einer Zukunft in Frieden und Würde suchen - wir sind wieder bereit zu führen“.


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OBAMAS DRAMATISCHE ANTRITTSREDE


OBAMAS DRAMATISCHE ANTRITTSREDE

"Wir haben Hoffnung gewählt - nicht Furcht"

Er beschwor Amerikas Kraft und Werte - und erinnerte an den Wiederaufstieg der Nation aus tiefen Krisen: Barack Obama hat in einer bewegenden Antrittsrede die USA aufgefordert, nicht die Hoffnung zu verlieren. Mit klarem Blick und Gottes Hilfe würden die USA den Stürmen der Zeit trotzen.

Washington - Er stockte kurz, fand dann aber seine Sprache wieder: Barack Obama ist nun auch offiziell der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Menge erhob sich für den Amtseid. Obamas Hand lag während des Schwurs auf der Bibel, auf der einst auch Abraham Lincoln seinen Amtseid ablegte.

Obama hob die rechte Hand zum Schwur und sprach die Eidesformel: "Ich, Barack Hussein Obama, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will. So wahr mir Gott helfe."

In seiner Antrittsrede fand Obama schnell seine gewohnte Wortgewandtheit wieder. "Wir stecken mitten in einer Krise, die wir jedoch inzwischen verstanden haben", sagte der neue Präsident. "Unsere Nation ist im Krieg gegen ein Netz der Gewalt und des Terrors. Unsere Wirtschaft ist geschwächt, als Konsequenz aus Gier und Unverantwortlichkeit bei einigen wenigen - aber auch weil wir als Kollektiv versäumt haben, harte Entscheidungen zu treffen und diese Nation auf die neue Zeit vorzubereiten."

Viele hätten ihr Zuhause verloren, andere ihre Arbeitsplätze verloren, Geschäfte seien bankrott. "Unser Gesundheitssystem ist zu teuer, unsere Schulen werden vielen nicht gerecht, und jeder weitere Tag zeigt uns deutlicher, dass die Art und Weise, wie wir Energie verwenden, unsere Gegner stark macht - und den Planeten in Gefahr bringt", rief Obama. "Die Lage ist ernst, wir haben viele Probleme, die wir nicht auf die Schnelle werden lösen können. Aber lassen Sie mich dies sagen: Amerika wird sie lösen."

Immer wieder wurde Obamas Rede von Jubel und Sprechchören unterbrochen. "Wir haben uns an diesem Tag versammelt, weil wir die Hoffnung gewählt haben - und nicht die Furcht. Die Einheit und Entschlossenheit - und nicht die Zwietracht oder den Konflikt." Es sei an der Zeit, sich auf die amerikanischen Ideale zu besinnen, "diese großartige Idee weiterzutragen, die von Generation zu Generation weitergegeben worden ist: das gottgegebene Versprechen, dass alle Menschen gleich sind, alle frei sind - und ein Recht darauf haben, ihr Glück zu versuchen." Heute könne jemand, dessen Vater vor 60 Jahren in einem Restaurant in Washington nicht bedient worden wäre, vor dem Kapitol stehen und den Amtseid des Präsidenten der Vereinigten Staaten ablegen, sagte Obama in Anspielung auf die afrikanische Herkunft seines Vaters.

Vize Joe Biden legt Amtseid vor Obama ab

Und auch der langjährige Senator und jetzige Vizepräsident Joseph R. Biden ist nun offiziell in Amt und Würden. Der älteste Richter des Obersten US-Gerichts, John Paul Stevens, nahm dem 66-jährigen Biden auf den Stufen des Kapitols den Amtseid ab.

Als Joe Biden und Barack Obama zuvor auf die Bühne getreten waren, jubelte die Menschenmenge und winkte mit Tausenden Fähnchen. "Obama, Obama"-Sprechchöre und tosender Applaus waren zu hören. 240.000 Menschen hatten kostenlose Zuschauertickets für die Amtseinführung bekommen.

Vor der Vereidigung hatte Senator Dianne Feinstein, Vorsitzende des Amtseinführungskomitees des Kongresses, einführende Worte gesprochen und an die Macht der Demokratie appelliert. Danach sprach der evangelikale Priester Rick Warren das Bittgebet.

Der Zeremonie unter strahlend blauem Himmel, aber bei Minus drei Grad wohnten neben dem scheidenden Präsidenten George W. Bush und Frau Laura auch alle noch lebenden früheren US-Präsidenten - Jimmy Carter, George Bush senior und Bill Clinton - und ihre Ehefrauen bei.

Für Obama und seinen Stellvertreter Joe Biden begann der Tag mit einem Gottesdienst in der Kirche St. John's, in der schon jeder Präsident seit dem vierten Staatsoberhaupt James Madison betete. Danach besuchten die Politiker den scheidenden Präsidenten George W. Bush im Weißen Haus, wo Obama und Biden sowie ihre Frauen zur traditionellen Kaffeestunde empfangen wurden.

Am Kapitol begannen die Feierlichkeiten mit Musik von einer Militärband. Nach der offiziellen Zeremonie war eine Parade zum Weißen Haus geplant.

Trotz der ungewöhnlich eisigen Temperaturen machten sich schon in der Nacht Hunderttausende Obama-Anhänger auf den Weg in die Hauptstadt. U-Bahnen und Parkplätze in den Vororten waren schon um 4 Uhr gefüllt. Die Prachtmeile National Mall füllte sich zum Sonnenaufgang mit Tausenden Menschen. Inzwischen erstreckt sich die Masse der Zuschauer vom Kapitol bis zum Lincoln Memorial - über eine Strecke von mehr als drei Kilometern.

Die Behörden der US-Hauptstadt erwarten bis zu zwei Millionen Besucher und wurden deswegen vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Nach Schätzungen der Polizei wird die Zahl der Menschen spielend die Rekordzahl von 1,2 Millionen Schaulustigen übertreffen, die bei der Amtseinführung Lyndon B. Johnsons 1965 gezählt wurden.

Die Bewohner der Region, in der mehrere Millionen Menschen leben, mussten starke Behinderungen in Kauf nehmen. Alle Brücken vom Nachbarstaat Virginia stadteinwärts wurden für den Autoverkehr gesperrt und ein Großteil der Innenstadt zur Sicherheitszone erklärt. Zwei U-Bahnhöfe an der National Mall waren die meiste Zeit geschlossen.

Die Erwartungen an Obama sind so groß wie selten bei einer Amtseinführung: Die USA leiden unter einer Rezession, die Amerikaner sind kriegsmüde von den Einsätzen im Irak und in Afghanistan und wünschen sich einen Wechsel nach den acht Jahren unter der Regierung Bush. Der neue Präsident kann mit einer großen Machtfülle regieren: Erstmals seit 1994 beherrschen die Demokraten das Weiße Haus und beide Kammern im Kongress.

Obama ist bei 52 Prozent der Bevölkerung beliebt - der Anteil ist damit noch größer als bei der Wahl im November. Dagegen ist der scheidende Präsident Bush einer der unbeliebtesten in der Geschichte der USA.

Bush sollte nach der Amtseinführung Obamas mit einem Hubschrauber zum Luftwaffenstützpunkt Andrews in der Nähe der Hauptstadt fliegen und von dort in der Präsidentenmaschine nach Texas, wo er viele Jahre seines Lebens verbrachte. Für Obama und Biden endet der Tag mit dem Besuch von zehn Bällen und Feiern bis tief in die Nacht. Nach ein paar Stunden Schlaf erwartet Obama am Mittwoch ein arbeitsreicher Tag.

ffr/oka/AP/dpa


source: spiegel


Montag, 19. Januar 2009

Barack Obama Die letzten Stunden bis zum Weißen Haus


Barack Obama Die letzten Stunden bis zum Weißen Haus

Barack Obama
Der Tag vor dem Amtsantritt
Auf seine erste Rede als US-Präsident wartet die ganze Welt mit Spannung: Barack Obama (47)

High-Noon der Weltgeschichte! Heute um kurz vor 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr in Deutschland) hebt Barack Obama in Washington D.C. die Hand zum Amtseid. Er spricht den Schwur, der ihn zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten macht. BILD erklärt, wie Obama den letzten Tag vor der Vereidigung verbracht hat.

Montag, 19. Januar, Washington D.C. Obama lässt sich gegen 5 Uhr 30 im Hay-Adams Hotel wecken. Von seiner Suite (creme-farbene Seidentapeten, Kamin) blickt er auf sein neues Zuhause – das Weiße Haus. Wie jeden Morgen absolviert Obama sein Frühsport-Programm. Laufen, leichtes Krafttraining.

Anschließend wird das Frühstück in der Suite serviert. Obst, Eier, Waffeln mit Sirup, Orangensaft, alles unter Aufsicht der Secret-Service-Leibwächter zubereitet. Während des Frühstücks die erste Konferenz. Die Chefs der Geheimdienste tragen Obama die wichtigsten Themen vor: die Lage im Gaza-Streifen, Berichte von den Kommandeuren aus Afghanistan und dem Irak, die neuesten Erkenntnisse über Al Qaida – und Anschlagsdrohungen für die Vereidigung.

Ein Sprecher des Secret Service: „Die symbolische Bedeutung und die gigantische Menschenmenge machen die Vereidigung zu einem potentiellen Anschlagsziel.“

9 Uhr 23. Obamas Wagen-Kolonne jagt mit 80 km/h über die Connecticut Avenue. Insgesamt sind es 12 Fahrzeuge. Zwei identische schwer gepanzerte Cadillacs. In welchem Obama sitzt – streng geheim! Am Ende der Kolonne: ein gepanzerter Krankenwagen – mit Chirurgenteam und Blutkonserven an Bord. Über der Kolonne fliegt ein Helikopter.

9 Uhr 40. Obama besucht das Walter-Reed-Militärkrankenhaus, spricht mit Soldaten, die im Irak und in Afghanistan verwundet worden sind. In den Betten liegen junge Männer ohne Beine, die hoffen, dass Obama den Krieg beenden wird.

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Barack Obama
Abfahrt zur Macht
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10 Uhr 33. In einem Obdachlosenheim für Jugendliche krempelt Obama (keine Krawatte) seine Hemdsärmel auf, hilft, die Wände hellblau zu streichen. Obama: „Besonders in Zeiten der Krise dürfen wir das Potential der jungen Menschen nicht verschenken.“

12 Uhr 30, 24 Stunden vor der Vereidigung. Barack und Michelle Obama treffen in der Coolidge-Schule am Stadtrand von Washington ein. Sie trägt ein grünes Baumwollkleid, er einen schwarzen Armreif mit dem eingravierten Namen eines im Irak gefallenen US-Soldaten. Obama isst mit Sozialarbeitern, sagt: „Ich bin heute vor allem hier, um danke zu sagen. Danke für eure Arbeit! Die Aufgaben, die vor uns liegen, kann ich nicht allein schaffen. Ich bitte alle Amerikaner, auch in Zukunft Verantwortung zu übernehmen und das Leben anderer Menschen, das Leben in unserem Land zu bereichern.“

Am Nachmittag kehrt Obama ins Hotel zurück. Einer seiner Berater: „Er hat am Nachmittag noch an seiner Rede für die Vereidigung gearbeitet.“ Obama: „Ich habe mir noch ein paar gute Sätze aufgehoben...“ Sein Sprecher Robert Gibbs: „Das Thema der Rede wird Verantwortung sein.“

Früher Abend, 17 Uhr. Im Hilton Hotel gibt Obama ein Abendessen zu Ehren seines Ex-Rivalen John McCain. Vor dem Hotel sind Panzersperren aus Beton aufgebaut, die Auffahrt ist mit Zelten überspannt. Sichtschutz gegen Scharfschützen! Die Männer tragen Smoking, auf der Speisekarte stehen Steaks uns kalifornische Weine. Tischgespräch: McCains Einschätzung über die Lage im Irak. Auch für Colin Powell und seinen Vize-Präsident Joe Biden gibt Obama noch Ehren-Dinner.

Gegen 21 Uhr ist Barack Obama wieder in seinem Hotel. Neun Stunden später dämmert der Tag seines Lebens über Washington...


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Dienstag, 13. Januar 2009

Glanzvoller Auftritt von Hillary und Chelsea Clinton

US-Senatoren begeistert Glanzvoller Auftritt von Hillary und Chelsea Clinton

In Begleitung ihrer Tochter hat die designierte US-Aussenministerin die Leitlinien ihrer künftigen Politik präsentiert

Chelsea und Hillary Clinton
Papa Präsident, Mama Außenministerin - was wird wohl mal aus Chelsea...?
Foto: Reuters
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Die Mitglieder des US-Senats in Washington staunten nicht schlecht: Zur offiziellen Anhörung vor dem Parlaments-Ausschuss erschien die designierte US-Außenministerin Hillary Clinton nicht - wie üblich - allein, sondern mit ihrer Tochter Chelsea.

Eine geballte Charme-Offensive der Clinton-Girls im Blitzlicht-Gewitter der Fotografen!

Dabei war ihr erster großer offizieller Auftritt in Washington alles andere als ein Foto-Termin: Hillary Clinton wurde von den wichtigsten Außenpolitik-Experten Amerikas zu ihren künftigen Ambitionen befragt. Es ging um alles oder nichts. Wenn die Senats-Mitglieder „No" sagen, wäre der ehemaligen First Lady der Weg am die Seite von Barack Obama versperrt.

Aber es kam anders: Die Senatoren lagen Hillary Clinton beinahe zu Füßen - vielleicht auch wegen der charmanten und kompetenten Begleitung. Chelsea Clinton hat Internationale Beziehungen studiert - und an der Universität in diesem Bereich ihren Master gemacht.

Es gab Vorschuss-Lorbeeren in Hülle und Fülle: Der Ausschussvorsitzende, Clintons demokratischer Parteikollege Senator John Kerry, nannte Hillary Clinton „außerordentlich fähig und intelligent“. Der führende Republikaner im Ausschuss, Senator Richard Lugar, pries die Qualifikation der ehemaligen First Lady und bezeichnete sie als Inbegriff einer Politikerin aus der ersten Liga. Sie könne das Image der USA in der Welt wieder verbessern.

Unter den Augen von Chelsea hatte die ehemalige Präsidenten-Gattin im Senat zuvor die Leitlinien ihrer künftigen Politik skizziert.

Dabei erteilte sie internationalen Alleingängen ihres Landes eine Absage. „Amerika kann die drängendsten Probleme der Welt nicht alleine lösen, und die Welt kann sie nicht ohne Amerika lösen“, sagte Clinton. Unter der künftigen US-Regierung solle Diplomatie Vorrang vor militärischen Lösungen haben.

Die neue Schwerpunktsetzung werde sich unter anderem in der Iran-Politik niederschlagen, kündigte Clinton an. Sie werde einen „neuen Ansatz“ verfolgen, der einen Dialog mit der Führung in Teheran ermöglichen solle. „Dies könnte Früchte tragen“, fügte sie hinzu.

Clinton sprach sich außerdem für eine „Vertiefung der traditionellen Vertrauensbeziehungen zu Europa“ aus. „Meinungsverschiedenheiten sind unvermeidlich“, sagte sie. Die künftige US-Regierung werde den Europäern aber „die Hand entgegenstrecken“.

Namentlich nannte sie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die neuen Demokratien in Osteuropa.

Sollte alles wie geplant laufen, könnte Clinton bereits am 20. Januar - dem Tag der Amtseinführung ihres früheren Rivalen Obama als US-Präsident - durch den gesamten Senat bestätigt werden. Clinton erhielt am Dienstag bei der Anhörung große Zustimmung aus beiden Parteien.

Und nicht zuletzt von ihrer Tochter Chelsea.


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Mittwoch, 7. Januar 2009

PRÄSIDENTENTREFFEN IM WEISSEN HAUS Obamas Lunch im exklusivsten Club der Welt

PRÄSIDENTENTREFFEN IM WEISSEN HAUS

Obamas Lunch im exklusivsten Club der Welt

Von Gregor Peter Schmitz, Washington

George Bush packt die Umzugskartons, sein Nachfolger übt schon den perfekten Auftritt für die Geschichtsbücher: Im Weißen Haus traf der künftige US-Präsident Barack Obama seine Vorgänger zum Mittagessen. Eine vergleichbare Zusammenkunft gab es zuletzt vor fast drei Jahrzehnten.

Washington - Es liegt Abschiedsstimmung in der Luft - doch zu Stephen Hadley ist die noch nicht herübergeweht. George W. Bushs Nationaler Sicherheitsberater steht am Mittwochmittag auf der Bühne des "Center for Strategic and International Studies". Es geht um US-Außenpolitik. Hadley spricht über das böse Russland, den Kampf gegen den Terrorismus, die Schlacht für Freiheit und Demokratie in der Welt.

Treffen der Legenden: George H.W. Bush, Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, Jimmy Carter im Oval Office (von links nach rechts)
REUTERS

Treffen der Legenden: George H.W. Bush, Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, Jimmy Carter im Oval Office (von links nach rechts)

"Die Entwicklung zu einer freien Gesellschaft braucht Zeit", ruft Hadley, der Bush volle acht Jahre gedient hat. Und er wirkt dabei, als solle die Bush-Revolution gerade erst beginnen.

Doch Hadleys Boss scheint damit längst abgeschlossen zu haben. Seit Wochen betont der Republikaner, nur noch eine möglichst reibungslose Übergabe an Barack Obama sicherstellen zu wollen. Helfer lassen verlauten, der Präsident packe im Weißen Haus schon die Umzugskartons.

Fast zeitgleich mit Hadleys kämpferischem Auftritt lächelt Bush im Oval Office fröhlich für Abschiedsfotos in die Kameras. Zu Besuch sind die Mitglieder des vielleicht exklusivsten Clubs der Welt: frühere US-Präsidenten - und Barack Obama, der neu gewählte. Vater Bush steht dem Sohn als Republikaner zur Seite, Jimmy Carter und Bill Clinton sind die demokratischen Vorgänger Obamas.

Böse Worte sind tabu

"Ich danke dem gewählten Präsidenten, dass er mit den Ex-Präsidenten zusammen trifft", begrüßt Bush den - ganz so, als sei er selbst schon gar nicht mehr im Amt. "Wir wollen, dass Sie Erfolg haben. Ob Republikaner oder Demokraten, uns liegt dieses Land am Herzen." Die Herren Präsidenten strahlen dazu um die Wette.

Treffen der einstigen Herrscher der westlichen Welt erinnern an Beerdigungen oder Hochzeiten - böse Worte sind tabu, alle haben sich lieb. Also ist in diesem Moment ganz vergessen, dass Carter dem aktuellen Amtsinhaber eine unverantwortliche Außenpolitik unterstellte. Dass Obama im Wahlkampf predigte, nach acht Jahren Bush brauche das Land vor allem Wechsel. Dass Bill Clinton Obama im hitzigen Vorwahlduell mit seiner Gattin als eine Art grünen Jungen darstellte.

Schließlich handelt es sich hier um ein "historisches Ereignis", wie Bush-Sprecherin Dana Perino hervorhebt. Es ist die erste solche Zusammenkunft im Weißen Haus seit 1981. Die Idee stammt von Obama, der sie beim ersten privaten Gespräch mit Bush im November vorschlug.

Nun dankt er diesem artig für die Organisation des "außergewöhnlichen Treffens". "Alle Gentlemen hier verstehen etwas von den Möglichkeiten und den Druck dieses Amtes", sagt Obama. "Es ist eine außergewöhnliche Gelegenheit für mich, ihren guten Rat zu hören. Dafür bin ich allen sehr dankbar."

Ist das die neue nette Art von Politik in Washington? Miteinander statt Gegeneinander, über Parteigrenzen hinweg?

In diesen Tagen versucht Obama, sein 775 Milliarden-Dollar-Konjunkturprogramm dem Kongress schmackhaft zu machen, er benötigt dafür auch die Stimmen von Republikanern. Neben den Bushs zu posieren, kann da nicht schaden.

Immerhin darf die Dynastie noch auf eine Kern-Anhängerschaft unter Konservativen zählen - und Respekt vor dem Oval Office und dem Präsidentenamt sind Eigenschaften, die Republikaner schätzen und demokratischen "Lümmeln" wie Bill Clinton absprachen.

"Wir alle wären gerne eine Fliege an der Wand"

Bush versprach bei seinem Amtsantritt 2001 ausdrücklich, die "Ehre" des Weißen Hauses nach den Clinton-Chaosjahren wieder herzustellen. Mit seiner betonten Höflichkeit kann sich Obama von diesem Demokraten-Ballast gleich wohltuend abgrenzen.

Die Presse, die für den Fototermin ins Allerheiligste des Weißen Hauses geschleust wird, ist natürlich mal wieder nur halb so respektvoll. Die Journalisten lärmen im Oval Office, sie rufen sogar Obama die böse Frage zu, ob der von den Fehlern der anwesenden Vorgänger lernen wolle.

Er wolle von deren Erfolgen lernen, gibt dieser sanft lächelnd zurück. Beim anschließenden Präsidenten-Mittagessen, rund 90 Minuten lang, muss die Presse dann draußen bleiben.

Was gesprochen wurde? Was gegessen wurde? "Wir alle wären dabei gerne eine Fliege an der Wand", lächelt Sprecherin Perino bloß.

Es ging wohl auch eher um ein Bild für die Geschichtsbücher. Vier weiße Männer heißen den ersten schwarzen US-Präsidenten in ihrem Club willkommen. Und während die Kameras klicken, gönnen die mächtigen Männer den Reportern doch noch ein paar Wortfetzen.

Es ist natürlich Bill Clinton, der den Mund doch nicht ganz halten kann. Er deutet auf den Teppich im Oval Office, den jeder neue Amtsinhaber auswählen darf, und lobt ihn offenbar.

Noch-Hausherr Bush lächelt dankbar. Wenigstens etwas richtig gemacht in den letzten acht Jahren.


source spiegel


Sonntag, 4. Januar 2009

OBAMAS AMTSEINFÜHRUNG Zu viel Kirche, zu wenig Coolness

OBAMAS AMTSEINFÜHRUNG

Zu viel Kirche, zu wenig Coolness

Auf Bush folgen Bibel und Beständigkeit: Barack Obamas Amtseinführung am 20. Januar wird weltweit mit Spannung erwartet. Doch das Programm der Inaugurations-Zeremonie sorgt für Unmut bei der liberalen Gefolgschaft.

Spätestens mit der Amtseinführung des neuen Präsidenten am 20. Januar 2009 sollen die bösen Geister der Bush-Ära aus Washington vertrieben werden. Der Einzug des jungen, schwarzen Demokraten ins Weiße Haus, ein wahrhaft epochales Ereignis, soll groß gefeiert werden.

Prediger Warren, Obama (2006): Irritierende Zweckgemeinschaft
AP

Prediger Warren, Obama (2006): Irritierende Zweckgemeinschaft

Seit ein paar Tagen liegt auch das Kulturprogramm der stets mit viel Pomp inszenierten Vereidigungszeremonie vor. Dabei wird deutlich, dass es Obama nicht um Bush-Exorzismus geht – das sagen allein die Namen, die sich auf den Veranstaltungsbillets finden. Die Verteilung der Rollen deutet eher darauf hin, dass der 44. US-Präsident das Aufkommen jeglicher Partylaune in der eigenen Anhängerschaft vermeiden will. Die drückenden Probleme, die Barack Obama im Oval Office erwarten - wirtschaftliche Rezession, Krieg und Krisen im Nahen Osten und dem Subkontinent – werden Stirnfalten hervorrufen, Lametta wäre da fehl am Platz. Manche seiner Unterstützer hat Obama mit der Wahl seiner Honoratioren dennoch regelrecht brüskiert.

Die Ära der Neocons in Washington mag jetzt vorbei sein, aber Obama präsentiert sich am 20. Januar nicht als Liberaler. Der 44. Präsident der USA outet sich am Tag der Amtseinführung als entschiedener Wertkonservativer. Die Hauptpredigt beispielsweise soll von dem konservativen Evangelikalen Rick Warren gehalten werden. Warren wettert von der Kanzel mit Verve gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Dass ausgerechnet er am Tag des allgemeinen "Change" die theologische Message verbreiten soll, löste nicht nur bei schwulen Bürgerrechtlern Ratlosigkeit, wenn nicht gar offene Empörung aus.

Er sei "zutiefst enttäuscht," beschreibt Kongressmann Barney Frank, der erste offen bekennende Homosexuelle im Repräsentantenhaus, seine Gefühle angesichts des umstrittenen Predigers. "Natürlich hat Reverend Warren ein Recht, seine Meinung zu verkünden, auch auf seine sehr verletzende Art," erklärte Frank, der nicht wie Warren Baptist, sondern Jude ist, auf CNN. Frank findet die Wahl Warrens "falsch" für einen Präsidenten, der einst als Kandidat beteuerte, die Rechte seiner homosexuellen Unterstützer zu schützen.

Warrens Kirche akzeptiert keine homosexuellen Mitglieder, auch unverheirateten Hetero-Paaren bleibt die Gemeinde verschlossen. Die Feministin Katha Pollit wirft Warren vor, seine Kirchenpolitik entmündige Ehefrauen, weil sie die Entscheidungen ihrer Männer grundsätzlich zu unterstützen hätten - auch bei begründeten Meinungsunterschieden. Berüchtigt ist auch die Antwort, die Rick Warren in Aspen, Colorado einer Jüdin gab, die ihn fragte, ob sie nach ihrem Tode zwangsweise in der Hölle brennen müsse. Der große, rundliche Charismatiker antwortete mit einem klaren, atemberaubenden "Ja". Atemberaubend deswegen, weil viele Saalmitglieder hörbar den Atem anhielten.

Wird Warren sich mäßigen?

Undenkbar, dass ein Prediger zur Feier eingeladen worden wäre, der Schwarze oder Frauen in seine Kirche nicht aufnimmt. Doch Obama, der auch die konservativen Kräfte im Land auf seine Seite ziehen muss, öffnet sich im Namen der Toleranz einer Kirche, die selbst nicht offen ist. In seinem Bestseller, "The Purpose Driven Life", in Deutschland als "Leben mit Vision" veröffentlicht, beschreibt Warren, wie Gott seinem auserwählten Kirchenführer den Hirtenauftrag gibt, die Gemeinde zu hüten. Diejenige Gläubigen, die keine Kirchenmitglieder sind, werden "vom Satan geliebt", so Warren, "denn diese abgetrennten Gläubigen sind schutzlos und machtlos gegen seine Raffinesse".

Wer im heutigen, modernen Amerika, für das Barack Obama wie kein anderer steht und künftig stehen soll, maßt sich an, über Agnostiker, Homosexuelle oder Juden und ihren Glauben so apodiktisch zu urteilen? Kein Wunder, dass Obamas liberale Anhängerschaft verwundert und irritiert ist, ob dieser konservativen Wahl ihres Kandidaten.

Am Tag der Amtseinführung werden sie trotzdem in die Hauptstadt strömen, Millionen Obama-Anhänger, darunter Popstars wie Rapper Kanye West und Hollywood-Größen wie Filmregisseur Steven Spielberg, Diven wie die R&B-Sängerin Beyoncé Knowles, die wie ihr Mann Jay-Z auf ein Inaugurations-Engagement spekulierte. Alle kommen, um ihren ganz persönlichen Evangelisten des Wandels in Augenschein zu nehmen.

Aber vor der weißen Kuppel des Kapitols, im eigentlichen Moment der Vereidigung, wird nicht ein Hauch von Pop und hedonistischer Gegenkultur zu spüren sein. Viele hatten gehofft, dass Obama am 20. Januar ein Signal setzen würde, wie man es in den protestbewegten sechziger und siebziger Jahren bei politischen Demonstrationen oder Konzerten wie in Woodstock erlebt hatte. Doch diese wilden Zeiten kehren weniger als Zukunftsvision denn als Denkmal in die Zeremonie zurück.

Bekenntnis zu Bibel und Beständigkeit

Denn es ist nicht die junge Beyoncé, die zu Ehren des neuen Präsidenten singen wird, sondern Aretha Franklin. Die 66-jährige Soul-Queen hat fast alle großen R&B-Künstler überlebt: Ray Charles starb bereits 2004, James Brown starb an Weihnachten 2006, und Sam Cooke, dessen elegante Ausstrahlung man oft mit Obama vergleicht, wurde nicht älter als 33 Jahre.

Cooke, der eher für seine leichten Lieder wie "Wonderful World" bekannt ist, schrieb 1963, kurz vor seinem Tod, den monumentalen Song "A Change is Gonna Come." Das Lied steigt in den USA noch immer als leise Urklage auf: "I was born by the river in a little tent/ Oh and just like the river, I've been running ever since." Die Verse "Its been a long, a long time coming/ But I know a change is gonna come," wurden zur Hymne der schwarzen Bürgerrechtsbewegung - und im vergangenen Jahr auch zu einem Leitsong des Obama-Wahlkampfes. Cookes Song besingt die quälende Langsamkeit gesellschaftlichen Wandels, aber auch, letztlich optimistisch, das Unvermeidliche daran.

Auch Aretha Franklin hat Sam Cookes "A Change is Gonna Come" einmal aufgenommen. Aber wird sie es nun auch vor dem Kapitol singen? Franklin gehört inzwischen selbst viel zu sehr zum Repertoire der amerikanischen Klassik, als dass ihre Gegenwart allein "Change" signalisieren würde. Sie sang nicht nur für Martin Luther King und Bill Clinton, im Jahre 2005 wurde ihr von George W. Bush die "Medal of Freedom" verliehen. Dass Obama sie in die erste Reihe schickt, ist ein klares kulturpolitisches Bekenntnis zu Bibel und Beständigkeit: Denn die Heimat der Soul-Diva, die auch in den Sechzigern nie etwas mit Drogen oder wilden Partys zu tun hatte, ist seit langem die Kirche.

In einer Zeit, in der nachgeborene Soul-Sängerinnen wie Amy Winehouse bereits mit 25 Jahren an das Ende ihrer künstlerischen Existenz geraten, klingt ihre Vita reichlich anachronistisch. Franklin machte sich bereits in den fünfziger Jahren einen Namen als Gospelsängerin; im Alter von 14 und 16 Jahren gebar sie als Teenager ihre ersten beiden Kinder. In ihren Liedern gibt sie Lebens-Nachhilfe: "Think !", "R-E-S-P-E-C-T" "Do Right Woman, Do Right Man." So aneinandergereiht, erscheinen diese Hits als kleiner, feiner Katalog für Obamas neuen Wertkonservatismus.

Doch christliche Sänger sind eine Sache, christliche Präsidenten eine andere. Auf den konservativen Christen Obama scheinen die Linksliberalen nicht vorbereitet zu sein. Seine Vorliebe für kontroverse Prediger ist seit der Affäre um den Reverend Jeremiah Wright gut bekannt. Damals lautete die knifflige Frage, ob Obama insgeheim zu schwarzem Nationalismus oder gar Linksradikalismus tendierte.

Konservatives Kultur-Statement

Nun fragt man angesichts des geplanten Auftritts von Rick Warren, der beste Chancen hat, die Rolle des inzwischen 90-jährigen Baptisten Billy Graham als "Prediger der Präsidenten" zu übernehmen, wie stark Obama seine christlichen Überzeugungen in seine säkular geprägte Partei einbringen will. Eine Partei, die sich auch als Regenbogenkoalition von Arbeitern, Juden, Schwarzen, Feministinnen und Homosexuellen versteht. Zu welchen Kompromissen wäre Obama bereit, um die Millionen Evangelikalen in seinen Bann zu ziehen? Welcher Gerechtigkeitstraum der Regenbogen-Sechziger wird nun Wirklichkeit, welcher wird vertagt oder gar vergessen?

Angesichts der konservativen Kultur-Statements unter Druck geraten, verteidigt sich Obama, dass er am 20. Januar die gesamte Nation einladen wolle, in einen neuen Dialog zu treten. Bei seiner Inauguration will er in die Fußstapfen des größten amerikanischen Präsidenten treten. Wie Abraham Lincoln wird er im Zug von Philadelphia, der alten Quäkerstadt der "Brüderlichen Liebe", nach Washington fahren. Vor dem Kapitol wird er seinen Eid auf die amerikanische Verfassung schwören, und zwar mit einer Hand auf derselben Bibel, die Lincoln 1861 zum selben Zwecke berührte.

Aber wer die Lincoln-Bibel für einen solchen Ritterschlag herausholt, sollte wissen, dass Abraham Lincoln selber niemals Kirchenmitglied war. Die Lincoln Bible wurde kurz vor der Vereidigung am 4. März 1861 eilig eingekauft, weil Lincoln seine Familienbibel nicht im Gepäck hatte. Lincoln, wie vor ihm George Washington, vollendete seinen Eid eher freidenkerisch. Die Bibel wurde an einer beliebigen Stelle geöffnet und die zufällig bestimmte Passage gelesen.

Auch diese strenge Säkularität hat im überaus christlichen Amerika eine lange Tradition. Auf die Trennung von Staat und Religion waren die Gründerväter stolz. Wenn Obama also auf einen wertkonservativen Kurs einschwenkt, dann sollte er diese älteste aller Traditionen Washingtons nicht missachten.


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Montag, 22. Dezember 2008

Hawaii: Hier verbringt Barack Obama seinen Weihnachtsurlaub



Obamas Hawaii: Auf den Spuren des neuen PräsidentenObamas Hawaii: Auf den Spuren des neuen Präsidenten

Hawaii: Hier verbringt Barack Obama seinen Weihnachtsurlaub Letzte Atempause vor dem Amtsantritt


Aloha Hawaii: Der Inselstaat steht für Mädchen mit Blumenketten, atemberaubende Strände. Der zukünftige US-Präsident Barack Obama (47) ist gerade in seinem Geburtsstaat Hawaii eingetroffen, um dort seinen 12-tägigen Weihnachtsurlaub zu verbringen – die letzte Pause vor dem Amtsantritt am 20. Januar.

Mit seiner Frau Michelle (44) sowie den beiden Töchtern Malia (10) und Sasha (7) erholt sich Barack Obama in einer Villa am exklusiven Strand von Kailua auf der Insel Oahu. Nach Medienberichten werden mehrere Freunde den Obamas Gesellschaft leisten.

Barack Obama will während des Urlaubs auch an einer privaten Trauerfeier für seine verstorbene Großmutter Madelyn Payne Dunham (†86) teilnehmen, die am Vorabend seines Wahlsieges starb.

Ganz Hawaii ist stolz auf den berühmten Ex-Bewohner. Schon jetzt pilgern Touristen auf eigene Faust zu den Stätten von Obamas Kindheit auf der Insel Oahu, Sitz der Hauptstadt Honolulu.

Auch die ersten offiziellen Touren, die Touristen auf den Spuren Barack Obamas wandeln lassen, können bereits gebucht werden.

Zu besichtigen gibt es u. a. Geburtsort, Schule und mehrere Wohnsitze Obamas sowie Parks, Strände und Golfplätze, schließlich sogar Restaurants, die der baldige Präsident schon besucht hat.

Ein Urlaub auf Hawaii, der lohnt ja ohnehin. Jetzt gibt es noch einen Grund mehr, Hawaii zu besuchen. Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten muss es ja schließlich wissen...


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Freitag, 19. Dezember 2008

OBAMAS KABINETT INTERAKTIV Die mächtigste Mannschaft der Welt

OBAMAS KABINETT INTERAKTIV

Die mächtigste Mannschaft der Welt

Der letzte Ministerposten ist vergeben: Barack Obama hat seine Regierung komplett. SPIEGEL ONLINE zeigt das Team, das die USA aus der Krise holen und ihren Ruf restaurieren soll - mit kontroversen Charakteren, einigen Altbekannten und sogar Republikanern: eine Mannschaft wie kaum eine zuvor. mehr...


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Samstag, 13. Dezember 2008

Trotz Schulbeginn im Januar Obamas dürfen nicht früher ins Weiße Haus


Obama: Künftiger US-Präsident darf noch nicht ins Gästehaus

Trotz Schulbeginn im Januar Obamas dürfen nicht früher ins Weiße Haus

Wahlsieg hin oder her – der künftige US-Präsident Barack Obama darf noch nicht ins Weiße Haus einziehen. Die Türen des Gästehauses „Blair House“ bleiben bis zum offiziellen Umzugstermin am 15. Januar geschlossen, hieß es aus Washington.

Die Obamas planten offenbar bereits zwei Wochen früher als üblich einzuziehen, um die beiden Töchter Sasha (7) und Malia (10) pünktlich zum Schulbeginn am 5. Januar auf ihre neue Schule schicken zu können.

Das Weiße Haus lehnte ab! Die Begründung: Blair House sei zu dieser Zeit noch von Gästen der scheidenden Bush-Regierung belegt.

Die Sprecherin von Bushs Ehefrau Laura, Sally McDonough, wollte sich zu den Informationen nicht äußern und erklärte lediglich, Blair House werde dem neuen Präsidenten und seiner Familie wie üblich am 15. Januar zur Verfügung stehen.

Doch die neue „First Family“ gibt sich zuversichtlich, dass der Umzug von Chicago nach Washington reibungslos – und auch rechtzeitig geschafft werden kann.

Malia und Sasha Obama werden die Privatschule Sidwell Friends im Nordwesten der US-Hauptstadt besuchen, auf die bereits Chelsea, die Tochter des Ex-Präsidenten Bill Clinton gegangen ist.


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Montag, 1. Dezember 2008

Obama macht Hillary Clinton zur Außenministerin

CLINTON, GATES, JONES

Obama präsentiert sein Weltpolitik- Trio

Ex-Rivalin Clinton im Außenamt, der Bush-Mann Gates im Pentagon, der Hardliner Jones als Sicherheitsberater - Barack Obama hat sein Team für die Weltpolitik vorgestellt. Was es tun soll, machte er auch gleich klar: Irak-Krieg beenden, Iran-Konflikt entschärfen, Taliban schwächen, Nahost befrieden. mehr...


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Obama stellt sein Team vor

Jetzt amtlich Obama macht Hillary Clinton zur Außenministerin

Barack Obama (47) hat sein Versprechen wahr gemacht und zwei Republikaner in sein Kabinett geholt.

US-Verteidigungsminister Robert Gates soll Chef im Pentagon bleiben. Gates hatte die US-Strategie im Irak geändert und damit für deutlich stabilere Verhältnisse gesorgt.

Nationaler Sicherheitsberater wird der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber James L. Jones. Der Vier-Sterne-General war im November 2007 von der Bush-Regierung zum Sonderbeauftragten für Sicherheitsfragen im Nahen Osten berufen worden.

Kaum noch eine Überraschung, aber jetzt amtlich: Obama hat die frühere First Lady Hillary Clinton (61) als neue Außenministerin nominiert.

Zwei „altgediente Kalte Krieger“ und eine „politische Rivalin“ nehmen damit Schlüsselpositionen im künftigen Kabinett ein, „alle drei Falken““, schrieb die „New York Times“ und „Ein handverlesenes Team für eine Verlagerung in der Außenpolitik“.

Im Pentagon wurden die Personalentscheidungen laut „Washington Post“ „mit Erleichterung“ aufgenommen. Im Wahlkampf hatte Obama angekündigt, die US-Truppen binnen 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen. Der Zeitung zufolge haben Gates, Generalstabschef Michael Mullen und der US-Kommandeur für den Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, „keine Probleme“ mit diesem Plan. Obama will den Krieg in Afghanistan in den Mittelpunkt rücken und für Truppenverstärkungen dort sorgen.

Die USA brauchen nach den Worten der designierten US-Außenministerin Hillary Clinton mehr Partner und Verbündete und weniger Gegner. Angesichts der enormen Herausforderungen in der Welt müssten die USA künftig alle politischen Mittel nutzen, um Frieden und Freiheit zu sichern, sagte Clinton, kurz nach ihrer Nominierung. „Amerika kann die Probleme nicht ohne die Welt lösen, und die Welt kann die Probleme nicht ohne die USA lösen“, sagte Clinton. Militärische Macht allein sei nicht ausreichend, um die Ideale Amerikas zu sichern.

Dass Gates das Pentagon mindestens ein weiteres Jahr führen soll, sei „mit Blick auf Kontinuität und Stabilität eine gute Sache“, zitierte die „New York Times“ einen Berater Obamas. Gates war 2006 von Präsident George W. Bush als Nachfolger des umstrittenen Donald Rumsfeld berufen worden. Er gilt als Ressortchef mit parteiübergreifender Unterstützung und internationaler Erfahrung. Zudem genießt er US-Medien zufolge den Respekt der höheren Offiziersränge.

Um der früheren First Lady den Weg ins Außenministerium zu ebnen, hatte Ex-Präsident Bill Clinton zugesagt, die Namen von 200 000 Spendern seiner Wohltätigkeitsstiftung offen zulegen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Auch wolle er sich im Falle einer Nominierung Hillarys aus dem Tagesgeschäft der Stiftung zurückziehen und die Regierung über bezahlte Reden informieren.

Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte Obama andere wichtige Personalentscheidungen bereits vorige Woche getroffen. Zum neuen Finanzminister erwählte er den Chef der Notenbank von New York, Timothy Geithner. An die Spitze des Ministeriums für Heimatschutz soll die Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, rücken.


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Samstag, 29. November 2008

Barack Obamas offizielle Internetseite online Hier können Sie dem Präsidenten schreiben



Barack Obamas offizielle Internetseite online: Hier können Sie dem Präsidenten schreiben

Barack Obamas offizielle Internetseite online Hier können Sie dem Präsidenten schreiben

Sie wollten dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika schon immer mal eine Nachricht schreiben? Dann können Sie das jetzt endlich tun – auf seiner offiziellen Vorpräsidentschafts-Website Change.gov kann jeder seine eigenen Visionen für die Zukunft der USA einreichen!


Aktuell
Angela Merkel bietet Obama „Geist der Gemeinsamkeit“ an
Barack Obama nutzte die Macht des Internets schon während seiner Wahlkampagne – und auch in Zukunft will der 44. Präsident der USA auf die Stimmen der Bürger im Netz hören.

Die Internetseite ist seit dem 6. November online – ein interessanter Menüpunkt: Man kann sich schon jetzt über ein Formular für Jobs in der Obama/Biden-Regierung bewerben.

Natürlich akzeptiert man hier, dass das FBI sämtliche Daten überprüft und man komplett durchleuchtet wird. Aber immerhin geht es ja auch um einen Arbeitsplatz im Weißen Haus.

Außerdem gibt es aktuelle Nachrichten, Informationen über Obama und sein Team, einen Blog und sein politisches Programm. Wer seine Vorschläge für das Land loswerden möchte, kann unter „American Moment“ ein Formular ausfüllen und es dann an den Präsidenten schicken.

Sie wollen für Barack Obama arbeiten, oder ihm zumindest Ihre Ideen schicken? Dann geht's hier direkt zur neuen Website des Präsidenten...

Montag, 24. November 2008

Obama: Amtseinführung Vier Millionen wollen zur Obama-Show

Es wird die größte Party der Welt: Über vier Millionen Menschen wollen zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten vors Kapitol ziehen. Die Stadt rechnet mit einem Chaos, Hotels und Hausbesitzer dagegen wollen abkassieren.
Barack Obama wird – wie hier 1981 Ronald Reagan – vor dem Kapitol eingeschworen
Dort drüben wird es also passieren. Washingtons Bürgermeister Adrian Fenty blickt nachdenklich zur weißen Kuppel des Kapitols, unter der ein paar Dutzend Arbeiter bereits an der Bühne für die Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama hämmern. In seinem Gesicht spiegelt sich eine Mischung aus Spannung, Vorfreude und Sorge: „Es werden wohl drei- bis viermal soviel Leute kommen als bei allen Vereidigungsfeiern zuvor“, meint der Demokrat: „So ein Ereignis bekommt man nur einmal im Leben zu sehen.“

Knapp zwei Monate hat Fenty noch Zeit, seine Stadt auf das Jahrhundert-Event vorzubereiten. Am 20. Januar, punkt zwölf Uhr mittags, wird Obama dort als 44. Präsident eingeschworen – als erstes schwarzes Staatsoberhaupt Amerikas. Nicht nur für die Nation, auch für den Rest der Welt, ist das ein historischer Moment. Und diesen Moment wollen viele Amerikaner um jeden Preis persönlich und vor Ort miterleben.

Wo sollen vier Millionen Menschen hin?

Die Stadt rechnet mit einem Massenansturm, wie es ihn nirgendwo zuvor in den USA gegeben hat, mit der größten Party der Welt. Mehr als vier Millionen Menschen werden sich nach offiziellen Schätzungen an diesem Wintertag in Richtung Washington aufmachen, um Obama zu feiern. Die Frage lautet nur: Werden sie dort auch ankommen? Und wenn ja: Wo sollen sie hin? Gibt es für vier Millionen Menschen überhaupt genug Platz in der Stadt? Wo sollen sie schlafen, wo essen und trinken? Und wie sollen sie danach wieder heimkommen?

Das sind die Probleme, die Bürgermeister Fenty und sein Staab in den kommenden zwei Monaten lösen müssen. Es wird kleine leichte Aufgabe für sie sein. Zwar ist Washington seit vielen Jahrzehnten Großveranstaltungen gewohnt, aber eben nicht in dieser Dimension. Als Bill Clinton im Januar 1993 zum Präsidenten vereidigt wurde, erschienen 800 000 Zuschauer, zur Amtseinführung von George W. Bush im Januar 2001 kamen gerade einmal 300 000. Die bisher größte Menge zog Lyndon B. Johnson an. 1,2 Millionen zogen 1965 zur Vereidigung des John F. Kennedy-Nachfolgers vor das Kapitol. Selbst damals gab es bereits logistische Probleme. Wie soll das erst bei vier Millionen Menschen werden?

U-Bahn könnte an ihre Grenzen stoßen

Für Nicht-Washingtoner wird schon die Anreise zur Herausforderung. Die meisten Flüge in die US-Hauptstadt sind ausgebucht, auch Zugtickets kaum noch zu haben. Bleibt also noch das Auto. Die Polizei befürchtet, dass es bereits auf den Zufahrtsstraßen zum Chaos kommt. Außerdem gibt es in Washington kaum Parkplätze, die Innenstadt soll weiträumig abgesperrt werden. Es wird bereits überlegt, weit außerhalb der Stadt auf freien Wiesen und Feldern Massenparkplätze anzulegen und die Besucher mit Bussen weiter nach Washington zu transportieren – in der Hoffnung, dass man genug Busse einsetzen kann.

Wer es bis in die Vororte Washingtons schafft, kann auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Stadt hat ein gut ausgebautes U-Bahnsystem (Washington Metro) mit mehreren Haltestellen rund um das Kapitol. Doch auch die U-Bahn könnte am 20. Januar an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Der bisherige Rekord liegt bei etwas mehr als 850 000 Fahrgästen am Tag.
Vor dem Kapitol bereiten Arbeiter die Amtseinführung von Barack Obama vor
Vor allem die Suche nach einer Unterkunft dürfte für viele Obama-Anhänger schwierig werden: Zwar gibt es im Großraum Washington fast 100 000 Hotelzimmer, aber der Großteil ist längst vergeben und der Rest teuer. So verlangt etwa das „Ritz Carlton“ für sein „Inaugural Package“ für zwei Personen stolze 100 000 Dollar. In dem Luxuspaket sind vier Übernachtungen enthalten, dazu zwei Sitzplätze in der ersten Reihe für die Präsidentenparade (insgesamt gibt es dort nur 8700 Stühle), zwei Tickets für einen der offiziellen Inaugurationsbälle, auf dem Obama und Ehefrau Michelle tanzen werden, ein Chauffeur mit Limousine in ständiger Bereitschaft, ein Abendessen für zwei sowie ein Abendkleid und Smoking von „Saks Fifth Avenue“.

Durchschnittspreis: 3000 Dollar pro Bett

Wem die Dollars angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr ganz so locker sitzen, der kann es im „Hilton“ nebenan versuchen. Dort ist ein ähnliches Inaugurations-Paket schon für 90 000 Dollar zu haben – ebenfalls vier Nächte und Paradensitze in Pole Position, ebenfalls zwei Ball-Tickets – aber kein Shopping-Bummel bei „Saks Fifth Avenue“. Dafür gibt´s einen kostenlosen Hotelparkplatz, Frühstück für zwei und einen Limousinen-Service zum Flughafen.

Auch zahlreiche Hausbesitzer haben inzwischen das große Geschäft gewittert. Sie bieten Washington-Besuchern Zimmer, Kellerräume, Appartements oder ganze Häuser zum Mieten an. Der Durchschnittspreis: 3000 Dollar und mehr pro Nacht und Nase für ein Bett. Andere stellen sogar ihre Gärten gegen Bezahlung als Campingplätze zur Verfügung. Verlangt werden bis zu 500 Dollar pro Person – nach aktuellem Stand.

Schlafsäcke werden ausgerollt

Bei solchen Preisen werden viele wohl gleich vor das Kapitol ziehen, glaubt Bürgermeister Fenty, und auf der „National Mall“ ihre Schlafsäcke ausrollen. Die Mall ist ein knapp dreieinhalb Kilometer langer Park, der sich vom Kapitol-Hügel aus quer durch die Washingtoner Innenstadt bis zum Lincoln-Denkmal zieht. Entlang der Strecke will man Videowände und Lautsprecher aufstellen, damit auch jeder Obama sehen und hören kann.

Experten schätzen, dass die „National Mall“ bis zu drei Millionen Menschen fassen kann. Genau weiß das keiner, weil es in Washington bisher kein Ereignis gab, bei dem sich die Mall vollständig mit Besuchern füllte. Am 20. Januar könnte selbst sie zu klein für den Massenansturm sein. Wohin also mit all den Leuten?
Arbeiter bauen vor dem Weißen Haus eine Tribüne für den Tag von Barack Obama Amtseinführung auf
Bleibt noch die Pennsylvania Avenue. Über die breite Prachtstraße wird Obama nach seiner Vereidigung im Paradezug vom Kapitol ins Weiße Haus fahren. Die Pennsylvania Avenue könnte ein paar weitere Hunderttausend Menschen aufnehmen, schätzt die Polizei. „Die Leute müssen sich aber vorher entscheiden, wohin sie möchten“, warnt Fenty: „Wollen Sie Obama bei der Vereidigung sehen? Oder wollen sie ihn anschließend bei der Parade erleben? Beides geht nicht.“

Großausfgebot der Sicherheitskräfte

Nicht zuletzt wegen des erwarteten Ansturms hat die US-Regierung die Inaugurationsfeier zu einem „National Special Security Event“ erklärt, einem speziellen nationalen Sicherheitsereignis. Da spielt auch die Furcht vor einem Attentatsversuch auf Obama eine Rolle. Der „Secret Service“, der für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, will das gesamte Areal weiträumig absichern. Zudem sollen Polizei- und Sicherheitskräfte aus allen Teilen des Landes in der US-Hauptstadt zusammengezogen werden. Doch selbst mit diesem Großaufgebot, befürchten Experten, lasse sich bei vier Millionen Menschen keine absolute Sicherheit garantieren.

Die große Unbekannte ist und bleibt aber das Wetter. Januartage in Washington können wohlig warm sein, wenn der Wind aus Süden weht und warme Luft aus dem Golf von Mexiko nach Norden schiebt. Oder sie können bitterkalt werden, wenn eisige Polarwinde aus Kanada durch die Stadt fegen. Berüchtigt sind auch Eisregen und Blizzards, die Washington innerhalb von ein paar Stunden zum Erstarren bringen können. Wohin sollen sich dann die Leute flüchten?

Muss die Party nach drinnen verlegt werden?

Entlang der „National Mall“ gibt es zwar mehrere Museen und auch Regierungsgebäude. Doch die haben höchstens für ein paar Tausend Menschen Platz, nicht für ein paar Millionen. Es ist in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass die gesamte Amtseinführung wegen schlechten Wetters ins Kapitol verlegt werden musste. Wie würden die Leute dann reagieren?

Bürgermeister Fenty kann das auch nicht sagen. Er hofft auf gutes Wetter und auf Wind aus Süden. Farouk El-Baz, Professor an der Universität in Boston, der Menschenmengen auf der „National Mall“ analysiert hat, ist optimistisch, egal wie das Wetter nun ausfalle: „Die Leute kommen ja, um zu feiern. Sie werden also guter Laune sein und damit auch freundlich miteinander umgehen.“

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Samstag, 22. November 2008

Obama will Job-Motor anwerfen

Barack Obama. Quelle: reuters

Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten

Obama will Job-Motor anwerfen

2,5 Millionen neue Jobs in zwei Jahren - dieses ehrgeizige Ziel hat sich der künftige US-Präsident Barack Obama gestellt. Ab Januar soll es losgehen, die Pläne würden gerade vorbereitet. Jobmotor sollen die Baubranche und Erneuerbare Energien werden.

Freitag, 21. November 2008

NEW YORK TIMES: Hillary Clinton wird US- Außenministerin

BERICHT DER "NEW YORK TIMES"

Hillary Clinton wird US- Außenministerin

Tagelang wurde spekuliert, nun scheint die Entscheidung gefallen: Hillary Clinton wird neue US-Außenministerin. Die "New York Times" meldet, die Senatorin habe ein Angebot Barack Obamas angenommen. Auch den wichtigen Posten des Finanzministers hat der designierte Präsident wohl vergeben.

mehr:

BERICHT DER "NEW YORK TIMES"

Hillary Clinton wird US-Außenministerin

Tagelang wurde spekuliert, nun scheint die Entscheidung gefallen: Hillary Clinton wird neue US-Außenministerin. Die "New York Times" meldet, die Senatorin habe ein Angebot Barack Obamas angenommen. Auch den wichtigen Posten des Finanzministers hat der designierte Präsident wohl vergeben.

New York/Berlin - Nach Angaben der "New York Times" wird Hillary Clinton ihren Sitz im US-Senat aufgeben und das Angebot des designierten Präsidenten Barack Obama nehmen, das Außenministerium zu übernehmen. Das Blatt beruft sich dabei auf zwei unterschiedliche Quellen aus dem direkten Umfeld Clintons. Beide wurden namentlich nicht genannt. Das Blatt hat beste Kontakte zu Clinton, die Senatorin von New York ist.

Clinton, Obama: Gemeinsam in der künftigen Regierung
REUTERS

Clinton, Obama: Gemeinsam in der künftigen Regierung

Obamas einstige Rivalin habe sich nach einem ausführlichen Gespräch mit dem designierten US-Präsidenten endgültig entschieden, berichte die Zeitung. Darin sei es um ihre Rolle und seine Pläne für die Außenpolitik gegangen. "Sie ist bereit", zitierte die "NYT" einen Vertrauten Clintons. Nach der eher allgemeinen Unterredung mit Obama in der vergangenen Woche in Chicago, sei es nun darum gegangen, sich mit dem Gedanken einer künftigen Zusammenarbeit weiter anzufreunden.

Ein anderer Vertrauter soll der Zeitung bestätigt haben, das Clinton-Lager gehe davon aus, dass der Deal besiegelt ist. Aus Obamas Büro hatte es noch am Donnerstag geheißen, die Nominierung Clintons sei "auf dem Weg". Hochrangige Obama-Berater sagten, es gebe noch immer kein formales Angebot, eine Nominierung solle auch nicht vor Thanksgiving verkündet werden. Aber auch sie ließen durchblicken, dass die frische Allianz mit Clinton zu einem festen Bündnis werde.

Über die Personalie Clinton war seit Tagen spekuliert worden. Clinton und Obama hatten sich einen erbitterten Vorwahlkampf geliefert, den Obama knapp gewann. Er tritt sein Amt am 20. Januar an. Als Außenministerin wird Clinton einen Schlüsselposten in der Regierung einnehmen. Sie wird sich aber ihrem einstigen Rivalen unterordnen müssen und kann nicht wie als Senatorin ihre eigene Agenda und Ambitionen verfolgen.

Laut NBC sind auch zwei weitere Kabinettsposten vergeben. Der Sender berichtete, den in Zeiten der Finanzkrise wichtigen Posten des Finanzministers solle Timothy Geithner bekommen. Obama habe sich für Geithner entschieden, berichtete NBC News am Freitag. Geithner galt im Vorfeld als ein möglicher Kandidat. Derzeit ist er Chef der Notenbank von New York.

Es werde erwartet, dass Obama sein Wirtschafts-Team am kommenden Montag benennen werde, um die Finanzmärkte zu beruhigen, berichtete NBC weiter. Handelsminister solle Bill Richardson werden, der bisherige Gouverneur von New Mexico. Richardson ist bislang Gouverneur von New Mexico und war auch als Außenminister im Gespräch.

Experten über Geithners Wahl begeistert

Ein Sprecher der Fed in New York wollte sich zu dem Bericht über Geithner nicht äußern. An der US-Börse sprangen die Kurse nach dem Bericht in die Höhe. Der Dow-Jones-Index, der zuvor wenig verändert notierte, legte binnen Minuten fast vier Prozent zu.

"Das ist eine brillante Wahl", sagte der Zinsexperte William O'Donnell von der Bank UBS Securities LLC in Connecticut. Geithner werde für Kontinuität inmitten der Herausforderungen der Finanzkrise stehen. "Er ist sofort mit den Problemen vertraut, er ist eng an den Gesprächen zwischen der US-Notenbank und dem derzeitigen Finanzminister beteiligt - er ist also jetzt schon mittendrin."

Ähnlich äußerte sich Michael Woolfolk von der Bank of New York-Mellon. "Die professionelle Finanz-Gemeinde würde seine Ernennung ganz klar befürworten. Geithner ist ein vertrauenswürdiger Politiker, der für die auf ihn zukommenden Herausforderungen gut geeignet ist."

source spiegel

Freitag, 14. November 2008

Obama-Plan: Hillary Clinton neue US-Außenministerin


US-Sender berichtet: Obama-Plan – Hillary Clinton neue US-Außenministerin

US-Medien berichten Obama-Plan: Hillary Clinton neue US-Außenministerin

Bei den Vorwahlen war sie ihm unterlegen, jetzt wird sie womöglich seine wichtigste politische Mitarbeiterin: Der designierte US-Präsident Barack Obama will angeblich Hillary Clinton zur neuen US-Außenministerin machen!

Dies berichten der amerikanische Fernseh-Sender NBC und die „Washington Post" unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Obama-Berater. Zuvor hatte Clinton eine Mitarbeit in der Regierung Obama nicht ausgeschlossen.

Eine offizielle Stellungsnahme gibt es bislang noch nicht. Analysten sagen jedoch, eine Nominierung Hillary Clintons als Außenministerin könnte parteiinterne Gräben überwinden. Sie rechnen außerdem damit, dass eine Außenministerin Clinton, die im Vorwahlkampf stets die Unerfahrenheit Obamas kritisiert hatte, einen vergleichsweise harten außenpolitischen Kurs fahren würde.

Als weitere Kandidaten für das Amt werden auch der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry, der demokratische Ex-Senator Sam Nunn, der republikanische Senator Chuck Hagel sowie der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, gehandelt.